Gesundheit auf Reisen
Gesund reisen
Wenn es um Reisekrankheiten geht, kennt sich kaum jemand besser aus als die Ärzte vom Hamburger Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin. Auf dieser Seite finden Sie das ständig aktualisierte Wissen der Experten: über Gesundheitsrisiken, deren Behandlung und Vorbeugung

Meistgeklickte Inhalte:
Grippevirus Ratgeber: Impfen Pollenallergie Ratgeber: Allergien Unfälle Ratgeber: Sicherheit Krankenhaus Beijing - China Ratgeber: Auslandsärzte

Reisemedizinisches Zentrum am Bernhard-Nocht-Institut
MD Medicus Reise- und Tropenmedizin GmbH
Bernhard-Nocht-Str. 74
20359 Hamburg
www.gesundes-reisen.de
Hotline:
Mo. - Fr. 08:00 - 19:00 Uhr
Sa. 10:00 - 18:00 Uhr
Tel.: 0900 - 1234 999*
*EUR 1,98 pro Minute

Cholera: Westafrika Nov. 2011

Cholera: West- und Zentralafrika, Nov. 2011

Von Januar-Oktober 2011 wurden mehr als 85.000 Erkrankungen mit mehr als 2.400 Todesfällen in West- und Zentralafrika gemeldet. Insbesondere Tschad, Kamerun und die Demokratischen Republik Kongo berichten über dramatische Anstiege der Fallzahlen. Meldezahlen wie diese geben nur einen Teil der Realität wieder, da die Qualität der Gesundheitssysteme der betroffenen Länder sehr begrenzt ist. 

Cholera ist im Prinzip durch Flüssigkeits- und Mineralstoffersatz sehr gut behandelbar. Nahezu jeder Todesfall wäre vermeidbar. Die berichteten Sterblichkeitsraten von 2,3 – 4,7% sind erschreckend hoch. Aus einigen Gegenden Kameruns wurden sogar Sterblichkeitsraten von bis zu 22% gemeldet. Bei einem Großteil der Todesfälle handelt es sich um Kinder.

UNICEF und andere internationale Organisationen mahnen verstärkte Maßnahmen zur Eindämmung der aktuellen Cholera-Epidemien in afrikanischen Staaten an.

Wandmalerei in West-Afrika: "Cholera tötet, verhalte dich hygienisch!" (wikimedia.org)

Risikogebiete
Die größten länderübergreifenden Ausbrüche betrafen bisher die folgenden Regionen

  • Tschad See (Tschad, Kamerun, Nigeria und Niger)
  • West-Kongo-Becken (Demokratische Repulik Kongo, Republik Kongo und Zentralafrikanische Republik)
  • Tanganjika See (Demokratische Republik Kongo und Burundi)

Kleinere Choleraepidemien in den folgenden Ländern konnten inzwischen unter Kontrolle gebracht werden:

  • Benin
  • Elfenbeinküste
  • Ghana
  • Guinea
  • Liberia
  • Togo

Ursachen
West- und Zentralafrika gehören zu den Regionen auf der Welt mit den niedrigsten Hygienestandards, insbesondere hat die Bevölkerung oft keinerlei Zugang zu sauberem Wasser. Es handelt sich bei Cholera-Ausbrüchen um kein isoliertes medizinisches Problem. Vielmehr sind Cholera-Epidemien ein Zeichen für fehlende Infrastruktur eines Landes in Verbindung mit massiver sozialer Benachteiligung großer Bevölkerungsgruppen.

Empfehlung für Reisende
Da Cholera eine Erkrankung ist, deren Ausbreitung unter desolaten hygienische Bedingungen erfolgt, ist das Risiko für Reisende sehr gering, sofern sie auf Hygiene achten. Eine Cholera-Impfempfehlung stellt auch in einer stark frequentierten reisemedizinischen Ambulanz die Ausnahme dar. Empfehlenswert kann die Impfung im Rahmen humanitärer Einsätze oder medizinischer Tätigkeit in Ländern mit Choleravorkommen sein. Auch bei nicht-vermeidbaren Reisen in Dörfer oder Städte, die aktuell von einer Cholera-Epidemie betroffen sind, kann die Impfung erwogen werden, ebenso für Reisende mit krankheitsbedingter oder medikamentöser Hemmung der Magensäureproduktion oder mit chronischen Darmerkrankungen.

Quelle

Links

 

Weitere Artikel

 


 



MG, SH, 21.02.2012




G+J Glossar
Partner-Angebote