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Gesundheit auf Reisen
Gesund reisen
Wenn es um Reisekrankheiten geht, kennt sich kaum jemand besser aus als die Ärzte vom Hamburger Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin. Auf dieser Seite finden Sie das ständig aktualisierte Wissen der Experten: über Gesundheitsrisiken, deren Behandlung und Vorbeugung

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Krim-Kongo Hämorrhagisches Fieber

Krim-Kongo Hämorrhagisches Fieber

Erreger:

Bunyavirus (Nairovirus) (RNA)

Verbreitung:
Asien, Afrika, Südost-Europa, Mittlerer Osten
 
Infektionsweg:
Das Virus wird hauptsächlich durch Hyalomma-Zecken übertragen, die gleichzeitig ein wichtiges Erregerreservoir darstellen (diese Zecken kommen ausschließlich in wärmeren Regionen südlich des Balkans vor). Der Erreger kann lebenslang in der Hyalomma-Zecke persistieren und wird transovariell auf ihre Nachkommen übertragen.
Domestizierte Tiere, wie Kühe, Schafe, Ziegen und Kamele, stellen ebenfalls ein bedeutendes Reservoir dar. Auch Vögel spielen eine Rolle bei der Verbreitung des Erregers. Eine Übertragung der Viren kann auch bei Kontakt mit infektiösem tierischen Blut (Inhalation von infiziertem Blut z.B. beim Schächten von Tieren möglich) und Muskelfleisch erfolgen. Auch in der Milch infizierter Tiere wird der Erreger gefunden. Nosokomiale Infektionen werden relativ häufig beschrieben.
 
Inkubationszeit:
2-5 Tage (bei Übertragung durch Zecken) 5-9 Tage (bei nosokomialen Infektionen)

Krankheitserscheinungen (Symptomatik)
Meist verläuft die Infektion asymptomatisch oder nur begleitet von geringen Krankheitserscheinungen. Auch Personen ohne Symptome können die Infektion weitergeben, zum Beispiel im Gesundheitswesen.
 
Ein bis zehn (maximal dreizehn) Tage nach Stich einer infizierten Zecke (Inkubationszeit) setzen die Symptome häufig plötzlich ein: Fieber, relativ verlangsamter Herzschlag, Schüttelfrost, Reizbarkeit, starke Augen-, Kopf-, Muskel- und Gliederschmerzen und ausgeprägtes Krankheitsgefühl.
 
Die Patienten erscheinen oft verwirrt, aggressiv und sind Stimmungsschwankungen unterworfen. Relativ früh entwickeln sich punktförmige Blutungen (Petechien) im Brust- und Bauchbereich, häufig begleitet von Oberbauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, allgemeinen Lymphknotenschwellungen und vergrößerter Leber (Hepatomegalie).
 
Ab dem dritten bis fünften Tag kann es zum Auftreten von Blutungen kommen. In leichten Fällen äußert sich das als Nasen- oder Zahnfleischblutungen, bei schweren Fällen können Blutungen aus allen Körperöffnungen auftreten (blutiger Durchfall, Blut im Urin, Bluthusten etc.). Eine Leberzellschädigung kann zum Leberversagen führen.
 
Die Erholungsphase dauert meist sehr lange. Die Sterblichkeit liegt nach Auswertung neuerer Infektionsfälle aus dem Iran, Russland und der Türkei bei zwei bis sechs Prozent (bei früheren Ausbrüchen in Entwicklungsländern mit beschränkten Versorgungsmöglichkeiten wurden Sterblichkeiten bis 40-50% beobachtet). Bei sehr schwer Erkrankten tritt der Tod meist in der zweiten Woche infolge von Multiorganversagen ein.

Diagnostik:
Virusnachweis aus Blut oder bluthaltigen Körpersekreten. Anzucht in Gewebekulturen,  Versand von Vollblut (ca. 4°C, Kühlkette muss gewährleistet sein). Cave: Das Virus ist bei einer Temperatur von ca. 4°C über 10 Tage stabil. Detektion von viraler RNA mittels PCR.  Ab dem 10. Tag Nachweis von spezifischen Antikörpern in der Immunfluoreszenz. Spezifisches IgM kann über mehrere Monate nachgewiesen werden.

Differentialdiagnose:
Andere viral bedingte hämorrhagische Fieber, Rickettsiosen.

Therapie:
Eine früh begonnene antivirale Therapie mit Ribavirin erscheint erfolgversprechend, aufgrund dessen ist ein rechtzeitiger Verdacht bzw. Diagnosestellung von großer Bedeutung. Intensivmedizinische Maßnahmen, um die Entwicklung einer Schocksymptomatik zu verhindern.

Prophylaxe, Immunität:
Vermeiden von engem Kontakt mit erkrankten Personen. Strikte Patientenisolierung, fachgerechte Entsorgung von kontaminiertem Patientenmaterial, um nosokomiale Infektionen zu vermeiden. Vermeiden von Kontakt mit Zecken (Kleidung, Repellents), Vorsicht beim Umgang mit potentiell infizierten Tieren. Totimpfstoffe mit formalininaktivierten Erregern existieren, haben aber bislang noch keine breite Anwendung gefunden.

Gesetzliche Regelungen:
Hämorrhagische, viral bedingte Fieber sind meldepflichtig bei Verdacht, Erkrankung und Tod.
 

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MG, 31.07.2013