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Gesundheit auf Reisen
Gesund reisen
Wenn es um Reisekrankheiten geht, kennt sich kaum jemand besser aus als die Ärzte vom Hamburger Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin. Auf dieser Seite finden Sie das ständig aktualisierte Wissen der Experten: über Gesundheitsrisiken, deren Behandlung und Vorbeugung

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Reisemedizinisches Zentrum am Bernhard-Nocht-Institut
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Reisen mit Osteoporose

Reisen mit Osteoporose

Mit dem Alter werden die Knochen brüchiger. Bei Kindern ist die Knochensubstanz von starkem Bindegewebe ummantelt, das auch bei Rissen oder unkomplizierten Brüchen die innere Knochensubstanz noch in ihrer Form halten kann („Grünholzfraktur”). Im Alter wird diese Knochenhaut dünn, das umgebende Gewebe wird bei Knochenbrüchen schwerer verletzt. Der Heilungsprozess verläuft langsamer. Mit zunehmendem Lebensalter verändert sich auch die Knochensubstanz: sie wird aufgelockerter, dünner und enthält auch weniger Markzellen, die für die Blutbildung und Immunabwehr verantwortlich sind. Die Produktion des weiblichen Hormons Östrogen, das u.a. auch die Einlagerung von Calcium in die Knochenstruktur fördert, geht nach den Wechseljahren zurück. Eine krankhafte Verminderung der Knochensubstanz (Osteoporose) betrifft daher besonders Frauen in der zweiten Lebenshälfte oder Frauen, die im Rahmen einer Tumorbehandlung Chemotherapeutika oder anti-hormonell aktive Substanzen einnehmen müssen.

Osteoporose äußert sich meist mit Beschwerden und Schmerzen im Bereich der Bewegungsorgane, des Rückens und in einer Verminderung der Körpergröße (gleichzeitige Rückbildung der knorpelig-elastischen Zwischenwirbelscheiben).

Die Entwicklung hin zu einer Osteoporose wird u.a. begünstigt durch

  • (körperliche und geistige) Bewegungsarmut
  • einseitige Ernährung (Fast food)
  • frühzeitiges Einsetzen der Wechseljahre, z.B. durch operative Entfernung der Eierstöcke oder durch Unterdrückung der Östrogenproduktion im Rahmen einer Krebstherapie
  • sehr starken Alkoholkonsum
  • lang andauernde Einnahme von Kortison-Präparaten
  • Rauchen

Reisen haben nachgewiesenermaßen vielfältige positive Effekte auf die Gesundheit. Dies gilt auch für Patienten mit Osteoporose:

  • Geistige Aktivierung (Land, Leute, Kultur, Abwechslung)
  • Körperliche Bewegung (Hotelanimation, Schwimmen und Wandern)
  • Abwechslungsreiche, z.B. mediterrane Ernährung
  • Einfluss von Licht und Sonne (Vitamin D)
  • U.u. gezielte Nutzung von Gesundheitsprogrammen

Vor jeder längeren Reise sollte neben einer reisemedizinischen Beratung auch - zum Beispiel durch den Hausarzt - geklärt werden, ob eine Gesundheitsstörung vorliegt, die die Reisefähigkeit einschränkt. Hierzu gehören auch mögliche Einschränkungen, die sich aus einer Osteoporose ergeben.

Sinnvoll ist es vor einer Reise mit leichtem Bewegungstraining zu beginnen und Übungen zu erlernen (Yoga, QiGong u.a.), die den Fluss von Blut und Gewebsflüssigkeit auch beengten Sitzverhältnissen während einer langen Busfahrt oder Flugreise unterstützen können (Thrombosevorbeugung).

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RMZ, 27.07.2012