Gesundheit auf Reisen
Gesund reisen
Wenn es um Reisekrankheiten geht, kennt sich kaum jemand besser aus als die Ärzte vom Hamburger Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin. Auf dieser Seite finden Sie das ständig aktualisierte Wissen der Experten: über Gesundheitsrisiken, deren Behandlung und Vorbeugung

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Doxycyclin

Doxycyclin

Doxycyclin kann für die Malariavorbeugung empfohlen werden in Gebieten mit hohem Übertragungsrisiko, ausgeprägter Multiresistenz gegen andere Medikamente oder Unverträglichkeit gegenüber Mefloquin und Malarone(R). In Deutschland ist D. für das Anwendungsgebiet Malaria NICHT zugelassen, wird aber seit Jahren von der WHO in bestimmten Gebieten empfohlen und mit guten Erfahrungen eingesetzt.

  • Dosierung: 1 mal täglich 100 mg (Tablette/Kapsel ) Doxycyclin-Monohydrat
  • Beginn: 1 Tag vor Ankunft im Malariagebiet
  • Ende: 4 Wochen nach Verlassen des Malariagebietes

Nebenwirkungen:
D. ist ein Antibiotikum und beseitigt die natürliche Keimbesiedlung des Körpers, die durch D.-resistente Stämme ersetzt wird. Dies kann in 1-5% zu Durchfällen oder bei Frauen zu Störungen des Scheidenmilieus führen.

  • Die Lichtempfindlichkeit der Haut wird erhöht. Bei vorhersehbarer längerer Sonnenbestrahlung sollte Doxycyclin nicht verordnet werden, und besonders Personen mit empfindlicher Haut sollten auf Sonnenschutz achten.
  • Magen-Darm: Sodbrennen, Magendruck, Erbrechen, Meteorismus, leichte Diarrhöen, selten auch schwere Diarrhöen (sehr selten so genannte, pseudomembranöse Colitis). Bei Belastung der Magenschleimhaut (Gastritis, Risikofaktoren: Stress, Rauchen, Alkohol uva.) können Nebenwirkungsrisiken erhöht sein.
  • Haut: selten ist Juckreiz, Erythem, Exanthem, Urticaria; unter Sonnenbestrahlung kann es zu starken Reizungen an den belichteten Hautstellen kommen; sehr selten: exfoliative Dermatitis, Angioödem, Asthma, serumkrankheitähnliche Reaktionen mit Fieber, anaphylaktischer Schock, Pilzbesiedlung
  • Schleimhaut: Pilzbesiedlung der Scheide; Entzündungen in Mund/Rachenraum, Heiserkeit, Schluckbeschwerden; sehr selten: schwarze Haarzunge
  • Zentrales Nervensystem und Augen: es kann zu vorübergehenden Veränderung der Sehschärfe kommen (entsprechende Vorsicht beim Bedienen von Kraftfahrzeugen und Maschinen). Drucksteigerung innerhalb des knöchernen Schädels mit Augenschmerzen sind möglich ("Pseudotumor cerebri", bildet sich nach Absetzen zurück). Bei anhaltenden Kopfschmerzen und Augenflimmern muss das Medikament sofort abgesetzt werden. Insbesondere bei Frauen mit Übergewicht wurde in Einzelfällen über erhöhten Hirndruck mit Augenhintergrundveränderungen berichtet.
  • Leber: selten Funktionsstörungen, evtl. mit Begleitpankreatitis (Einnahmeverbot bei schwerer Leberfunktionsstörung).
  • Blut: selten Leukopenie, Thrombopenie, Anämie, Leukozytosen, atypische Lymphozyten, toxische Granulationen.

Wechselwirkungen:
Bestehen mit vielen Medikamenten, insbesondere, wenn die Leberfunktion belastet ist: u.a. ist eine Verstärkung oraler Antidiabetika und Antikoagulantien vom Cumarin-Typ möglich, Sicherheit oraler Antikontrazeptiva kann beeinträchtigt sein; Wirksamkeitsverlust durch Milch, Milchprodukte, Antacida, Eisenpräparate, Aktivkohle. Barbiturate, div. Antikonvulsiva und Alkohol beschleunigen den Abbau.

Gegenanzeigen:

  • Überempfindlichkeit gegen Tetracycline
  • Magenschleimhautentzündung
  • schwere Funktionsstörungen der Leber und der Nieren
  • Schwangerschaft, Stillzeit
  • Absolut für Kinder unter 8 Jahren (Ablagerung in den Zähnen und Knochen), besser erst nach Abschluss des Knochenwachstums

Hinweise:

  • Einnahme der Tabletten/Kapseln mit reichlich Wasser während einer Mahlzeit.
  • Bei Langzeitanwendungen werden Kontrollen von Blutbild, Leber- und Nierenfunktion empfohlen.
  • Bei jeder fieberhaften Erkrankung in den Tropen oder nach Rückkehr aus den Tropen muss unabhängig von einer möglicherweise durchgeführten medikamentösen Malariaprophylaxe an die Möglichkeit einer Malaria-Erkrankung gedacht und eine entsprechende Diagnostik und ggf. Therapie veranlasst werden!

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MG, 03.05.2012




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