Gesundheit auf Reisen
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Wenn es um Reisekrankheiten geht, kennt sich kaum jemand besser aus als die Ärzte vom Hamburger Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin. Auf dieser Seite finden Sie das ständig aktualisierte Wissen der Experten: über Gesundheitsrisiken, deren Behandlung und Vorbeugung

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Influenza: Grippe, Impfung, Reisen

Grippe-Impfung und Reisen

Reisenden werden gelegentlich Grippeimpfungen empfohlen.

Die Impfung sorgt in der Regel für einen hohen schützenden Antikörpertiter bei Personen mit einem intakten Immunsystem. Influenzaviren machen allerdings nur 10-20% der Viren aus, die während einer "Grippesaison" Krankheitserscheinungen auslösen, und an "Grippe" erkranken meist Personen mit eingeschränkter Immunabwehr. Diese werden durch die Impfung nur unzureichend geschützt. In Deutschland wird die Impfung Personen empfohlen, die älter sind als 60 Jahre oder erhöhte Risiken bei einer Erkrankung aufweisen. Besteht bei Reisen ein zusätzlicher Grund sich impfen zu lassen?

Besonderheiten für Reisende

Während die Grippewellen in Europa und anderen Zonen mit gemäßigtem Klima auf der Nord- und Südhalbkugel überwiegend in den Wintermonaten auftreten, zirkulieren die Influenzaviren in tropischen Gebieten mit hoher Luftfeuchtigkeit ganzjährig. In den gemäßigten Breiten der Südhalbkugel findet sich die Grippesaison zeitversetzt zwischen April und September.

Erhöhte Risiken für Reisende können bestehen bei

  • Zusammenkünften auf sehr engem Raum Gruppenreisen, Kreuzfahrten, Discobesuchen etc.
  • riskantem Umgang mit Nahrungsmitteln (Sangria mit strohalmen aus aus Eimern trinken, Flaschen herumreichen etc.)

Wirksamkeit der Grippe-Impfstoffe weltweit

Die Grippeimpfung ist bei gesunden Personen mäßig wirksam.

Ihre Wirkung ist bei Menschen mit chronischen Krankheiten oder hohem Alter weniger ausgeprägt.

  • Auswertung verfügbarer Studien 2010: "... Wir schließen, dass mit Influenza Impfungen ein moderater Effekt verbunden ist, Influenza-Symptome zu vermindern und Arbeitszeit einzusparen. Es besteht keine Evidenz, dass sie sich auf Komplikationen auswirken, wie Lungenentzündung, oder auf die Übertragung des Virus."

Auf der Nord- und Südhalbkugel der Erde können unterschiedliche Influenzavirus-Typen zirkulieren. Die Weltgesundheitsorganisation macht zweimal im Jahr einen Vorschlag für die aktuelle Zusammensetzung des Grippeimpfstoffs, im Februar für den nächsten Winter in der Nordhalbkugel und im September für die kommende Saison in der Südhalbkugel. Um den Impfstoff herzustellen werden dann bis zu sechs Monate benötigt. Der in Europa verfügbare Impfstoff entspricht dem auf der südlichen Erdhälfte zirkulierendem Virus nicht (vollständig) und kann daher in seiner Wirksamkeit vermindert sein.

Fazit

Es liegen nicht genügend Daten vor, die eine allgemeine Grippeimpfempfehlung für alle Reisenden rechtfertigen würden. Eine generelle Wiederimpfung von Reisenden auf der Südhalbkugel, die in den vorangegangenen Wintermonaten der Nordhalbkugel eine Influenza-Impfung erhalten haben, wird nicht empfohlen, da keine ausreichenden Daten zur Wirksamkeit vorliegen.

Wenn der Virusstamm am Zielort nicht im vorhandenen Impfstoff enthalten ist, kann geprüft werden, ob eine Impfung unter sicheren Bedingungen am Reiseziel möglich ist. Im Ausland wird mitunter ein Influenzalebendimpfstoff verwendet, der über die Nase eingebracht wird. Dieser spezielle Impfstoff darf jedoch nicht bei Personen mit eingeschränkter Immunabwehr verwendet werden.

Weitere Informationen

Empfehlungen für Deutschland  (Robert Koch Institut)

 Für Deutschland zugelassene Impfstoffe (Paul Ehrlich Institut)

Meldezahlen in Europa (ECDC)

Infektion

Impfung

Immunssystem

 

 



MG/HEF, 27.08.2011




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