Gesundheit auf Reisen
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Wenn es um Reisekrankheiten geht, kennt sich kaum jemand besser aus als die Ärzte vom Hamburger Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin. Auf dieser Seite finden Sie das ständig aktualisierte Wissen der Experten: über Gesundheitsrisiken, deren Behandlung und Vorbeugung

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Ciguatera

Ciguatera

Gelegentlich können Fischmahlzeiten in den Tropen zum Teil langwierige Vergiftungserscheinungen nach sich ziehen. Die Ciguatera- Erkrankung ist eine Vergiftung durch einen natürlich vorkommenden Giftstoff (Toxin), der beim Verzehr von Fisch aufgenommen werden kann. Dieses Nervengift stammt von dem Dinoflagellaten Gambierdiscus toxicus, der an den Algen von Korallenriffen beheimatet ist. Der Dinoflagellat wird zusammen mit den Algen von pflanzenfressenden Fischen aufgenommen und kann in Raubfische gelangen, wenn diese kontaminierte Fische fressen. Dadurch reichern sich die Toxine in der Nahrungskette an.

Verbreitung: Innerhalb der tropischen Regionen der Karibik, Indischem Ozean und Pazifik, z.T. auch in subtropischen Gebieten  (Florida, Hawaii).  Das betroffene Gebiet erstreckt sich etwa zwischen 35° nördlicher und südlicher Breite beiderseits des Äquators. Dies beinhaltet die tropischen Regionen allerdings ist das Auftreten oft lokal eng begrenzt. In großen Raubfischen können besonders hohe Giftstoffkonzentrationen enthalten sein.

Krankheitsbild: Die Krankheitserscheinungen setzen innerhalb weniger Stunden nach Verzehr von Ciguatoxin-haltigem Fisch ein. Typischerweise beginnen die Beschwerden mit Erbrechen, Durchfall und Bauchschmerzen und verschwinden normalerweise nach 24 bis 36 Stunden. Gelegentlich treten auch zuerst Sensibilitätsstörungen auf.  Andere Erscheinungsbilder wie Muskelkrämpfe, Juckreiz, Schwitzen und Schwächegefühl zeigen sich erst einige Zeit später.  Als typisches Zeichen einer Ciguateravergiftung wird eine Umkehr der Warm-Kalt-Wahrnehmung beschrieben. Solche Symptome der Nervenleitung können über mehrere Wochen, in Extremfällen sogar Monate bis Jahre andauern.

Behandlung: Die Behandlung ist symptomatisch und sollte durch einen Arzt, in der Regel unter neurologischer Kontrolle erfolgen. Die erste und wichtigste Maßnahme bei akuten Vergiftungserscheinungen sind Ersatz von Flüssigkeit und Salzen.

Vorbeugung: Der Fisch wird durch das Gift in seinem Aussehen, Geschmack und Geruch nicht verändert, daher besteht keine Möglichkeit, ciguateravergiftete Fische zu identifizieren.

Deshalb sollten folgende Regeln beachtet werden:

  • Niemals Innereien (Leber, Keimdrüsen, Eier) von Fischen essen
  • Keine Raubfische (Barrakudas, Schnapper, Muränen) essen
  • Durch Kochen und Braten wird das Gift nicht zerstört, es ist hitzestabil und fettlöslich
  • Wenn möglich, Fische nur im offenen Meer, fernab von Korallenriffen fangen
  • Vor Ort nach Vorkommen von Ciguatera erkundigen
  • Auch auf Red Tide-Warnungen achten

 

 



RMZ, 11.03.2009




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