Gesundheit auf Reisen
Gesund reisen
Wenn es um Reisekrankheiten geht, kennt sich kaum jemand besser aus als die Ärzte vom Hamburger Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin. Auf dieser Seite finden Sie das ständig aktualisierte Wissen der Experten: über Gesundheitsrisiken, deren Behandlung und Vorbeugung

Meistgeklickte Inhalte:
Grippevirus Ratgeber: Impfen Pollenallergie Ratgeber: Allergien Unfälle Ratgeber: Sicherheit Krankenhaus Beijing - China Ratgeber: Auslandsärzte

Reisemedizinisches Zentrum am Bernhard-Nocht-Institut
MD Medicus Reise- und Tropenmedizin GmbH
Bernhard-Nocht-Str. 74
20359 Hamburg
www.gesundes-reisen.de
Hotline:
Mo. - Fr. 08:00 - 19:00 Uhr
Sa. 10:00 - 18:00 Uhr
Tel.: 0900 - 1234 999*
*EUR 1,98 pro Minute

Drogen: Wirkung, Suchtpotential und Rechtslage

Wirkung, Suchtpotential und Rechtslage zu sechs Drogen

Zusammenfassung:

  • Alkohol ist neben Nikotin das am meisten verbreitete und akzeptierte Suchtmittel. Laut Schätzungen der WHO sterben jährlich weltweit 2,5 Millionen Menschen an den Folgen des Alkoholkonsums. Bei zurückhaltendem Konsum hat Alkohol auch positive gesundheitliche Auswirkungen (Dämpfung der Stressreaktion). Die Grenze zur Abhängigkeit und Suchtentwicklung wird jedoch meist unterschätzt. 
  • Nikotin wirkt auf den Körper anregend und beruhigend (setzt sich an beruhigend wirkenden parasympatischen Rezeptoren an). Es besitzt ein sehr hohes Abhängigkeitspotential. Rauchen beinhaltet zusätzlich Belastungen durch Teerprodukte und industriell dem Tabak zugeführte Begleitstoffe. Moderne Zigaretten sind daher Designerdrogen. Rauchen und Passivrauchen führen zu mehr Krankheits- und Todesfällen als andere vermeidbare Verhaltensweisen.
  • Cannabis ist die in Deutschland am häufigsten konsumierte illegale Droge.
  • Ecstasy und Speed erfreuen sich insbesondere bei Jugendlichen großer Beliebtheit und werden u.a. auf Partys eingenommen.
  • Kokain regt an und besitzt ein sehr hohes psychisches und körperliches Abhängigkeitspotential.
  • Heroin beruhigt und besitzt ein sehr hohes psychisches und körperliches Abhängigkeitspotential.
  • Illegale Drogen sind selten rein. Schad-und Fremdstoffe werden i.d.R. bei dem Konsum in großer Menge aufgenommen. Die  Art der illegalen Beschaffung, die damit verbundene Lebens- und Ernährungsweise und die Art des Konsums (Spritzen) macht einen Großteil der Gesundheitsgefährdung aus. Nahezu alle Konsumenten illegaler Drogen sind mehrfach abhängig (u.a. von Nikotin und Alkohol)

 Empfehlenswerte Links

Zur Wirkung aller Drogen:
Die jeweilige Wirkung einer Droge kann durch folgende Faktoren beeinflusst werden:

  • Zusammensetzung der Droge
  • Dosis
  • Dauer des Konsums
  • Konsumform (essen/trinken/rauchen/schniefen)
  • Unmittelbare Umgebung (Setting) (in einer als angenehm empfundenen Atmosphäre wird sich die Wirkung vermutlich positiver entfalten, als unter Bedingungen in welchen man sich schon nüchtern nicht wohl fühlt)
  • Persönlichkeit, Stimmung, Erwartungen

 

