Gesund reisen
Wenn es um Reisekrankheiten geht, kennt sich kaum jemand besser aus als die Ärzte vom Hamburger Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin. Auf dieser Seite finden Sie das ständig aktualisierte Wissen der Experten: über Gesundheitsrisiken, deren Behandlung und Vorbeugung
Chlamydien
Chlamydien
Erreger: Kleine, im Inneren von Körperzellen wachsende Bakterien. Unterschiedliche Erregergruppen:
- Chlamydia pneumoniae (Lungenentzündung)
- Chlamydia psittaci (Papageienkrankheit, Lungenentzündung)
- Chlamydia trachomatis (u.a. Augenentzündungen)
- Chlamydia trachomatis (Erregergruppen L1, L2, L3, sexuell übertragbare Erkrankung)
- Chlamydia trachomatis (Erregergruppen B, D-K, Harnwegsinfektionen)
Verbreitung: Weltweit mehr als 500 Millionen infizierte Personen. In Deutschland sind durchschnittlich 13% der jungen Frauen befallen, bis zu 80% der Infizierten sind symptomfrei. Schätzungen zufolge bleiben allein in der Bundesrepublik 100.000 Frauen aufgrund von Chlamydieninfektionen ungewollt kinderlos.
Infektionsweg: Geschlechtsverkehr, Schmierinfektion, Tröpfcheninfektion.
Zeitraum von Infektion bis Krankheit: Klinische Symptome entwickeln sich meist 1-4 Wochen nach der Infektion.
Krankheitszeichen:
- Lungenentzündung.
- Ornithose, Papageienkrankheit: Meist erfolgt die Infektion durch das Einatmen von getrocknetem Vogelkot. Symptome: Kopfschmerzen, Fieber, Gelenkschmerzen, Zeichen einer Lungenentzündung.
- Trachom: Eine typische Krankheit der Armut. Schwere Bindehautentzündung, die zur Erblindung führen kann.
- Lymphogranuloma inguinale: Sexuell übertragbare Erkrankung, die bis vor kurzem nahezu ausschließlich in den Tropen verbreitet war, jetzt aber auch in Europa häufiger gemeldet wird. Es findet sich im Verlauf eine schmerzhafte geschwürige Schwellung der Leistenregion.
- Harnwegsinfektionen, Entzündungen der Eileiter: Gefahr der Unfruchtbarkeit. Bei Infektion des Genitaltraktes können Chlamydien auch während der Geburt übertragen werden.
Labornachweis: Mikroskopischer Nachweis im Schleimhautabstrich. Fluoreszenznachweis des Erregers. Nachweis von spezifischen Antikörpern im Blut.
Behandlung: Mit Antibiotika
Vorbeugung: Hygiene, Safer Sex
Immunität: Keine, nach durchgemachter Infektion. Neuinfektion jederzeit möglich.
MG, 02.01.2012