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Drogen: Amphetamine in Asien
Amphetamine und ähnliche Drogen in Südostasien
Bildquelle: D. Zimmer
Vor dem Vietnamkrieg galt Südostasien als das Zentrum des weltweiten Opiumhandels. Heute werden die größten Mengen Opium in Afghanistan angebaut und von dort nach Europa geliefert. In Südostasien weitet sich jetzt ein neues Drogenproblem aus: Handel und Konsum mit chemischen psychoaktiven Substanzen. Die wesentliche Substanzgruppe sind dabei Amphetamin und Amphetamin ähnliche synthetisch hergestellte Drogen (ATS) wie Methamphetamin, Methcathinone und Ecstasy-ähnliche Substanzen (MDMA und analoge Wirkstoffe).
ATS-Substanzen werden in Südostasien aufgrund der illegalen Herstellung oft verunreinigt und enthalten die Wirksubstanz in diverse Konzentration. Im Handel sind sie mit sehr unterschiedlichen Namen im Umlauf:
- Kristalline Methamphetamine
- Kambodscha: yaba or yama chakk (injizierbar)
- China: bindu
- Indonesien, Japan, Philippinen: shabu
- Japan: anpon, philopoon (flüssig), speed
- Neuseeland: ‘P’
- Philippinen bato, sha, siopao
- Australien, Kambodscha, Japan, Thailand: ice
- Methamphetamin Pillen
- Kambodscha, Laos Myanmar, Thailand: yama, yaba
- China: bingdu pian in
- Myanmar: seik kwya say, myin say in
- Ecstasy
- Cambodia: thnam krovee kbai (shake-head drug)
- China: yao tou ubin (head-shaking pill)
- Indonesien, Philippinen: XTC
- Laos, Thailand: ya-E, ya-love
- Japan: X
- Myanmar: gaung khar say (head-shaking pill)
- Viet Nam: shaking pill
Animierte Information
- Amphetamine, MDMA u.a. (englisch, z.T. deutsch)
Das Büro der Vereinten Nationen für Drogen und Kriminallität beschreibt die Situation in Südostasien Ende 2011 wie folgt:
- Südostasien ist heute die Weltregion mit der intensivsten Nutzung Amphetamin-ähnlicher Stimulantien
- 3.5-20.9 Million Menschen in Ost- und Südostasien gebrauchen diese Drogen, mit steigendem Trend
- Die Herstellung der Drogen ist attraktiv, weil der Profit groß, die Produktionskosten und der technischer Aufwand hingegen gering sind. Ausgangschemikalien lassen sich meist leicht beschaffen.
- 2010 wurden 442 ATS-Produktionsstätten entdeckt und 136 Millionen Methamphetaminpillen sichergestellt.
- Offenbar steigen zunehmend internationale kriminelle Organisationen in den Handel ein.
Touristen, die diese Substanzen nutzen, um die Partystimmung oder die erotische Spannung zu erhöhen, gehen sehr hohe Risiken ein:
- MDMA kann schwere hirnorganische Störungen nach sich ziehen
- Alle ATS Substanzen können u.a. bei starker Bewegung auf engem Raum (Disko) über die Überhitzung des Körpers zu Kollaps und auch zum Tod führen.
- Bei Handel und Konsum dieser Substanzen drohen zum Teil drakonische Strafen
Insbesondere junge Reisende sollten
- Auf Parties und in Diskos den Alkoholkonsum bremsen und unter Kontrolle halten
- Möglichst in Gruppen feiern, bei denen Einzelne nüchtern bleiben und den Überblick behalten
- Keine psychoaktive Substanzen zu sich nehmen
- Darauf achten, dass die Getränke durch zumindest eine Person so im Blick bleiben, dass nichts in krimineller Absicht hinzugemischt werden kann
- Bei sehr auffälligem Verhalten eines Gruppenmitgliedes oder bei ohnmachtsähnlichen Krankheitszeichen unbedingt die Party verlassen und einen Arzt aufsuchen.
Quelle
- Tettey J: Patterns and Trends of Aphetamine-Type Stimulants and other Drugs - Asia and the Pacific 2011. A Report from the Global SMART Programme UNODC, 2011 (Download 12.7 MB):
Weiter
Weitere Informationen
- Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen e.V.
- Opium aus Afganistan
- drugcom.de. (BZgA)
- MedizInfo
- Na toll! (BZgA)
- Suchtmittel.de
HEF, SH, M, 15.11.2012