Gesundheit auf Reisen
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Wenn es um Reisekrankheiten geht, kennt sich kaum jemand besser aus als die Ärzte vom Hamburger Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin. Auf dieser Seite finden Sie das ständig aktualisierte Wissen der Experten: über Gesundheitsrisiken, deren Behandlung und Vorbeugung

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Meditation

Meditation

Quelle: http://activeladieswear.com

Beschreibung    
Meditation (lat.: "über etwas nachdenken"; "in die Mitte gehen") ist ein aktiver, bewusster Prozess der Entspannung, der erlernt werden muss. Er unterscheidet sich stark von der einfacheren Methode der Autosuggestion (wie Autogenes Training), die zu einem "Abschalten" des Bewusstseins führen soll. Bei Meditation bleibt Bewusstheit dagegen intensiv und klar präsent, aber erscheint leer (das übliche Aufflackern aktiver Hirnregionen wird gedämpft ohne in den Schlafmodus zu verfallen).
Erleichtert wird der Lernprozess durch erfahrene Anleitung, Literatur oder / und das Achten auf den Atem, die Konzentration auf ein Objekt, z.B. eine Kerze, das Hören eines Klanges oder die Vorstellung eines inneren (bewegten oder stehenden) Zeichens (z.B. eines Lichtpunktes). Meditierende sind wach, konzentriert und doch entspannt und gelöst. Die üblichen Muster der Gedankenströme ebben ab, werden schwächer und hören schließlich auf. Die Hirnstromkurven verändern sich dabei sehr deutlich, langsame Wellenformen die unterschiedliche Hirnregionen synchronisieren, nehmen zu. Einflüsse aus der Umgebung werden wahrgenommen, aber weniger oder nicht mehr verarbeitet oder bewertet. Dieser Zustand gleicht dem Ruhemodus des Hirns (Default-Mode) bei dem im Schlaf oder Traum unterschiedliche „lose Enden“ neuronaler Aktivitäten zusammengeführt werden. Während der Meditation geschieht dies aber in einem Wachzustand, den Nicht-Meditierende nur zweimal pro Tag sehr kurz wahrnehmen: vor dem Einschlafen und unmittelbar nach dem Wachwerden. Meditation ist jedoch mehr als eine Beruhigung des Hirns. Das Gehirn ist nur ein Teil des Körpers, wenn auch ein wichtiger. Ohne körperliche Verbindungen und Bewegungen gäbe es kein Gehirn. Die Schnittstelle zwischen Hirn und körperlicher Funktion ist das Stammhirn mit dem Atemzentrum, deshalb ist der ungehinderte harmonisch fließende Rhythmus in der Meditation von grundlegender Bedeutung. Aber auch ohne andere Hirne und Körper gäbe es kein einzelnes Hirn, das sich meditierend erkennen könnte. Die Aktivität von Nerven ist die Folge von Resonanz zu dem Raum und den Einflüssen, die den ruhenden oder handelnden Körper umgeben, insbesondere die Folge gelungener oder misslungener Kommunikation mit anderen Menschen.

In der Meditation werden auf dem Weg zu einer Harmonisierung verschiedener sich wechselseitig beeinflussender Wirkungsstufen verfolgt:

  • Ruhe, Betrachtung, Entspannung, Aufmerksamkeit
  • Atemfluss-und Körperwahrnehmung, Aufmerksamkeitslenkung
  • Zulassen der psychischen und körperlichen Phänomen wie sie sind (sich für sich selbst öffnen)
  • Versenkung (Veränderung der Wahrnehmung nach innen)
  • Öffnung (Veränderung der Wahrnehmung nach außen)
  • Harmonie von innen und außen

Meditationsmethoden variieren sehr stark und sind ggf. eingebettet in sehr unterschiedliche, sich manchmal auch überlappende Denksysteme:

  • Philosophie („Fragen stellen“)
  • Religion („Die richtige Antwort wissen“)
  • Körperbezogene Übungsformen

Im Osten des eurasischen Kontinentes beschäftigen sich Philosophen, Religionslehrer und Alltagspraktiker seit Jahrtausenden mit der menschlichen Psyche und mit Methoden, wie sie beruhigt werden können. Im Wesentlichen wurden dabei drei unterschiedliche Herangehensweisen entwickelt:

  • Konzentration auf einen großen Zusammenhang: auf Alles,etwas Durchdringendes oder auf Nichts
    • Chinesischer Begriff: Wuji, das Ungetrennte
    • Beispiel: Chan oder Zen, Monismus, Advaita Vedanta, Mystik
  • Konzentration auf die Harmonie ungestört harmonischer Handlung
    • Chinesischer Begriff: Taiji, der höchste Gipfel
    • Beispiele in unterschiedlich perfektionierten Kunst- und Bewegungsformen.
  • Konzentration auf die ideale Mischung von Innen- und Außenwelt
    • Chinesischer Begriff: Dao, das Nebelhafte
    • Beispiele: in unterschiedlichen Anleitungen zu harmonischem, widerstandarmem Alltagsleben
       
Angestrebte Wirkung      
  • Stärkere Sensibilität für innere Sinneswahrnehmungen (Spüren). Verstärkung der inneren Wahrnehmungsfähigkeit für beliebige Körperregionen
  • geistige und körperliche Entspannung über eine Distanzierung zur Bewertung von Sinneswahrnehmungen
  • Verblassen von Erinnerungsbildern und Zukunftsvisionen: stärkere Wahrnehmung einer fließenden Gegenwart
  • Stärkung der Wahrnehmungsfähigkeit für die Umwelt
  • Stärkung des Selbstvertrauens
  • Entspannung, Ruhe, Zufriedenheit
Wissenschaftliche Hinweise
Aussagekräftige Untersuchungen zu Meditation liegen im Rahmen der Hirnforschung vor. Bei Menschen, die intensiv meditieren, werden in Scannern Veränderungen bestimmter Nervengebiete des Hirns beobachtet. Zahlreiche Institute untersuchen die Zusammenhänge zwischen Meditationstechniken und Neurophysiologie.          
Beispiele:

Risiken und Gegenanzeigen          

  • Meditation sollte Selbstvertrauen stärken und zu einer zufriedeneren Lebenspraxis führen. Im Idealfall stabilisiert sich das Selbst, wenn seine unterschiedlichen Anteile harmonischer zusammenwirken können. Flexibilität, innerer Ruhe und Handlungsfähigkeit nehmen zu.
  • Achtung: Weil Meditation sehr wirksam sein kann, kann sie bei unsachgemäßer Anwendung gefährlich sein, z.B. wenn Meditationstechniken zu Abhängigkeiten von Personen oder Gruppen führen. Viele sektenähnliche Gruppierungen locken mit Meditiationstechniken und die Grenzen zu Suggestionsmethoden, Fremdbestimmung und kommerziellen Heilslehren verfließen leicht.
     

Qualitätskontrolle 
Es existieren keine verbindlichen Qualitätsstandards. Eine einheitliche Ausbildung ist nicht vorgegeben.

 



SH,MK, 03.02.2012




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