Gesundheit auf Reisen
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Wenn es um Reisekrankheiten geht, kennt sich kaum jemand besser aus als die Ärzte vom Hamburger Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin. Auf dieser Seite finden Sie das ständig aktualisierte Wissen der Experten: über Gesundheitsrisiken, deren Behandlung und Vorbeugung

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Japanische Enzephalitis

Japanische Enzephalitis

Erkrankung:
Die Japanische Enzephalitis ist eine durch Mücken übertragene Virusinfektion. Sie ist in ländlichen Gebieten Süd- und Ostasiens, z.B. in China, Indien, Indonesien, Kambodscha, Laos, Myanmar (Burma), Nepal, Philippinen, Sri Lanka, Thailand, Vietnam, verbreitet.


Geographische Verteilung Japanenzephalitis (Quelle: CDC)

Die Infektion kann durch tag- und nachtaktive Mücken (Culiciden) übertragen werden; normalerweise sind weniger als 1-3% der Mücken infiziert. Reservoir für das Virus sind vor allem Schweine und Vögel. Die Flugstrecke der Insekten ist kurz.

Die ersten Krankheitszeichen (Fieber, Erbrechen und Kopfschmerzen) treten in der Regel nach einer Inkubationszeit von 5 – 15 Tagen auf. Besonders gefährdet sind Kleinkinder und alte Menschen. Die meisten Infektionen (99.5%) verlaufen ohne Symptome. Aber es kann auch zu einer schweren Infektion der Hirnhäute und des Gehirns kommen, die mit Lähmungen, Reflexstörungen und fortschreitender Bewusstseinseintrübung einhergeht. Etwa 10% der Erkrankten versterben und 80% behalten neurologische Dauerschäden.

In den Gebieten mit Vorkommen von Japanischer Enzephalitis erkranken etwa 50.000 Menschen pro Jahr. Touristen erkranken sehr selten; es handelt sich immer um Einzelfälle.

Wie kann sich der Reisende schützen?

Wichtig ist ein konsequenter Mückenschutz mit (kleinmassigen oder imprägnierten) Moskitonetzen, bedeckender Kleidung, Lotionen und Sprays zur Mückenabwehr (Repellentien).

Weiterhin steht eine aktive Schutzimpfung zur Verfügung. Allerdings ist der weltweit erprobte und zuverlässig wirksame Impfstoff in Deutschland nicht zugelassen. Die Impfung wird für länger dauernde Reisen (ab vier Wochen) während der Monate mit hohen Mückenpopulationen, d.h. während oder nach der Monsun- oder Regenzeit empfohlen, besonders wenn Aufenthalte in ländlichen Gebieten (Reisfelder, Schweinezucht!) geplant sind. In vielen Gebieten Asiens gibt es auch in städtischer Umgebung günstige Bedingungen für die Virus-Übertragung. Das Risiko für Kurzzeit-Reisende sowie bei Aufenthalten in den Städten ist bei gutem Mückenschutz sehr gering.

Impfung:
Bei der Impfung handelt es sich um einen in Japan produzierten, aktiven Totimpfstoff. Um einen zuverlässigen Impfschutz zu erreichen, ist eine dreimalige Impfung innerhalb von 2 – 4 Wochen erforderlich. Bei der Grundimmunisierung wird je 1 Dosis an den Tagen 0, 7, 30 oder 0, 7,14 (Schnellimpfung) gegeben. Zehn Tage nach der 3. Dosis besteht Impfschutz für mindestens ein Jahr. Bei anhaltendem Risiko ist eine Dosis zur Auffrischung alle 2 Jahre nötig. Allerdings ist der weltweit erprobte und zuverlässig wirksame Impfstoff in Deutschland nicht zugelassen; der Impfling muss darüber aufgeklärt werden (siehe Rückseite). Kinder im Alter von 1 – 3 Jahren (wenn tatsächlich erforderlich) erhalten die halbe Dosis.

Nebenwirkungen und Vorsichtsmassnahmen

Bei 10 – 30% der Geimpften werden unerwünschte Wirkungen beobachtet. Meist handelt es sich dabei um leichte lokale Reaktionen. Auch Allgemeinsymptome wie Kopfschmerzen, Fieber und allergische Reaktionen (bei ca. 6 von 1.000 Impfungen) werden beobachtet. Die meisten Überempfindlichkeitsreaktionen treten oft verspätet nach 1 bis 3 Tagen auf. Aus diesem Grund sollten zwischen letzter Impfung und Abreisetermin einige Tage Abstand liegen (empfehlenswert sind 10 Tage).

Hinweis:

  • Informieren Sie bitte den Impfarzt über alle bei Ihnen bekannten Allergien, insbesondere Wespen- und Bienenstichallergien.
  • Nach Impfung sollten Sie für 30 Minuten im Wartezimmer sitzen bleiben und alle allergischen Erscheinungen sofort melden. Falls diese später auftreten, ist sofort ein Arzt zu rufen und er muss über die Impfung informiert werden.


RMZ, 28.01.2010

Japanische-Enzephalitis

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RMZ, 23.03.2012




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