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Gelbfieberimpfung
Gelbfieber-Impfung
Slum in Brasilien, Bildquelle: M.Fischer (BW)
Risiko der Erkrankung
Gelbfieber ist eine Viruserkrankung, die in bewaldeten, ländlichen Regionen und angrenzenden Siedlungen zahlreicher Länder des tropischen Afrikas und Südamerikas beheimatet ist. Die amerikanische Gesundheitsbehörde ((CDC) schätzt das Erkrankungsrisikos bei einem zweiwöchigem Aufenthalt in Endemiegebieten Westafrikas auf 50 pro 100.000. Für entsprechende Reisen in endemische Gebiete im tropischen Südamerika wird das Erkrankungsrisiko auf 5 pro 100.000 veranschlagt.
Art der Impfung
Lebendimpfstoff. Es werden einmalig mindestens zehn Tage vor der Reise abgeschwächte, aber vermehrungsfähige Gelbfieber-Impfviren in den Oberarm gespritzt.
Impfempfehlung
Die Impfung wird nur nach sorgfältiger Abwägung von Nutzen und Risiko für Reisende in endemische Gelbfiebergebiete empfohlen. Ein Impfnachweis kann auch in Ländern ohne Gelbfiebervorkommen verlangt werden, wenn die Einreise aus einem Gelbfieber endemischen Land erfolgt. Wenn Gegenanzeigen bestehen, die Resie aber nicht vermeidbar ist kann das von einem Arzt bescheinigt werden, als so genanntes Exemption certificate.
Impfschutz
Zehn Tage nach der erstmaligen Impfung besteht ein Schutz für mindestens zehn Jahre, möglicherweise deutlich länger.
Impfabstände
Zu anderen Lebendimpfungen ist ein Abstand von mindestens vier Wochen erforderlich, wenn sie nicht zeitgleich am selben Tag verabreicht werden. Zu Totimpfstoffen ist kein Abstand erforderlich. Der Abstand zu Immunglobulingabe oder Bluttransfusion muss 90-120 Tage betragen.
Alter
Die Risiken einer Gelbfieber-Impfung scheinen altersabhängig zu sein, leichte und auch schwerere Nebenwirkungen treten bei einem Alter über 60 Jahre häufiger auf. Bei kleinen Kindern, insbesondere vor dem neunten Lebensmonat, ist das Risiko schwerer Nebenwirkungen (Hirnentzündung) erhöht.
Impfreaktionen und schwere Nebenwirkungen
Die Impfung wird von Gesunden im Allgemeinen gut vertragen. Bei Geimpften kann es an der Einstichstelle zu einer leichten Rötung kommen, außerdem werden bei etwa fünf bis zehn Prozent der Geimpften nach zwei bis acht Tagen während der Virusvermehrung im Körper grippeähnliche Symptome, z.B. Abgeschlagenheit, leichte Temperaturerhöhungen, Kopf- oder Gliederschmerzen beobachtet. Bei mehreren Millionen Geimpften weltweit wurden seit 1996 Fälle von schwer und auch tödlich verlaufenden Erkrankungen mit vielfachen Organschäden oder schwere neurologische Verlaufsformen in zeitlichem und ursächlichem Zusammenhang mit einer Gelbfieberimpfung beobachtet.
Gegenanzeigen:
Nicht geimpft werden sollte bei Personen mit akuten Erkrankungen. Ebenfalls kontraindiziert ist die Impfung bei
- Schwangerschaft
- Frauen, die stillen
- Kinder im Alter von neun bis zwölf Monaten sollten nur in seltenen Ausnahmefällen geimpft werden, wenn ein Gelbfieberrisiko tatsächlich (!) bestehen könnte: z.B. bei nicht aufschiebbarer Ausreise in eine ländliche Region Westafrikas.
- Personen mit eingeschränkter Immunantwort, z.B. AIDS-Patienten mit < 200 CD4-Zellen pro Mikroliter
- Leukämie oder Erkrankungen der Lymphdrüsen
- Erkrankungen der Thymusdrüse oder Zustand nach deren Entfernung (z.B. nach Herz-OP im Kindesalter)
- Generalisierte Krebserkrankungen oder Personen, bei denen durch Medikamente oder Bestrahlung das Immunsystem beeinträchtigt ist, z.B. nach Transplantation oder bei Kortisonbehandlung
- Personen mit einer Hühnereiweiß-Allergie
Bis zu zwei Wochen nach der Impfung kann es gelegentlich zu einer Verminderung der Blutplättchen (Thrombozyten) mit Blutungsneigung kommen; Patienten mit einer Blutungsneigung sollten daher nur nach strenger Risikoabwägung geimpft werden. Bei chronischen neurologischen Erkrankungen, bei schweren Vorkrankheiten und bei einem Alter über 60 Jahre sind Nutzen und Risiko der Impfung besonders sorgfältig abzuwäge
Verhalten nach der Impfung:
- Für eine Woche keine intensiven Sonnenbäder (auch Solarium)
- Keine außergewöhnlichen körperlichen Anstrengungen
- Verzicht auf Alkohol!
- Keine Blutspende innerhalb von vier Wochen nach Impfung
Alle Krankheitserscheinungen, die über das Maß einer lokalen Impfreaktion oder milder grippeähnlicher Symptome hinausgehen, sollten einem Arzt gemeldet werden.
Weitere Informationen
- Gelbfieber
- GF-Impfung
HEF, 15.08.2012