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Sonne und Vitamin D
Zu intensives Sonnenlicht führt zu Schädigungen der Haut, z.B. zu Sonnenbrand oder langfristig auch zu Hautkrebs. Urlaubsreisenden wird daher aus gutem Grund empfohlen, die Sonnenexposition gering zu halten, den Körper zu bedecken, den Schatten aufzusuchen und Sonnencremes mit hohem Lichtschutzfaktor (LSF, für Erwachsene: LSF > 20, für Kinder LSF ab 30) zu verwenden.
Andererseits liegt der Ursprung der Menschheit im sonnendurchfluteten Afrika, und daher verwundert es auch nicht, wenn neuere Untersuchungen zu dem Ergebnis kommen, dass die guten Seiten der Sonnenlichtbestrahlung in der Vergangenheit möglicherweise unterschätzt wurden. (Literatur s.u.)
Bildquelle: Carlos Matutes
Vitamin D ist erforderlich für ein gesundes Knochenwachstum und sein Mangel führt zu Verkrümmungen der Knochen bei Kindern (Rachitis). Über tausend Gene in einem Dutzend Geweben werden unter Vitamin-D-Einfluss aktiviert, in Bauchspeicheldrüse, Brust, Fettgewebe, Gehirn, Nerven, Knochen, Immunzellen, Haut, Leber, Nebenschilddrüse, Nieren, Prostata, Verdauungstrakt.
Vitamin D soll Immunreaktionen einerseits anregen, aber gleichzeitig überschießende Entzündungsreaktionen hemmen und deshalb Autoimmun- und Krebserkrankungen vorbeugen. Diskutiert wird daher, ob ein relativer Vitamin-D-Mangel, durch einseitige Ernährung oder mangelnde Sonnenexposition (z.B. im Winter der nördlichen und südlichen Halbkugel) das Risiko für bestimmte Krebserkrankungen, Multiple Sklerose (eine entzündliche Erkrankung der Nervenscheiden) oder auch nur banale Infektionskrankheiten erhöhen könnte. Belegt wird diese Hypothese durch Untersuchungen, die in Regionen mit ausgeprägtem Vitamin-D-Mangel erhöhte Häufigkeiten der genannten Erkrankungen finden. Es wird diskutiert, ob auch das zyklische Auftreten von Grippeerkrankungen in bestimmten Jahreszeiten oder auch in bestimmten Jahren in einem Zusammenhang steht mit einer mangelnden Verfügbarkeit von Vitamin D aufgrund Variationen der Sonneneinstrahlung (Hayes 2010).
Die biologisch wirksame Form des Vitamins wird aus Vorstufen gebildet, die zum Teil mit der Nahrung aufgenommen werden (z.B. mit Eigelb, Fisch oder bestimmten Pilzen). In der Haut wird Vitamin D aus einem Choleresterinabbauprodukt unter dem Einfluss von kurzwelligem Sonnenlicht (UV-B-Strahlen 280–320 nm) gebildet.
Aufgrund der u.g. Publikationen wird empfohlen, sich täglich mindestens fünf bis fünfzehn Minuten Sonnenlicht auszusetzen. Die Bestrahlung von Gesicht und Armen ist meist schon ausreichend. Optimal wäre es für die Körperfunktionen, wenn zu der Bestrahlung im Freien auch noch entspannte Bewegung dazu käme.
Zuviel Sonne nützt der Vitamin-D-Produktion aber nicht, sondern schadet wegen des drohenden Sonnenbrandes. Ebenso wenig ist die Sonnenbank sinnvoll, die durch UV-A-Strahlen (320–400 nm) für nur kurzfristige Bräune sorgt, aber weder die Vitaminbildung anregt noch vor späterem Sonnenbrand schützt, und das Risiko der Hautalterung mit sich bringt.
Literatur