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Malaria 2010 Teil 1

Nach Angaben des Welt Malaria Programmes der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wurden zwischen 2006 bis 2008 über 140 Millionen Moskitonetze verteilt. Die WHO führte das über Jahrzehnte nicht empfohlene „In-door-Spraying“ wieder ein, mit Substanzen, die wie DDT, für die Umwelt giftig sind. Eine dritte Maßnahme der letzten Jahre war die Schaffung eines weltweiten Zugangs zu Kombinationsmedikamenten, die Artemesinin enthalten. Artemesinin ist ein Stoff, der als Pflanzenbestandteil seit 2.000 Jahren in China bei Wechselfieber eingesetzt wurde, und der mittlerweile industriell hergestellt werden kann.

Diese Maßnahmen hatten nach WHO-Einschätzung einen wesentlichen Anteil an dem Absinken der Infektionsraten in nahezu allen betroffenen Ländern, z.T. bis 50% wie in Eritrea, São Tomé & Principe, Ruanda, Sambia und Sansibar (Tansania).

Solche Erfolge könnten gefährdet sein durch jüngste Anzeichen von vereinzelten Resistenzen auch gegen Artemesinin. Dieses Problem könnte sich verschärfen, da Medikamente nach unsachgemäßer Lagerung unbrauchbar werden oder nicht selten auch gefälscht sind.

Die WHO empfiehlt angesichts der sinkenden Malariazahlen in jedem Fall vor einer Malaria-Behandlung eine Diagnostik durchzuführen. Jedes Fieber in Ländern mit Malariavorkommen ist weiterhin malariaverdächtig, aber häufig hat es andere Ursachen. In Thailand z.B. ist das Risiko anderer Infektionen (z.B. Dengue) gegenüber Malaria um ein Vielfaches höher. Unnötige Behandlungen, z.B. im Fall einer Virusinfektion, wären nicht nur mit Gesundheitsrisiken verbunden, die den Zustand des Patienten verschlechtern könnten. Sie erhöhten auch das Risiko von Resistenzentwicklungen, z.B., wenn ein anbehandelter Patient mit einem abklingenden Artemesininspiegel im Blut aufs Neue mit Malariaerregern infiziert würde. Die WHO wirbt deshalb um finanzielle Mittel, damit tatsächlich und weltweit bei Fieber eine klare Diagnose gestellt werden kann. Schnelltests sollen deshalb in großem Umfang zur Verfügung gestellt werden.

Der WHO ist klar, dass Malaria letztlich ein soziales Problem darstellt, das nur gemeinsam mit der Armut verschwinden kann. Zugang zu Bildung, öffentliche Hygienemaßnahmen, Frieden und allgemein wirtschsaftliche Entwicklung sind untrennbar mit einer erfolgreichen Malariabekämpfung verbunden. Die WHO stellt deshalb „Community ownership and district capacity” als einen künftigen besonderen Schwerpunkt des Weltmalariaprogramms heraus.

Quelle:



HEF, MG, 17.01.2012




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