Gesundheit auf Reisen
Gesund reisen
Wenn es um Reisekrankheiten geht, kennt sich kaum jemand besser aus als die Ärzte vom Hamburger Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin. Auf dieser Seite finden Sie das ständig aktualisierte Wissen der Experten: über Gesundheitsrisiken, deren Behandlung und Vorbeugung

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Erkrankt: Lärm

Lärm in fremden Ländern

In den Mega-Städten Asiens und Südamerikas wird der „normale“ Straßenlärm zu einem Stressfaktor.



Quelle: www.city.vancouver.bc.ca


Ständiger Lärm und Hektik auf den Straßen können dazu beitragen, dass sich bestehender Stress nicht lösen kann (sog. "Strain", Dauerüberlastung). Die Folge können dauerhafte körperliche oder psychische Schäden sein. Angststörungen und andere psychische Probleme finden sich u.a. auch bei Reisenden in Großstädten nicht selten. Durch die explosionsartig ansteigende Verkehrsdichte in den Entwicklungs- und Schwellenländern nimmt neben dem Unfallrisiko für die Bevölkerung auch die allgegenwärtige Lärmbelastung zu. Oft kann der Ausbau der Infrastruktur mit diesen Entwicklungen nicht Schritt halten. Das Risiko durch Verkehrsunfälle nimmt in vielen Reiseländern mit wachsendem Verkehrsaufkommen zu. In Indien nahm die Zahl der Vierradfahrzeuge zwischen 1990 und 1993 um 23% auf 4,5 Millionen zu und wird für 2050 auf 267 Millionen geschätzt.

Lärmbelastung in den Industriestaaten
In den Industrieländern findet sich zwar anders als in den Schwellen- und Entwicklungsländern keine dramatische Zunahme an Verkehrsunfällen, aber auch die europäischen Ballungszentren leiden unter einer deutlichen Zunahme der Lärmbelastung durch Straßenverkehr, Flugzeuge und Bautätigkeit. Studien zeigten, dass Personen, die in der Nähe von Flughäfen wohnten, deutlich häufiger unter Herz- und Kreislauferkrankungen litten als Einwohner von Bezirken mit geringer Lärmbelastung. Bereits an Anstieg um 10 Dezibel (im Bereich zwischen 30 und 60 Dezibel), also etwa dem Unterschied zwischen einem lauten Gespräch und einer Unterhaltung in Zimmerlautstärke, erhöht das Risiko für Bluthochdruck um etwa 14%.

Stressreaktionen
Der Körper reagiert auf Lärm mit einer ausgeprägten Stressreaktion, diese kann sogar im Schlaf stattfinden. Neben Lärm durch Flug- und Straßenverkehr kann sich selbst das Schnarchen des Partners zu einem erheblichen Stressfaktor auswachsen. Es kommt zu einer Freisetzung der Stresshormone Adrenalin und Cortisol durch die Nebennieren. Dies kann beispielsweise das Risiko für die koronare Herzkrankheit und Herzinfarkt erhöhen. Bei dauerhafter Belastung findet sich ein permanent erhöhter Cortisolspiegel. Für zahlreiche Erkrankungen (zum Beispiel Allergien, Asthma und Tumorleiden) wird ein Zusammenhang mit einer chronisch erhöhten Cortisolkonzentration im Blut vermutet.

Subjektiver Lärm
Selbst die Beschwerden über laute Nachbarn haben sich, wie 2007 aus Großbritannien gemeldet wurde, in den letzen 20 Jahren verfünffacht. Besonders häufig fühlen sich die Menschen durch laute Musik und bellende Hunde gestört. Allerdings scheint auch das Bedürfnis der Bevölkerung nach Ruhe und Abgeschiedenheit zuzunehmen. In diesem Zusammenhang sind auch Beschwerden über lärmende Kinder zu sehen. Während die Bevölkerung in Großbritannien innerhalb der letzten 35 Jahre um acht Prozent zugenommen hat, ist die Zahl der Einzelhaushalte in der gleichen Zeit um 30% gestiegen. Zahlreiche Menschen dürften damit schlichtweg nicht mehr an die verschiedenen Spielarten des „sozialen Lärms“ gewöhnt sein.

Hinweise

  • Verminderung der Lärmbelastung ist möglich!  Angefangen von der Verwendung von Ohrenstöpseln (zum Beispiel durch den Akustiker speziell an den Gehörgang angepasst) bis hin zu schalldämmenden baulichen Maßnahmen gibt es ein breites Spektrum an Möglichkeiten die individuelle Lärmbelastung zu verringern.
  • Wenn ein Aufenthalt im Stadtpark nicht mehr ausreicht, um die Stimmung zu heben, wird es Zeit mal aufs Land zu fahren, oder in die Berge oder ans Meer.

Quellen:



HEF, 07.07.2010




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