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Wenn es um Reisekrankheiten geht, kennt sich kaum jemand besser aus als die Ärzte vom Hamburger Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin. Auf dieser Seite finden Sie das ständig aktualisierte Wissen der Experten: über Gesundheitsrisiken, deren Behandlung und Vorbeugung

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Gift: Skorpione und Spinnen

Skorpione und Spinnen
 

Quelle: newton.corriere.it

Skorpione
Als Faustregel gilt: Je kleiner, desto gefährlicher sind sie.
In Europa gibt es lediglich in Ländern des Mittelmeerraumes, vor allem in Südfrankreich und Spanien, Skorpionarten, deren Stich zumindest schmerzhaft ist. Ein ernstes Gesundheitsrisiko durch Skorpione besteht in Mexiko, Brasilien, Tunesien, Algerien, Marokko, Libyen.
Symptome:

  • Lokal: schmerzhaft bis Taubheitsgefühle, Rötung, evtl. Bläschenbildung.
  • Allgemein: Erbrechen, Schweißausbruch, Kurzatmigkeit, Kreislaufprobleme bis hin zum Lungenödem.

Behandlung: symptomatisch durch einen Arzt.

Spinnen
Für sie gilt es eher umgekehrt: Je größer sie sind, desto stärker ausgeprägt sind die Beißwerkzeuge, mit denen sie die menschliche Haut durchdringen können. In Europa gibt es nur zwei Spinnenarten, die für den Menschen unangenehm bis gefährlich sein können. Die Feuchtgebiete liebende Dornfingerspinne, der man sehr selten begegnet, und die Schwarze Witwe.

         
    Dornfingerspinne                                                                            Schwarze Witwe      (Bilder von Andreas Krüger)

Verbreitung:

  • Dornfingerspinne: weltweit, auch in Deutschland, im Mittelmeerraum, USA und Japan.
  • Schwarze Witwe: weltweit bis auf Mitteleuropa und Ostasien.

Symptome: Der Biss der Dornfingerspinne brennt stark und die Wunde schwillt wie nach einem Wespenstich an. Danach können Schüttelfrost und Kopfschmerzen auftreten und an der Bissstelle können sich kleine Hautnekrosen bilden. Eine Behandlung ist nicht nötig.
Der Biss der Schwarzen Witwe ist dagegen schmerzlos und lokal kaum auszumachen. Wenig später kommt es aber zu sehr starken, den ganzen Körper umfassenden Schmerzen, zu Muskelkrämpfen, Erbrechen, sowie Schwellungen der Augenlider. Nach ca. 24 Stunden lassen die Symptome nach. Wegen der starken Schmerzen sollte nach einem Biss der Schwarzen Witwe bei Kindern und älteren Menschen ein Antiserum verabreicht werden.

Die von vielen Menschen gefürchtete Kreuzspinne ist harmlos.

Außerhalb Europas gibt es einige sehr gefürchtete Spinnen. Dazu gehören aber nicht die bekannte Tarantel (Wolfspinne) oder die Vogelspinne. Ihre Bisse mögen schmerzhaft sein, sind aber für den Menschen nicht gefährlicher als ein Wespenstich. Die Haare der Vogelspinnen, die sie abstreift, können allerdings Allergien hervorrufen.

Vogelspinne, Quelle: news.bbc.co.uk

Die im südlichen Teil Südamerikas verbreitete Bananenspinne verursacht mit ihrem Biss starke Schmerzen, die mit Analgetika gelindert werden sollten.

Bananenspinne. Quelle: Danne Rydgen

Sehr gefährlich kann der Biss einer in Australien, dort insbesondere in Sydney, und in Tasmanien lebenden Trichternetzspinne sein. Dem schmerzhaften Biss folgen Muskelzuckungen, Bewusstseinstrübungen, Erbrechen und evtl. auch Koma. Vor allem Kinder sollten schnellstmöglich ein Antiserum durch eine spezialisierte Institution verabreicht bekommen (nur unter ärztlicher Aufsicht).

Trichternetzspinne. Quelle: afpmb.org


Auch Hundertfüßlern sollten Sie mit Vorsicht begegnen, da es unter Ihnen giftige Arten gibt, deren Biss brennende Schmerzen und Entzündungen verursachen kann.

Quelle: commons.wikimedia.org


Quelle:

  • Dietrich Mebs, "Gifttiere". Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH 2000

 



RMZ, 04.02.2009




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