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HIV und AIDS: weltweit (Stand: Dez. 2011)

HIV / AIDS: Weltweit (Stand: Dez. 2011)

Die Zahl der HIV-Infizierten wurde für Ende 2010 auf 34 Millionen geschätzt, 17% mehr als 2001.

Der Zugang zu einer Behandlung konnte verbessert werden, und damit stieg die Überlebenswahrscheinlichkeit der Betroffenen deutlich an. Gleichzeitig sank die Zahl der Neuinfektionen von 1997-2010 nur in 33 Ländern und insgesamt nur um 21%.

Da HIV nur durch sexuelle Kontakte, durch Nadeln und Blutprodukte übertragen wird, wäre es theoretisch möglich, eine große Zahl der Neuinfektionen durch effektive Präventionsanstrengungen zu verhindern.  

Diese Herausforderung ist besonders hoch für Afrika. Südlich der Sahara leben 70% der Menschen mit HIV-Infektionen, ein Großteil davon in Südafrika (5,6 Millionen Infizierte).

In Süd- und Südostasien ging die Zahl der Neuinfektionen zwar deutlich zurück, dafür stieg sie in Osteuropa und Zentralasien innerhalb von 10 Jahren um 250%. (1) Die dortige Entwicklung steht im Zusammenhang mit dem Konsum illegaler Drogen. Weltweit spritzen 16 Millionen Menschen Drogen und setzen sich damit hohen Infektionsrisiken aus. (2) Auch andere Suchformen, insbesondere Alkohol, führen zu riskantem Verhalten. Um die Zahl von HIV-Neuinfektionen wirksam zu senken, sind daher gesellschaftliche Veränderungen hinsichtlich des Suchtverhaltens nötig, wie Senkung des durchschnittlichen Konsums und der Zahl der Konsumenten. 

Bujumbura, Burundi (Jäger)

Als Hauptübertragungsweg von HIV Infektionen gelten sexuelle Kontakte. Präventionstrategien  zu sicherem Sexualverhalten (3) haben sich bewährt, insbesondere dann, wenn die Verminderung von HIV-Infektionsrisiken in einen Zusammenhang gelungener und beglückender Sexualität gestellt werden, die im Rahmen gleichberechtigter und wertschätzender Beziehungen meist auch sicher ist (Sexual Health).

Mit Unterstützung von WHO und UNAIDS werden seit wenigen Jahren in Afrika Programme finanziert, die die Übertragungsrisken für HIV durch Beschneidungen von Männern senken sollen. (4) Diese Praxis ist umstritten, da befürchtet wird, dass durch die medizinischen Eingriffe selbst HIV übertragen werden könnte (5). Eine Analyse der weltweiten Praxis chirurgischer Interventionen, weist deutlich auf deren Risiko in Ländern mit mangelhafter Qualitätskontrolle hin. (6) Der Eingriff in das Empfinden von Sexualität (nocir.org) wirft zudem komplexe ethische und kulturelle Fragen auf (7).

 

Grab Ank-Mahor at Saqqara, 6. Dynastie, ~2300 v.u.Z.

Das Risiko medizinischer Interventionen für die Übertragung HIV, Hepatitis C und anderer Infektionserreger wird im UNAIDS- Bericht zum Welt AIDS Tag (1) nicht thematisiert. Es ist in seinem Umfang nicht ausreichend untersucht, aber vermutlich in vielen Länder von erheblicher Bedeutung. (8, 9)

 

Kinshasa, DR Kongo (Jäger)

Quellen

1. UNAIDS, World AIDS Day, 2011

2. Lancet 2008: Global epidemiology of injecting drug use and HIV among people who inject drugs

3. BZgA: "mach's mit"

4. Male cirumcision, WHO,UNAIDS, 2011

5. J Pub Health Afrika

  • Vol 2, No 1 (2011): How the circumcision solution in Africa will increase HIV infections. Van Howe S., Storms M.
  • Vol 2, No 2 (2011): Exposé of fallacious claims ..., Morris B.J. et.al. 
  • Vol 2, No 2 (2011): Program evaluation as an important practical implication ..., Selemogo M.

6. Lancet 2008: An estimation of the global volume of surgery: a modelling strategy based on available data

  • "..2004 about one operation for every 25 human beings,...In developing countries, .. death rate of 5–10% for major surgery.. Mortality from general anaesthesia .. as high as one in 150 in parts of sub-Saharan Africa. Postoperative morbidity and mortality are probably far more common globally ...Therefore, our findings .. suggest that surgical safety has now emerged as a substantial global public-health concern."

7. J Med Ethics 2007: Male circumcision and HIV prevention: ethical, medical and public health tradeoffs in low-income countries

8. Infektionsrisiko durch Nadeln und Blutprodukte

9. WHO: SIGN-Alliance

Weitere Artikel:

 



HEF, SH, 28.02.2012




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