Alkohol

  • Rechtslage
    • Legal
    • Laut Jugendschutzgesetz ist die Abgabe von Alkohol an Personen unter 16 Jahren untersagt.
      Getränke, die Branntwein ab 15 Vol% enthalten, sind erst ab dem Alter von 18 Jahren zugänglich.
      Das Führen von Fahrzeugen unter Alkoholeinfluss ist verboten.
  • Wirkung
    • Die Wirkung von Alkohol auf den menschlichen Körper ist unterschiedlich und vor allem abhängig von der Dosierung. In geringen Mengen wirkt Alkohol stimmungsaufhellend, in größeren Mengen berauschend und reaktionshemmend. Alkohol enthemmt, steigert die Redseligkeit, schränkt das Sehfeld ein und führt zu Problemen bei der Entfernungseinschätzung. Des Weiteren können Koordinations- und Gleichgewichtsstörungen sowie Sprachstörungen auftreten, die Risikobereitschaft und Aggressivität steigt, die Merkfähigkeit lässt nach uvm. Bei langjährigem Konsum kann sich u.a. eine Leberzirrhose oder eine Alkohol-Hepatitis entwickeln. Bei besonders hohen Dosen kann es zum Blackout, Atemstillstand, Koma oder Tod kommen.
  • Suchtpotential
    • Genusstrinker: Gelegentlicher Konsum, der leicht in tägliche Regelmäßigkeit verfällt. Eine körperliche oder psychische Alkoholabhängigkeit entwickelt sich über einen längeren Zeitraum und steht in enger Verbindung mit der individuellen genetischen Disposition, der sozialen Situation und den Möglichkeiten eine stabile Persönlichkeitsstruktur zu entfalten.
    • Neurotisch strukturierte Trinker: Konflikt- und Gelegenheitstrinker konsumieren hauptsächlich zur Verdrängung von Konflikten.
    • Ich-schwache Trinker: sind introvertierte Personen mit depressiv-abhängiger Persönlichkeitsstruktur. Sie konsumieren zum Reizschutz.
    • Autodestruktive Trinker: Narzistische, megalomane, teilweise aggressive Personen mit Neigung zu Impulsdurchbrüchen und asozialem Verhalten. Sie trinken zur Überkompensation ihrer Ich-Schwäche.

Nikotin

  • Rechtslage
    • Legal. Besitz, Erwerb und Handel von Tabak und Nikotin sind in Deutschland nicht strafbar. Es gilt jedoch eine Altersbeschränkung: Die Abgabe von nikotinhaltigen Produkten ist erst ab dem Alter von 18 Jahren erlaubt.
  • Wirkung
    • Beim Rauchen werden ca. 30 % des Nikotins freigesetzt, wovon bis zu 95% beim intensiven Inhalieren resorbiert werden. 25 % des inhalierten Nikotins erreichen binnen weniger Stunden????? das Gehirn. Dort werden eine Reihe physiologischer Reaktionen ausgelöst, in deren Verlauf die Ausschüttung bestimmter Botenstoffe und Hormone aktiviert wird. Es kommt zu einer Zunahme der Herzfrequenz, einem Blutdruckanstieg, einer Abnahme des Hautwiderstandes und einem Absinken der Hauttemperatur.
    • Zentrale Effekte sind insbesondere die Steigerung der psychomotorischen Leistungsfähigkeit sowie der Aufmerksamkeits- und Gedächtnisleistungen.
  • Suchtpotential
    • Es besteht ein hohes psychisches und physisches Abhängigkeitspotenzial. 
    • Das hohe Suchtpotential wird neben der direkten Wirkung auf die nicotinergen Acetylcholinrezeptoren vor allem der Beeinflussung des Dopaminsystems zugeschrieben. Es wird angenommen, dass durch diesen Botenstoff maßgeblich der Belohnungseffekt des Rauchens vermittelt wird. Da die regelmäßige Nikotinaufnahme zu einer Vermehrung der zentralen nicotinergen Acetycholinrezeptoren führt, kommt es beim Ausbleiben der Nikotinzufuhr zu Entzugssymptomen.
    • Das Suchtpotential wird erhöht durch zahlreiche Zusatz- und Geschacksstoffe, die u.a. zugeführt werden, um die Abhängigkeit von der speziellen Zigarettensorte zu erhöhen.

