Gesundheit auf Reisen
Gesund reisen
Wenn es um Reisekrankheiten geht, kennt sich kaum jemand besser aus als die Ärzte vom Hamburger Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin. Auf dieser Seite finden Sie das ständig aktualisierte Wissen der Experten: über Gesundheitsrisiken, deren Behandlung und Vorbeugung

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MRSA, Typ "USA300"

MRSA-Multi-Resistenter-Staphylococcus-Aureus

Grundlagen:
Staphylococcus aureus sind kugelförmige und unbewegliche Bakterien, die fast überall in der Natur vorkommen. Die Bakterien gehören zur Hautflora eines jeden Menschen und besiedeln die oberen Atemwege (Nase), Leistenregion, Rachen, im Dammbereich und sie kommen gelegentlich auch in Wunden, im Urin und Blut vor, ohne bei Gesunden Krankheitserscheinungen auszulösen.

Staphylokokken, die Resistenzen gegen Antibiotika der neusten Generation entwickelt haben werden MRSA (Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus oder auch Multi-Resistenter-Staphylococcus-Aureus) oder ORSA (Oxacillin-resistenter Staphylococcus aureus) genannt. Bakterien, die Resistenzen entwickelt haben können für die Betroffenen eine Gefahr darstellen, jedoch führt eine Besiedlung mit resistenten Bakterien nicht häufiger zu Infektionen als bei ihren antibiotikaempfindlichen Verwandten.

MRSA kommen in Einrichtung der stationären Pflege, wie in Krankenhäusern, Altenheimen und Sanatorien vor, da dort häufig Antibiotika verwendet werden und die Bakterien dann gegen diese resistent werden.
Ähnlich schwere Krankheitsverläufe finden sich immer wieder auch im Zusammenhang mit anderen multirestenten Erregern. So verstarb ein erst 20 jähriges Topmodel in Brasilien im Januar 2009  nach anfänglichen Symptomen eines Harnwegsinfektes an den Folgen einer ausgedehnten Infektion durch einen multiresistenten Stamm des Bakteriums Pseudomonas aeruginosa.

Besonders gefährdete Personen sind:

  • Personen mit einem geschwächten Immunsystem
  • Mehrfach hospitalisierten Patienten unter Langzeittherapie mit Antibiotika
  • Patienten auf der Intensivstation
  • Personen mit Hauterkrankungen (Ulcus cruris "offenes Bein", Dekubitus, chronischen Hautverletzungen)
  • Personen mit intravasalen Kathetern (ZVK, Arterie, Dialyse-Shunt)
  • Wunddrainagen und Wundflächen (postoperativ, Verbrennungen)
  • Gesunde Menschen werden nur selten mit MRSA besiedelt.

Symptome:

  • Pickel
  • Geschwüre und Furunkel
  • Lungenentzündungen
  • Hirnhautentzündung
  • Entzündung des Herzens
  • „Toxisches-Schock-Syndrom“ (Kreislaufversagen)
  • Sepsis (generelle Verbreitung der Bakterien im Körper)

Übertragung:
Die Weitergabe der Keime über die Hände ist der entscheidende Übertragungsweg. MRSA wird nicht durch die Luft auf andere Personen übertragen. Bei engen Kontakten ist jedoch eine Übertragung des Erregers über Tröpfchen möglich.

Maßnahmen:
Wird eine erkrankte oder besiedelte Person in einem Krankenhaus oder in einem Altersheim entdeckt, müssen besondere Hygienemaßnahmen eingehalten werden, um die Bakterien nicht zu anderen Personen weiter zu tragen:

  • Isolation der betroffenen Person. Der Patient darf das Zimmer nur in begrenztem Umfang und nur nach Rücksprache mit dem medizinischen Personal verlassen. Gemeinschaftsräume sind zu meiden.
  • Sorgfältige Handhygiene vom Pflegepersonal und Ärzten: Händedesinfektion nach jedem Patientenkontakt und nach Ablegen von Handschuhen und Kittel. Der Erreger wird oft vom Pflegepersonal und Ärzten verbreitet.
  • Besucher sollten vorher mit dem mediz inischen Personal Rücksprache halten und bei Verlassen des Patientenzimmers immer ihre Hände desinfizieren.
  • Nach der Therapie in bestimmten Abständen Abstriche von Rachen, Nasen, von der Leiste, vom Damm und ggf. auch von anderen Körperstellen entnehmen, um zu überprüfen, ob der MRSA noch vorhanden ist.


Empfehlung für Patienten auf der Reise oder in Deutschland: Nach dem Kontakt mit Ärzten, Patienten oder dem Pflegepersonal: Hände waschen!

Links (incl. Hinweise zum Vorgehen bei Besiedelung)




MG, 17.02.2012




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