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Wenn es um Reisekrankheiten geht, kennt sich kaum jemand besser aus als die Ärzte vom Hamburger Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin. Auf dieser Seite finden Sie das ständig aktualisierte Wissen der Experten: über Gesundheitsrisiken, deren Behandlung und Vorbeugung

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Insekten: Überträger von Infektionen

Viren und Insekten

Reale Viren sind Computerviren sehr ähnlich: Sie bestehen aus Informationssträngen in einer schützenden Hülle. Diese kristallartigen Strukturen sind alleine nicht lebens- und fortpflanzungsfähig, sondern sie zwingen ihren "Gastgeber" (eine Körperzelle, ein Bakterium oder einen Computer) zur Herstellung neuer Informationsstränge, Hüllen und zum Weiterversand.

Die meisten Viren vermehren sich nur in einem bestimmten Wirt, in einer menschliche Zelle (oder Microsoft-PC) und werden nur innerhalb der Zielgruppe weitergetragen. Dabei sind die Wege der Übertragung vielfältig, z.B. durch Tröpfchen, Staub, Blut, sexuelle Kontakte u.a.

Aedesmücke 


Zahlreiche Viren werden durch Insekten und Zecken (sogenannten Arthropoden) von Tieren auf den Menschen übertragen. Sie heißen daher "arthropod-born" oder Arbo-Viren. Diese Gruppe umfasst ca. 500 Viren, von denen nur ca. 70 eine ernsthafte Erkrankung beim Menschen hervorrufen können. Arbo-Viren kommen weltweit vor. Sie sind allerdings in warmen Ländern verbreiteter. In unseren Breiten von Bedeutung ist die durch Zecken übertragene FSME (Frühsommermeningoencephalitis), die eine Hirnentzündung verursacht. Die bekanntesten tropischen Arbo-Virus-Erkrankungen sind das Gelbfieber und das Denguefieber. Beide Virenarten werden durch die gleiche tag- und nachtaktive Mücke übertragen (Aedes aegypti oder albopictus).

Von Bedeutung sind ebenfalls die Japanische Encephalitis, eine Hirnentzündung in Reisanbaugebieten Südostasiens, und das ursprünglich nur im Mittelmeerraum beheimatete West-Nile-Fieber, das sich in den letzten Jahren auch fast über die gesamten USA verbreitet hat.

In den meisten Fällen ist der Mensch ein Fehlwirt des Virus, das sich eher in Tieren vermehrt. Menschen geben das Virus weder direkt und nur selten indirekt (durch die insekten oder Zecken) weiter, so dass es i.d.R. zu keinen großflächigen Epidemien kommt.

Für die meisten Reisenden sind die Risken für die Arbo-Virus-Erkrankungen relativ gering und bei vorsichtigem Verhalten auch vermeidbar.

Die Krankheitserscheinungen sind von Virus zu Virus sehr unterschiedlich. Am häufigsten verlaufen die Infektionen unbemerkt oder nur mit grippeähnlichen Symptomen, eventuell Hautausschlägen. Schwere Verlaufsformen einzelner Erkrankungen kommen vor, oft bei Kindern der einheimischen Bevölkerung (z.B. beim Denguefieber). Nur gegen Gelbfieber und FSME besteht die Möglichkeit einer Impfung.

Der Schutz vor Insekten- bzw. Zeckenstichen ist auf Reisen unverzichtbar.

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RMZ, 10.04.2012




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