Hauptinhalt
Gesundheit auf Reisen
Gesund reisen
Wenn es um Reisekrankheiten geht, kennt sich kaum jemand besser aus als die Ärzte vom Hamburger Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin. Auf dieser Seite finden Sie das ständig aktualisierte Wissen der Experten: über Gesundheitsrisiken, deren Behandlung und Vorbeugung

Meistgeklickte Inhalte:
Grippevirus Ratgeber: Impfen Pollenallergie Ratgeber: Allergien Unfälle Ratgeber: Sicherheit Krankenhaus Beijing - China Ratgeber: Auslandsärzte

Reisemedizinisches Zentrum am Bernhard-Nocht-Institut
MD Medicus Reise- und Tropenmedizin GmbH
Bernhard-Nocht-Str. 74
20359 Hamburg
www.gesundes-reisen.de
Hotline:
Mo. - Fr. 08:00 - 19:00 Uhr
Sa. 10:00 - 18:00 Uhr
Tel.: 0900 - 1234 999*
*EUR 1,98 pro Minute

Stress: Tinnitus

Tinnitus: Das Klingeln im Ohr

Ohrgeräusche, auch Ohrensausen oder Tinnitus genannt, werden persönlich sehr unterschiedlich als Rauschen, Sausen, Klingeln, Summen, Maschinengeräusch uva. wahrgenommen. Das Geräusch schwankt in Lautstärke, Intensität und kann ständig oder in Unterbrechungen auftreten. Bei vielen Menschen kann Tinnitus mit einer verminderter Hörfunktion einhergehen oder dazu führen.

In Deutschland sollen fast drei Millionen Menschen an einem chronischen Ohrgeräusch leiden, 1,5 Millionen sollen „mittelschwer bis hin zur Unerträglichkeit“ leiden, über 50 Prozent der Betroffenen hätten Hörprobleme, die nur selten durch eine Hörhilfe versorgt seien.

Wie funktioniert der Hörsinn?

Die Wahrnehmung des Hörens erfolgt in der Hirnrinde und nicht im Ohr. Das Ohr sendet seine unverarbeiteten Signale in das Stammhirn, wo sie mit den Meldungen anderer Sinnesorgane verschaltet werden, insbesondere mit dem Sehsinn und den Sinnen der inneren Wahrnehmung für Körperstellung, Druck, Schwingungen uva. Nach Weiterleitung der Signale ins Großhirn werden sie dort mit Erfahrungen der Vergangenheit, mit Emotionen und Erwartungen an Harmonie von Klängen zu einem Gesamtbild des Hörens verarbeitet.

Die Umschaltstation des Hörsinns im Stammhirn liegt in unmittelbarer Nähe des Atemzentrums und der Ursprünge von Nerven, denen eine besondere Bedeutung bei der Kommunikation und der Regelung der Stressreaktion zukommt. Diese Nerven sind mit dem Ohr reflexhaft verschaltet. Das ist notwendig, da das Ohr in Ruhe und in Bedrohungsreaktion anders hören muss: Wenn wir "eine Stecknadel fallen hören", meldet das Ohr alle Signale, die auf Gefahr hinweisen könnten. Das ist auf die Dauer für das Hören sehr anstrengend, da die Masse der dann einstömenden Informationen keine sinnvolle Bedeutung hat und gelöscht werden muss. Sind wir dagegen "ganz Ohr", werden alle Schwingungen, die nicht denen der ruhigen menschlichen Stimme entsprechen, gedämpft. Dann hören wir zu oder genießen Harmonien. Diese Funktion unterschiedlichen Hörens werden durch zwei Hirnnerven vermitteln, die die Mittelohrmuskulatur versorgen.

Gehen vom Hirnstamm beruhigende Impulse auf das Herz und andere Körperorgane aus, weil keine Bedrohung erkennbar ist, werden diese beiden Muskeln sanft aktiv und  sorgen für ruhiges Zuhören und die Wahrnehmung sinnvoller Kommunikationssignale. Tritt jedoch Stress auf, der den Körper auf Kampf oder Flucht vorbereitet, erschlaffen die Mittelohrmuskeln schlagartig, oder sie beginnen sich zu verkrampfen, wenn dieser Zusand sehr lange und pausenlos auftritt. In diesen Fällen meldet das Ohr Informationen über Schwingungen, die keinen Sinn ergeben. In der Hörrinde werden diese als störendes Rauschen erlebt (Tinnitus), oder bestimmte Teile der Verarbeitung der Ohrmeldungen werden abgeschaltet (Hörsturz). 

Stress oder Angst senken also die Wahrnehmungsschwelle für die Geräusche und bisher nicht wahrgenommene Ohrgeräusche werden durch diese Gefühlszustände „demaskiert“.

Stress die häufigste Ursache des  Tinnitus.



HEF, 22.02.2013