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Gesundheit auf Reisen
Gesund reisen
Wenn es um Reisekrankheiten geht, kennt sich kaum jemand besser aus als die Ärzte vom Hamburger Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin. Auf dieser Seite finden Sie das ständig aktualisierte Wissen der Experten: über Gesundheitsrisiken, deren Behandlung und Vorbeugung

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Reisemedizinisches Zentrum am Bernhard-Nocht-Institut
MD Medicus Reise- und Tropenmedizin GmbH
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20359 Hamburg
www.gesundes-reisen.de
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Therapie: Bluttransfusion

Bluttransfusionen und Blutprodukte

Durch Bluttransfusionen werden lebende Zellen in den Körper eines anderen, lebensbedrohlich erkrankten Menschen geleitet. Das bringt erhebliche Risiken mit sich:

  • Wenn das Blut des Spenders mit dem des Empfängers unverträglich ist, kann es zu starken Abstoßungsreaktionen kommen. Blutbanken kontrollieren die Blutgruppen von Spendern und Empfängern sehr genau, dennoch sind auch bei sorgfältigem Vorgehen Unverträglichkeitsrisiken nie völlig auszuschließen.
  • Der Kreislauf, insbesondere bei kleinen Kindern oder bei Patienten mit geschwächtem Herz, kann durch ein großes Volumen an Fremdeiweiß, das nicht sofort ausgeschieden wird, überlastet werden oder gar versagen.
  • Durch Blutzellen oder das sie umgebende Serum können Krankheitserreger übertragen werden. Es gehört zum Standard einer europäischen Blutbank, Spender sorgfältig auszuwählen und zusätzlich hinsichtlich der wesentlichen Infektionskrankheiten wie HIV Tests durchzuführen. Ein Spender kann sich aber in der Anfangsphase einer Infektion befinden, bei der Tests noch negativ ausfallen, oder seltene oder bisher noch unbekannte Erreger in sich tragen.
     


Bildquelle: www.soschildrensvillages.org.uk

Die genannten Risiken sind in Entwicklungsländern noch deutlich ausgeprägter, weil

  • international verbindliche Standards medizinischer Qualität oft nicht zur Anwendung kommen,
  • ein Mangel an Spendern besteht, so dass sich die Auswahl weniger kritisch gestaltet,
  • das Risiko von Infektionen bei Spendern (HIV, Hepatitis B/C/D/G, Malaria, tropische Viren u.a.) deutlich höher liegt als in Europa. (In vielen Ländern geht weiterhin eine große Zahl der HIV (Aids)-Infektionen auf unsaubere medizinische Materialien und Bluttransfusionen zurück).

Blut und Blutprodukte sollten also im Zweifel nicht zur Anwendung kommen, und ggf. nur dann, wenn eine akute Lebensgefahr besteht. Wenn ein Patient es sich überlegen kann, ob er eine Transfusion benötigt oder nicht, braucht er in der Regel keine, oder umgekehrt, wenn er nicht gefragt werden kann, weil er im Koma liegt, kann sie bei qualifizierten Ärzten zur Lebensrettung notwendig sein, aber dann auch unabhängig von den o.g. Risiken.

Zur Stabilisierung von Herz- und Kreislauffunktion sind Transfusionen nicht zwingend erforderlich, wenn alternative Blutersatzmittel verfügbar sind. Ist dies der Fall, kann bei Schwerverletzten ein Transport in die nächstgelegene, qualitätsgesicherte Klinik erwogen werden.

Unfälle stellen das wichtigste Risiko des Reisens dar. Nützt es deshalb für den Fall der Fälle einen sehr genauen Blutspendepass mit sich zu führen, damit eine Nottransfusion schneller erfolgen kann? Wohl kaum, da sich eine gute Blutbank niemals auf die Angaben eines Blutspendeausweises verlassen darf (oder umgekehrt, wenn sie es täte, wäre dies ein Merkmal schlechter Qualität, die man unbedingt meiden sollte). Die Blutgruppen des Empfängers und des Spenders werden vor jeder Transfusion neu bestimmt und das Blut mit dem des Spenders gemischt (Kreuzprobe). Dieser Vorgang verläuft bei bekannter Blutgruppe nicht schneller.

Es spricht also vieles dafür, riskante und unfallträchtige Situationen in Ausland zu vermeiden, z.B. bestimmte Abenteuersportarten, unsichere Verkehrsmittel u.a.

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HEF, 29.03.2011