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Gesundheit auf Reisen
Gesund reisen
Wenn es um Reisekrankheiten geht, kennt sich kaum jemand besser aus als die Ärzte vom Hamburger Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin. Auf dieser Seite finden Sie das ständig aktualisierte Wissen der Experten: über Gesundheitsrisiken, deren Behandlung und Vorbeugung

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Bewegung: Erholsam

Stress, Überlastung und Unterforderung machen krank.

Also müsste das Gegenteil zu Erholung führen - so einfach scheint es zu sein.
Warum gelingt es dann so selten?

Ein Grund liegt darin, dass sich bei einem Bewegungsfluss ein harmonisches Zusammenspiel selten erzwingen läßt. Stattdessen ergibt es sich oft eher nebenbei, wenn (meist nach sehr viel Übung) zugelassen werden kann, dass es geschieht.  Die beste Methode um einen Tänzer zu verspannen wäre es, ihm zu befehlen:

  • "Lass locker! Entspann dich! Sei spontan!".

Entstünde dagegen in dem Tänzer das Gefühl, er könne sich sicher, entspannt (und nur wohlwollend betrachet) frei entfalten, gelänge ihm die Eleganz seiner Bewegung wesentlich besser. Er könnte seine Verspannungen, je länger er tanzte, schließlich im Fluss seiner Bewegungen loslassen.

Der Prozess des Loslassens, das Verlierens von Verkrampfung, unterscheidet sich erheblich von einem Zusammenbrechen. Ein solcher Kollaps entsteht, wenn eine krampfhafte äußere Haltung bei einem schwachem Inneren jammervoll zerfällt. Wie beim Zusammenklappen nach zuviel (Fitness)-Stress. Gewinnt ein Mensch dagegen an innerer Balance, nimmt auch die Stabilität zu, wie bei einem Stehaufmännchen, das sicher um seinen Schwerpunkt pendelt. Starre Haltung und verkrampfter Ausdruck sind bei Balance nicht nötig und verleiern sich. Je entspannter Bewegung wird, je müheloser, desto effektiver erweist sie sich.

In den dringend benötigten Pausen vom Alltag ist neuer (Freizeit-)Stress ebenso nachteilig wie Abschlaffen und Durchhängen.

Stattdessen lohnt es sich nach Methoden, Animationen oder Wellness-Sportarten Ausschau zu halten, die beides bieten:

  • Entspannung und Aktivierung gleichermaßen.

Welche Methode schließlich dafür gewählt wird, ist nicht so entscheidend - Hauptsache, die Bewegung fühlt sich anfangs angenehm an, räkelnd, genussvoll. Erst wenn das Verständnis für den Fluss der Bewegung entstanden ist, kann die Belastung und schließlich auch Herausforderungen zunehmen. Dabei sollte möglichst die Körperwahrnehmung im Vordergrund stehen, d.h. das Hirn sollte möglichst nicht in der Umkleidekabine des Fitnessstudios abgegeben werden.

Es geht weniger darum es im Urlaub "seinem Rücken zu zeigen" (Werbespruch für Gerätetraining) und es muss auch kein innerer Schweinehund bekämpft werden. Man kann dieses Tierchen auch in einer Sauna näher kennenleren, es vielleicht sogar liebgewinnen und schätzenlernen und mit ihm Spazieren gehen. Irgendwann wird es dann von selbst lostraben und schwanzwedelnd hinter Stöckchen herjagen.

Hinweise zur Methodenauswahl

Günstig ist es, wenn durch die Methode

  • die Körperwahrnehmung verbessert wird (Spüren, Fühlen)
  • Selbstvertrauen langsam wachsen kann (an kleinen nicht zu schwierigen Herausforderungen)
  • Spaß entsteht, weil die Gruppe, fröhlich miteinander kommuniziert
  • die Trainer durch eigene Erfahrung kompetent und dabei unverkrampft und unideologisch sind
  • die Aufmerksamkeit genug Zeit hat, die Bewegung zu begleiten
  • Aufmerksamkeit, Bewegung und Atmung miteinander harmonieren
  • Gewandtheit und Flow entsteht (s.o.)

Alles ist gut, was sich gut anfühlt, wenn es getan wird.

Und es ist noch besser, wenn sich danach ein sattes und wohliges Gefühl und Zufriedenheit mit sich selbst breit macht.

Weitere Informationen

 

Quellen (der Artikelserie) u.a.

  • Altenmüller E.: Hirnphysiologische Grundlagen des Übens. In: Mahlert U (Hrsg). Handbuch Üben. Breitkopf und Härtel, Wiesbaden 47-67 (2006)
  • FAZ 16.10.08
  • Galambos SA et al.: Psychological predictors of injury among elite athletes. Br J Sports Med 2005; 39: 351-354.
  • Golimbet VE, Alfimova MV, Gritsenko IK, Ebstein RP. Relationship between dopamine system genes and extraversion and novelty seeking. Neurosci Behav Physiol 2007; 37: 601-6.
  • Kantak S. et al.: Neural substrates of motor memory consolidation depend on practice structure, Nature Neuroscience, 11.07.2010, doi:10.1038/nn.2596
  • Llinás R et al.: Roy S: The ‘prediction imperative’ as the basis for self awareness. Phil.Trans.R.Soc.B 2009;364:1301-7
  • Mulder T: Das adaptive Gehirn – Über Bewegung, Bewusstsein und Verhalten, Thieme 2006
  • Myers TW: Anatomy Trains, Urban&Fischer 2010
  • Pain M et al.: Extreme risk taker who wants to continue taking part in high risk sports after serious injury. Br J Sports Med 2004; 38: 337-339.
  • Pogosyan A et al.: Boosting cortical actiity at Beta-band-frequencies slows movement in humans. Curr Biol. 2009;19:1637-41
  • Porges SW: Reciprocal influences between body and brain in the perception and expression of affect: A polyvagal perspective. In: Fosha D et al: The healing power of emotions: Affective neuroscience, development, clinical practise. New York, W. W. Norton & Company 2009
  • Takuan Sōhō: Brief an den Schwertkämpfer Yagyu Munenori, 17. Jhh.
  • Peter Ralston: Effortless Power, 1989
  • Van Raalten TR et al.: Practice Induces Function-Specific Changes in Brain Activity, PLoS One, 2008, 3(10): e3270. doi:10.1371/journal.pone.0003270
  • von Kleist H: Über das Marionettentheather, 1810

 



MG, HEF, 07.08.2012