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Gesundheit auf Reisen
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Wenn es um Reisekrankheiten geht, kennt sich kaum jemand besser aus als die Ärzte vom Hamburger Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin. Auf dieser Seite finden Sie das ständig aktualisierte Wissen der Experten: über Gesundheitsrisiken, deren Behandlung und Vorbeugung

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Reiseziele Südafrika

Malaria-Trends in Südafrika


Einführung
Jährlich reisen etwa 25-30 Millionen Menschen aus nicht-tropischen Ländern in Malaria- Endemiegebiete; schätzungsweise 10.000-30.000 erkranken an Malaria. Im Jahr 2010 wurden in Deutschland 617 Malaria-Fälle registriert (2009: 523 Erkrankungen mit drei Todesfällen). Die Sterblichkeitsrate lag bei 0,3 bzw. 0,6% (RKI). Etwa 12% aller Fälle verlaufen kompliziert. Durch verzögerte Diagnosestellung kann die Sterblichkeit schnell auf 2-6% ansteigen. Daher wird das Thema „Malaria“ in der Regel einen breiten Raum in der reisemedizinischen Beratung einnehmen. Unbedingt sinnvoll bei geplanten Reisen in die Tropen oder Subtropen sind detaillierte Ratschläge zur Expositionsprophylaxe (Mückenschutz).

Risikoabwägung
Die Empfehlung zur Durchführung einer medikamentösen Malariaprophylaxe oder zur Mitnahme eines Malarianotfallmedikamentes sollte hingegen auf dem Boden einer sorgfältigen Nutzen-Risiko-Abwägung erfolgen. Hierbei steht das Risiko an Malaria zu erkranken dem möglichen Risiko von Arzneimittelnebenwirkungen gegenüber. Bei touristischen Aufenthalten in Ländern mit ganzjährig hohem Malariarisiko ist die Empfehlungslage relativ eindeutig: Eine medikamentöse Malariaprophylaxe ist hier in den meisten Fällen ratsam. So wird der größte Teil (88%) der in Deutschland gemeldeten Erkrankungen aus Afrika importiert. Die Mehrzahl der Fälle findet sich in der Gruppe der Westafrika-Reisenden. Jedoch auch Aufenthalte in klassischen Urlaubsländern wie Kenia gehen mit einem signifikanten Malariarisiko einher. Weniger eindeutig ist die Risikoeinschätzung für beliebte Reiseziele im südlichen Afrika.
Ferner ist zu berücksichtigen, dass das Malariarisiko eines Landes oder einzelner Regionen durch eine Vielzahl von Faktoren beeinflusst wird und sich im Laufe der Zeit erheblich verändern kann. Eine Verschlechterung der Lage findet sich häufig im Zusammenhang mit Bürgerkriegen und ausgedehnten Migrationsbewegungen. Eine Zunahme der Resistenzproblematik wird oft in Verbindung mit der breiten Anwendung mäßig geeigneter oder zu niedrig dosierter Malariamedikamente beobachtet. Positive Effekte finden sich hingegen bei konsequent umgesetzten staatlichen Malariakontrollprogrammen, dies umfasst Maßnahmen zur Bekämpfung der Überträgermücke, die Etablierung eines Meldesystems zur Erfassung von Neuinfektionen und eine verbesserte medizinische Versorgung der Bevölkerung.

Malaria-Trends in Südafrika

In Südafrika existiert ein gutes Meldesystem zur Erfassung der Malariafälle. Im Jahr 2007 fanden sich landesweit 6.615 Fälle mit einer Sterblichkeitsrate (Case Fatality Rate, CFR) von 0.9%. Im Vergleich zum Jahr 1999 (51.444 Erkrankungen, CFR 0.8%) entspricht dies einer Abnahme der Morbidität von 1.1 auf 0.14 (um 87.3%). Die Mortalität sank im gleichen Zeitraum von 0.88 auf 0.13 (85.2%). Die höchsten Fallzahlen zwischen 1999 und 2006 fanden sich im Jahr 2000 (64.622 Erkrankungen, CFR: 0.7%) während die geringste Malaria-Aktivität im Jahr 2005 beobachtet wurde (7.755 Erkrankungen, CFR: 0.8). Die drei wichtigsten Malariarisikogebiete Südafrikas sind Limpopo, Mpumalanga (incl. Krüger Nationalpark) und KwaZulu Natal. In Mpumalanga erkrankten im Jahr 2006 etwa 60% weniger Personen an Malaria als im Jahr 1999. Sollte sich dieser erfreuliche Trend fortsetzen, so könnte bald eine grundlegende Neubewertung des Malariarisikos für touristische Aufenthalte im Krüger Nationalpark nötig werden. Allerdings müssen für Südafrika u.a. stärkere saisonal bedingte Schwankungen der Malaria-Aktivität berücksichtigt werden, was einen direkten Vergleich, z. B. mit Ländern Südostasiens, erschwert.

Fazit
Da es keine direkten Statistiken über das unmittelbare Risiko Reisender gibt, muss über die existierenden Meldezahlen der Einheimischen indirekt auf das Risiko Reisender geschlossen werden. Empfehlungen zur Durchführung einer medikamentösen Malariaprophylaxe sollten unter Berücksichtigung der aktuellen epidemiologischen Situation im Reiseland erfolgen und auch den spezifischen Reisebedingungen (z.B. geringeres Risiko durch exzessiven Insektizideinsatz in südafrikanischen Lodges; höheres Risiko in den Dörfern der Einheimischen) Rechnung tragen. Die Meldezahlen von rückkehrenden Reisenden betreffen überwiegen West-Ostafrika, Indien, Indonesien, Papua aber kaum Thailand und nicht Südafrika. Es besteht ein erhöhter Forschungsbedarf zur verbesserten Risikoeinschätzung bei Reisenden.

Quellen:


Malaria-Trends in Gesamt-Südafrika und der Mpumalanga Provinz:

  Südafrika 2006 SA Mpumalanga 2006 Südafrika 2007 SA Mpumalanga 2007
Einwohner ~ 46.8 Mio  ~ 3.1 Mio. ~ 46.8 Mio.  ~ 3.1 Mio.
Malariafälle 13.901  4.558  6.615 2.154
Morbidität(Fälle / 1.000 Einw.) 0.29 1.47 0.14 0.69

Todesfälle

126 21 60 17
Case Fatality Rate (CFR) 0.9 0.5 0.9 0.8
Mortalität(Fälle / 100.000 Einw.) 0.27 0.68 0.13 0.55

 



MG, 03.08.2012