Cannabis

  • Rechtslage:
    • Illegal. Der Erwerb, Besitz, die Ein-, Aus- und Durchfuhr sowie das Veräußern, Abgeben und Verabreichen der Droge ist strafbar. Ausgenommen seit 1.7.2011 ist ein Canabinoid, das als Medikament ärztlich verordnet werden kann. Der Konsum von Cannabis ist nicht strafbar. Cannabis im Straßenverkehr ist wiederum strafbar.
  • Wirkung*
    • Die Wirkung von Cannabis kann sehr unterschiedlich sein: Von euphorischen Gefühlen bis zu lähmender Trägheit.
    • Als unangenehme, gefährliche Wirkungen, die eintreten können, gelten:
      • Herzrasen, Übelkeit, Schwindel
      • Kreislaufkollaps
      • Angst und Panikgefühle
      • Psychotische Symptome wie Verwirrtheit und Verfolgungsideen (Paranoia, "Horrortrip“)
  • Suchtpotential
    • Als psycho-soziale Risikofaktoren für die Entstehung einer psychischen Cannabisabhängigkeit gelten:
      • Labile psychische Gesundheit
      • Drogenkonsumierende Freunde
      • Frühzeitiger Beginn des Cannabiskonsums
      • Mangelnde soziale Unterstützung
      • Allgemeine soziale Perspektivlosigkeit
      • Kritische Lebensereignisse
    • Bei langjährigem, regelmäßigem Konsum kann es u.a. zu folgenden Entzugssymptomen kommen:
      • Schlafstörungen, Albträume
      • Depressionen
      • Angst
      • Muskelzittern, Schwitzen
      • Magenprobleme/ Durchfall


Ecstasy

  • Rechtslage:
    • Illegal. Der Besitz von Ecstasy ist verboten und kann neben Geldstrafen auch mit Freiheitsstrafen geahndet werden.
  • Wirkung
    • Als positiv empfundene Gefühle, die eintreten können, gelten:
      • Wachheit
      • Angeregtheit
      • Hemmungslosigkeit
      • Intensivierung der Gefühle
    • Als unangenehme, gefährliche Wirkungen, die u.a. eintreten können, gelten:
      • Herzversagen
      • Kreislaufkollaps
      • Leber- und Nierenversagen
      • Massive Angstzustände (Horror-Trip)
      • Psychotische Störungen
  • Suchtpotential
    • Ecstasy kann eine psychische Abhängigkeit hervorrufen, wenn Konsumenten die Droge zur Bewältigung intrapsychischer Konflikte benutzen.
    • Eine körperliche Abhängigkeit, kann nach heutigem Erkenntnisstand nicht verursacht werden.

Kokain
 

  • Rechslage:
    • Illegal. Besitz und Handel sind nach dem Betäubungsmittelgesetz verboten und werden strafrechtlich verfolgt.
  • Wirkung
    • Als angenehm empfundene Wirkungen, die eintreten können, gelten:
      • Gesteigerte Wachheit und Aufmerksamkeit
      • Euphorische, gehobene Stimmung
      • Erhöhtes Selbstwertgefühl
    • Als unangenehme, gefährliche Wirkungen, die u.a. eintreten können, gelten:
      • Störungen des Nervensystems
      • Kreislaufversagen
      • Schädigung der Blutgefäße und Organe
      • Verminderung des Geruchs- und Geschmackssinns
  • Suchtpotential
    • Kokain wird ein besonders hohes psychisches Abhängigkeitspotential zugesprochen.

Heroin
 

  • Rechtslage:
    • Illegal
    • Besitz, Anbau und Handel sind gesetzlich verboten und werden strafrechtlich verfolgt.
  • Wirkung
    • Als angenehm empfundene Wirkungen, die eintreten können, gelten:
      • Glücks- und Zufriedenheitsgefühl
      • Ausblendung von Problemen und Konflikten
      • Beseitigung von unangenehmen Gefühlen wie Angst, Unlust, Leeregefühl
    • Als unangenehm empfundene Wirkungen, die eintreten können, gelten:
      • Atemprobleme/ Atemstillstand
      • Bewusstlosigkeit
      • Kreislaufversagen
      • Verlangsamung der Herztätigkeit
      • Übertragung von HIV- oder Hepatitis-Erregern durch unsaubere Spritzen
  • Suchtpotenzial
    • Heroin gilt als die wirksamste körperliche und psychisch abhängig machende Droge.

Quellen

 

Weitere Artikel:



KS, MG,SH, 03.02.2012




G+J Glossar
Partner-Angebote