Gesundheit auf Reisen
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Wenn es um Reisekrankheiten geht, kennt sich kaum jemand besser aus als die Ärzte vom Hamburger Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin. Auf dieser Seite finden Sie das ständig aktualisierte Wissen der Experten: über Gesundheitsrisiken, deren Behandlung und Vorbeugung

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Immunabwehr

Ob es bei einem Kontakt mit einem Erreger zu einer Infektion kommt, ob im Falle einer Infektion sich eine Erkrankung entwickeln kann und schließlich, wie diese dann verläuft, hängt u.a. vom Zustand und der Flexibilität der jeweils individuellen Immunabwehr ab:

Wie funktioniert das Immunsystem?

Wovon hängt die Leistungskraft des Immunsystems ab?

  • Alter
    • Säuglinge haben ihre Immunsystem noch nicht vollständig aufgebaut
    • bei älteren Menschen nimmt die Leistungsfähigkeit des Immunsystems langsam ab
  • Allergie
    • "falscher Alarm" durch winzige Partikel, die - an Zellen angelagert - von einer fehlgeleiteten Abwehr als fremd bekämpft werden, obwohl von ihnen eigentlich keine Gefahr ausgeht
    • auch auf echte Infektionserreger kann "überschießend" geantwortet werden
  • Chronische Erkrankungen
    • Krebs und viele Stoffwechselerkrankungen wie u.a. Diabetes können das Immunsystem schwächen



Bildquelle: www.lifedynamix.com

Was beeinträchtigt die Wirkung des Immunsystems?

  • Schadstoffe
    • viele chemische Produkte
    • insbesondere im Zigarettenrauch
  • Angst und Stress
    • beides signalisiert dem Körper, dass zur Zeit wichtigere Aufgaben zur Lebensrettung anstehen, als sich mit Infektionserregern herum zu ärgern
    • in Panik oder in Überlastungssituationen wird das Immunsystem einfach abgeschaltet
  • "Rhythmusstörungen"
    • Schlafmangel, Zeitzonenwechsel
    • körperliche oder geistige Überanstrengung
    • Bewegungsmangel

Was kann ich tun, um das Immunsystem zu stärken?

Vieles, was das Immunsystem ausbremst, kann vermieden werden:

  • Weniger Schadstoffe
    • z.B. weniger oder nicht rauchen
    • weniger chemische Konsumstoffe oder medizinische Präparate, die nicht nötig sind
  • Weniger Angst und Stress
    • z.B. das Selbst- oder Lebensmanagement überdenken

Anderes, was das Immunsystem zur Arbeit anregt, ist leicht zu haben:

  • Genuß- und gehaltvolleres Essen
  • Mehr Pausen und Schlaf
    • besseres Zeitmanagement
  •  Mehr entspannte Bewegung

Was bedeutet Fieber?

Fieber zeigt in der Regel an, dass sich der Körper mit einer Infektion auseinandersetzt und Ruhe benötigt.

Erst wenn die Ursachen eines Fiebers abgeklärt sind, sollten ggf. hochwirksame Medikamente eingesetzt werden. Eine zu schnelle Wirkstoffbehandlung ohne Not oder auf Verdacht birgt Risiken, die zu einer Verschlechterung führen können:

  • Wirkungslosigkeit eines Medikamentes gegen die tatsächlich bestehende Infektionsursache
  • Nebenwirkungen des Medikamentes
  • Entwicklung von Resistenzen durch Auswahl von Erregern, die mit diesem Medikament leben können
  • Verschleppung einer Diagnose bei u.a. genetischer, rheumatischer oder unklarer Ursache
    • Beispiel: Das Kawasaki-Syndrom kleiner Kinder, eine hochfieberhafte Erkrankung ohne bekannte Erregerursache, die bei 100 von 100.000 Kindern auftritt, bleibt nur dann sicher folgenlos, wenn es schnell und wirksam behandelt wird (mit anderen Medikamenten)

Bei Anwendung genauerer Diagnostik konnte in England die Verschreibung von Antibiotika bei Kindern deutlich vermindert werden, ohne dass bei den Betroffenen Nachteile auftraten. (Cals J, BMJ, 05.05.2009)

Werden Medikamente zur Anregung des Immunsystems empfohlen?

  • Nein, da ihre Wirksamkeit nicht belegt ist
  • Die Nebenwirkungen solcher Präparate sind meist nicht genau untersucht

 

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HEF, MG, 10.04.2012




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