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Gesundheit auf Reisen
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Wenn es um Reisekrankheiten geht, kennt sich kaum jemand besser aus als die Ärzte vom Hamburger Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin. Auf dieser Seite finden Sie das ständig aktualisierte Wissen der Experten: über Gesundheitsrisiken, deren Behandlung und Vorbeugung

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Unfall: im Haus

Unfälle im Haus

Bildquelle: Denis Zimmer

Einführung
Die meisten Unfälle geschehen im Haus. Besonders unter einfachen Lebensbedingungen kann die Nutzung von Strom, Gas und Benzin zu schweren Verletzungen führen. Von den europäischen Sicherheitsstandards kann oft keine Rede sein, Stromschläge und Verbrennungen sind keine Seltenheit.


Situation in Deutschland
Etwa 9 Mio. Menschen verunglücken in Deutschland jedes Jahr; darunter knapp 2 Mio. Kinder. Etwa 28% dieser Unfälle ereignen sich im Haus oder seiner unmittelbaren Umgebung. Als häufigste Unfallursache finden sich Stürze, besonders gefährdet sind Personen im Alter über 70 Jahre. Während Verletzungen bei der Arbeit und im Sport bei Männern dominieren, finden sich Unfälle im Haus überwiegend bei Frauen.
Unfälle sind in allen Industrienationen der größte Risikofaktor für die Gesundheit von Kindern. Die Mehrzahl dieser Unfälle ereignet sich in der Schule (43%) und im Privatbereich der Familien: zu Hause (22%) und in der Freizeit (18,4%).
Haus- und Freizeitunfälle sind ähnlich häufig wie Arbeitsunfälle bei Vollbeschäftigten (54 pro 100.000 pro Jahr). Nach einer Erhebung des Statistischen Bundesamtes starben im Jahr 1998 mehr als 34.000 Menschen an Unfällen. Etwa 8.000 Todesfälle waren Folge eines Verkehrsunfalls und 6.000 Todesfälle ereigneten sich im häuslichen Bereich. Der Anteil von tödlichen Sturzunfällen nimmt innerhalb und außerhalb der häuslichen Umgebung als Folge der Altersverteilung in unserer Gesellschaft deutlich zu. Bei einer repräsentativen Befragung von Unfallopfern wurden bei Haus- und Freizeitunfällen überwiegend Verhaltensfehler sowie physische und psychische Einflüsse geltend gemacht.

Bildquelle: Simona Himmel


Häufige Unfallszenarien (bes. bei Kindern)

  • Eile, ungünstige Bodenbeschaffenheit, Alkoholkonsum, Nässe und falsches Schuhwerk können leicht zum Stolpern und Ausrutschen führen.
  • Kinder im Alter bis zu 6 Jahre können leicht aus dem ungesicherten Hochbett stürzen. Etwas ältere Kinder kippen eher mit Möbelstücken um.
  • Kinder spielen gern mit weggeworfenen Dingen oder Gerätschaften, die von Handwerkern oder Bauarbeitern zurückgelassen wurden. Daher besteht für sie außerhalb sicherer Hotelanlagen ein erhöhtes Verletzungsrisiko.
  • In der Küche drohen Verbrennungen durch unisolierte Kochtöpfe oder Pfannen. Kinder können sich leicht auch am Backofenfenster verbrennen. Gefährlich sind auch Wasserkocher, sie können mit dem Stromkabel vom Tisch gezogen werden.
  • Durch Ziehen an der Tischdecke können heiße Töpfe oder Suppenschüsseln herunterfallen.
  • Weitere Risiken in der Küche: Schnittverletzungen durch Messer, Brotschneidemaschinen, Dosenöffner. Verätzungen oder Vergiftungen durch Haushaltprodukte.
  • Vergiftungen mit den Medikamenten der Hausapotheke, Alkohol, Tabak, giftigen Pflanzen.
  • Freihändiges oder voll beladenes Herunterlaufen der Treppe; auf Socken oder mit halboffenen Hausschuhen.
  • Ertrinkungsunfälle im Swimming-Pool, Gartenteich oder gefüllten Regentonnen.
  • Verbrennungen am Gartengrill: besonders, wenn Benzin oder Spiritus zum Anzünden der Grillkohle verwendet werden. Auch Verbrennungen beim “Kokeln” sind häufig.
  • Stürze vom Balkon.

Zusätzliche Tipps für den Urlaubsort

  • Vor dem Beziehen eines Hotelzimmers ist es sinnvoll, die elektrischen Anlagen zu überprüfen. Kontrollieren Sie in Ihrem Hotel vor allem die elektrische Verkabelung auf Isolationsschäden, vor allem in den Feuchträumen. Vorsicht auch bei der Benutzung von alten technischen oder auch in Eigenproduktion gefertigten Geräten!
  • Erwachsene sollten am Anfang die Spielumgebung des Kindes besonders beobachten. Durch bessere Beaufsichtigung können bis zu 60% der Unfälle zu Hause, aber auch in der Freizeit verhindert werden.
  • Nicht gepflegte Sandkästen sind ein Risiko. Gefahren drohen durch herumliegende spitze Gegenstände (z.B. gebrauchte Spritzen!), Hundekot und ggf. Schadstoffbelastung.
  • Wasser im Spielbereich von Kindern sollte nicht tiefer als 20 cm sein.
  • Beim Aufenthalt am Strand sind auch in Hotelnähe Verletzungen an Felsen, durch Glasscherben oder Metallteile im Sand möglich. Empfehlung: Barfußlaufen möglichst vermeiden.
  • Tierkontakte sollten auch auf dem Hotelgelände komplett unterbleiben. Ein Tollwutrisiko lässt sich im Falle eines Bisses fast nie völlig ausschließen.
  • Bei Palmen, zum Beispiel in Hotelanlagen oder am Strand, sind auch herabfallende Kokosnüsse ein ernstzunehmendes Risiko. Schätzungsweise kommen jährlich 150 Personen durch Kokosnuss-bedingte Kopfverletzungen ums Leben.

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RMZ, 17.10.2012