![]()
Insektenschutz
Allgemeiner Insektenschutz
Stechende Insekten können in den Tropen und Subtropen unangenehme Hautreaktionen hervorrufen, aber auch Krankheiten übertragen (z.B. Malaria, Dengue-Fieber, Haut- und Wurmkrankheiten). Darum sollte dem konsequenten Mückenschutz sorgfältige Beachtung geschenkt werden. Motto: Je weniger Stiche, desto besser.
Mücken werden durch den CO2-Gehalt in der Atemluft, durch menschlichen Schweiß und Geruchsstoffe, die durch Hautbakterien produziert werden, angezogen. Diese Signalstoffe locken die Plagegeister über längere Distanzen an ebenso wie die vermehrte Körperwärme nach Bewegungsaktivität. Eine regelmäßige Körperpflege und das Abduschen ohne Seife ist in warmen Ländern besonders wichtig.
Helle Kleidung hält Insekten ab, die in der Dämmerung und nachts aktiv sind. Ein zusätzlich auf die Kleidung gesprühtes Insektenabwehrmittel kann den Schutzeffekt erhöhen. Die Kleidung sollte möglichst locker den ganzen Körper inklusive der Arme und Beine bedecken. In hohem Gras beugen lange Hosen, insbesondere, wenn sie in die Socken eingeschlagen wurden, und Stiefel Zeckenstichen vor.
Bei Aufenthalt im Freien sollten Insektenabwehrmittel auf die Haut aufgetragen werden. Eine nachgewiesene Effektivität besteht bei den Wirkstoffen DEET und Icaridin. DEET wird seit 1953 angewandt und ist nach wie vor am besten wirksam. Es ist jedoch neurotoxisch (Baldwin, BMC Biology, 2009) und darf daher nicht bei Kindern, bei Schwangeren und auch nicht großflächig angewandt werden. Zu Icaridin liegen entsprechende Untersuchungen nicht vor. Pflanzliche Öle (Kokos-, Eukalyptus- oder Zedernöl) können ebenfalls wirksam sein, allerdings meist kürzer. Das Präparat Zanzarin war bei Tests der Universität Basel relativ wirksam. Vor Anwendung bei Kleinkindern ist die Verträglichkeit zu prüfen, ebenso Altersbeschränkungen bei den verschiedenen Präparaten (bitte Packungsbeilage beachten!). Starkes Schwitzen, Abrieb oder Baden können die Wirkdauer verkürzen. Es gibt weiterhin eine Vielzahl effektiver Mückenabwehrmittel auf Basis pflanzlicher Öle oder mit synthetischen Wirkstoffen, deren Wirkdauer meist kürzer ist als die der genannten Inhaltsstoffe.
In Skandinavien oder auch in Südafrika können ggf. lokale Produkte von den Gesundheitsbehörden empfohlen werden. Bitte beachten Sie immer die Anwendungshinweise und Einschränkungen, wenn Kleinkinder und Schwangere geschützt werden sollen.
Die Wirkung von Hochfrequenzpiepsern und von Vitamin B-Präparaten zur Mückenabwehr wurde nicht belegt.
Imprägnierte Moskitonetze sind der beste und effektivste Schutz vor nächtlichen Blutsaugern. Kontrollieren Sie vor dem Schlafengehen, ob sich Insekten im Inneren des Netzes aufhalten oder das Moskitonetz beschädigt ist. Es ist wichtig, dass das Moskitonetz unter die Matratze eingeschlagen wird. Moskitonetze müssen sorgfältig gepflegt und Löcher unverzüglich repariert werden. Zum Imprägnieren des Netzes werden Insektizide (Pyrethroide, z.B. Permethrin) verwendet; dieser Schutz hält je nach Netz etwa sechs Monate bis fünf Jahre.
Insektenschutz und Unterbringung
Insekten brüten auf dem Land und in der Stadt häufig an unhygienischen Stellen wie stehenden Abwässern, Tümpeln, Pfützen und kleinsten Wasseransammlungen im Müll. Orte mit starkem Insektenbefall können Sie meiden, z.B. durch kritische Auswahl des Hotels oder Restaurants. Meist sind in Städten besonders belastete Stadtteile bekannt und können bei Einheimischen erfragt werden. In Hotels können Sie Zimmer in den oberen Stockwerken, mit Moskitonetz, Klimaanlage oder Räume mit Moskitogittern vor den Fenstern buchen.
