Gesundheit auf Reisen
Gesund reisen
Wenn es um Reisekrankheiten geht, kennt sich kaum jemand besser aus als die Ärzte vom Hamburger Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin. Auf dieser Seite finden Sie das ständig aktualisierte Wissen der Experten: über Gesundheitsrisiken, deren Behandlung und Vorbeugung

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Yoga

Yoga

Quelle: www.premierfitnesscamp.com

Beschreibung    
Yoga ist eine indische Bewegungs-, Atem- und Meditationstechnik. Wörtlich bedeutet Yoga zusammenspannen oder den Geist sammeln. Ziel der langsamen und konzentrierten Yoga-Übungen ist es, die körperlich-geistige Kräfte in ihrem Zusammenhang zu stärken. Die Ursprünge des Yoga gehen auf die vedische Lehre Samkhya (400 v.u.Z) zurück. Danach sind die aktiven geistigen Kräfte an den Erscheinungsformen des Daseins verhaftet (Dualismus) und können durch Yoga (Meditation, geeignete Lebensweise, Askese, Atemkontrolle, ...) abgelöst werden. Beim Yoga bestimmt die Atmung den Rhythmus der Bewegung und der Haltung. Dabei ist besonders die Ausatmung wichtig, in der die Herzfrequenz durch das beruhigende (parasympathische) autonome Nervensystem gedämpft wird. Körperliches, Geistiges und das Lebensumfeld sind im Yoga nicht getrennt, sondern unterschiedliche Ausdrucksformen des Gleichen.
  • Hatha-Yoga werden körperliche Unterstützungsübungen genannt, bei denen eine Haltung angenommen wird, in die hinein entspannt und passiv gedehnt wird. Hatha-Yoga ist auch für Menschen leicht erlernbar, die sonst die Philosophie des Yoga befremdlich finden.
  • Unter Pranayama werden spezielle Atemübungen des Yoga für Fortgeschrittene verstanden, die starken Einfluss auf das Atemzentrum des Stammhirns und die Steuerung der Herzschlagfrequenz bewirken.
  • Raja Yoga verlangt eine stärkere Identifizierung mit dem religiös-philosophischen Denkgebäude des Yoga, die Enthaltsamkeit, Beachtung von Verhaltensregeln, Meditation, ein Sich-Zurückziehen, Konzentrationsübungen und intensive Ruhe verlangen.
  • Kundalini Yoga: beinhaltet sanftere Bewegungen, die inneren Energiefluss stimulieren sollen und dem chinesischen QiGong verwandt sind.
  • Tantra-Yoga: bezieht Sexualität in Meditationsformen ein (d.h. den unteren Anteil des beruhigenden (parasympatischen) autonomen Nervensystems).
  • Zahlreiche weitere Unterformen Bhakti Yoga, Iyengar Yoga, Jnana Yoga, Karma Yoga u.a sind möglich und beinhalten jeweils eigene Übungsformen.
  • Power-Yoga ist ein Trend- oder Marketingbegriff aus den USA und soll Hatha-Yoga-Übungen mit dynamischen, westlichen Gymnastikformen verbinden ohne geistige Anpassungen zu erfordern.
Angestrebte Wirkung      
  • Entspannung
  • Erhöhung der Konzentrationsfähigkeit
  • Dehnung der Muskulatur
  • Kräftigung der Gelenke und Verbesserung deren Stabilität
  • Verbesserung der Beweglichkeit
  • Ausgeglichenheit
  • Positive Beeinflussung des Herz-Kreislauf-Systems
  • Besserer Umgang mit Stress
  • Stärkung des Immunsystems
  • Steigerung des Körperbewusstseins
  • Kräftigung der gesamten körperlichen Funktionsabläufe

Wissenschaftliche Hinweise
Aufgrund der Vielfalt unterschiedlicher Yogamethoden ist es schwierig, Aussagen zu einer allgemeinen Wirksamkeit zu treffen. Yoga wird bei sehr unterschiedlichen Krankheitsbildern eingesetzt.
Studien zur Überprüfung nicht spezifischer Effekte liegen vor (s. Studien zu Wirksamkeitsnachweisen)

Hatha-Yoga ist als geeignete Entspannungs- und Erholungsmethode (auch in der Schwangerschaft und im Alter) anerkannt.
Studien weisen auf positive Auswirkungen bei Yoga-Praktizierenden hin.
Die Auswirkungen der Yogameditation auf die Funktion des vegetativen Nervensystems (insbesondere die Steuerung des Herzrhythmuses) und auf die Funktionsweise bestimmter Hirnregionen wurden in zahlreichen Studien und mittels Scannern dokumentiert.

Risiken und Gegenanzeigen  
  • Bei sachgemäßer Einführung in die Grundlagen des Yoga durch erfahrene Trainer sind die Risiken gering
  • Bei unsachgemäßer, zu ehrgeiziger Anwendung (insbesondere bei „Do-it-yourself“) kann es zu durch Überdehnungen von Gelenken und Muskulatur zu z.T. gravierenden Problemen kommen. Auch Bandscheibenvorfälle u.a. sind dann möglich!
    • Broad W: How Yoga Can Wreck Your Body, The New York Times 05.01.2012. Berichte wie diese sprechen nicht gegen die Methode, sondern gegen ihre unsachgemäße Anwendung. Wenn der philosophische Zusammenhang, in dem Yogaübungen entwickelt wurden, bedeutungslos wird, verändert sich Yoga zu einer Art Gymnastik für untrainierte, unerfahrene, verspannte Personen, die sich schnell und effizient entspannen und für ihr Hamsterrad fit halten wollen. Das führt zu Verkrampfung (z.B. wenn versucht wird den Atem kontrollieren zu wollen oder in den Schmerz hineinzudehnen) und hat dann möglicherweise gefährliche Folgen.
  • Die Konzentration auf die Atmung kann, wenn die Trainer pädagogisch nicht optimal oder ideologisch anleiten, zu krampfhaftem Verhalten führen. (Atmung fließt unbewusst (Stammhirn), Bewusstsein (Mittelhirn) kommt beim Versuch zu steuern immer zu spät, d.h. kann nur unterbrechen oder takten, nicht aber den Fluss ersetzen)    
  • bestimmte Übungen sind nicht empfehlenswert bei Herzkrankheit, Bluthochdruck, Schwindel, Schilddrüsenüberfunktion, Atemwegserkrankungen oder Netzhautproblemen
  • Schwierigere Dehnübungen der Gelenke, insbesondere, wenn diese starke Verbiegungen der Wirbelsäule mit sich bringen, oder Pranayama (Atemtechniken) sollten nur von geübten Anwendern ausgeführt werden  
Qualitätskontrolle 
Die Bezeichnung Yoga Lehrer ist keine geschützte Berufsbezeichnung.
Bemühung um Sicherung und Vereinheitlichung von Qualitätskriterien für Ausübung einer Yoga-Lehrtätigkeit.
  • europaweite Sicherstellung über Europäische Yoga-Union (UEY
  • Berufsverbandes der Yogalehrenden in Deutschland e.V. (BDY

 



SH,MK, 03.02.2012




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