Räucherspiralen enthalten Insektenabwehrmittel (wie Pyrethrum) und können in den meisten tropischen Ländern preiswert erworben werden. Sie können allerdings Reste organischer Lösungsmittel enthalten, die Atemwegsreizungen verursachen. Daher sollten sie nicht in Schlaf- und Kinderzimmern angewandt werden.
Elektrische Pyrethroid-Verdampfer erfordern Strom, sind aber effektiver als Räucherspiralen. Insektensprays (die ebenfalls Pyrethroide enthalten) dienen dazu, Moskitos zu töten, die tagsüber in den Raum gelangt sind oder im Inneren des Moskitonetzes sitzen. Vermeiden Sie jedoch die intensive Nutzung der Insektizide in geschlossenen Räumen, und geben Sie dem mechanischen Schutz den Vorzug. Gegen einige Mückenarten, die tagsüber im Haus rasten (im Dunkeln z.B. unter Möbeln), kann das gelegentliche Versprühen von Insektenmitteln hilfreich sein. Falls Moskitogaze vor den Fenstern angebracht ist, kontrollieren Sie, ob diese intakt ist. Kleinere Reparaturen können Sie selbst vornehmen (Watte, Baumwollfetzen). Die Fenster sollten bei Einbruch der Dunkelheit geschlossen werden. Bei längerem Aufenthalt unter sehr einfachen Bedingungen können Sie die Bettpfosten in leere Konservendosen stellen und diese mit etwas Öl anfüllen - dann bleiben Sie nachts von Ameisen und Kakerlaken verschont.
Die Nutzung von Klimaanlagen (Aircondition) in geschlossenen Räumen verhindert ebenfalls das Eindringen von Stechmücken, birgt aber die Gefahr von Atemwegsirritationen und muskulären Beschwerden im Nacken und Halsbereich.
Tipps zur Anwendung von Moskitonetzen
Ein Moskitonetz ist das bewährt klassische zum Schutz vor Insekten. Es hat auch eine beruhigen-schlaffördernde Auswirkung: das Gesumme einer einzelnen Mücke könnte sonst ohne Netz die Nachtruhe erheblich stören. Bei der praktischen Anwendung von Moskitonetzen kommt es oft zu folgenden Problemen:
Die meisten dieser Probleme lassen sich bereits im Vorfeld der Reise, nämlich beim Einkauf, lösen. Ideal sind Moskitonetze mit einer Maschengröße von mindestens 1,2 mm x 1,2 mm. Bei der Verwendung von internationalen Produkten sollte auf eine Maschengröße von mindestens 180-200 mesh/square geachtet werden.
Hinsichtlich der Transportabilität und der geringeren Empfindlichkeit gegenüber Feuchtigkeit sind Netze aus Kunststoff oft denjenigen aus Baumwolle vorzuziehen. Auf die Reise kann eine Schnur oder Wäscheleine mitgenommen werden. Dies erlaubt eine Befestigung des Netzes in der Unterkunft auch wenn keine Aufhängevorrichtung im Schlafzimmer existiert. Die Schnur sollte mindestens vier Meter lang sein und wird quer durch den Raum hängend befestigt, zum Beispiel an Fenstergriffen, Tür-Ecken etc.
Am geeignetsten sind solche Netze, deren "Dach" in etwa der Grundfläche des Bettes entsprechen, so dass die Netz-"Wände" frei und gerade herunterfallen können und man im Schlaf nicht damit in Berührung kommt (bei kleinem “Dach” entstehen schräge "Wände", die häufig an Kopf oder Füße stoßen). Zudem sollten die unteren Ränder des Netzes unter die Matratze gestopft werden, um offene Falten zu verhindern.
“Erste Hilfe“ bei Stichen:
Mitgebrachte Krabbeltiere
Trotz aller Vorsicht kann es sein, dass in der Kleidung, in Koffern oder auf der Haut unliebsame Kleintierchen mitreisen. Koffer sollten daher nicht gerade auf dem Wohnzimmerteppich geöffnet werden. Spinnen, Ameisen oder Wanzen werden rasch beseitigt, wenn der Koffer im Bad geöffnet, die Wäsche heiß gewaschen, der Koffer anschließend über der Badewanne ausgeschüttelt oder ggf. mit Seifenwasser ausgespült wird. Eine Desinfektion ist dann meist nicht erforderlich. Für die seltenen Ereignisse, bei denen sich Ameisen o.ä. als zäh erweisen, reichen zur Desinfektion meist so genannte Pyrethroide aus.
Links: