Gesundheit auf Reisen
Gesund reisen
Wenn es um Reisekrankheiten geht, kennt sich kaum jemand besser aus als die Ärzte vom Hamburger Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin. Auf dieser Seite finden Sie das ständig aktualisierte Wissen der Experten: über Gesundheitsrisiken, deren Behandlung und Vorbeugung

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Antibiotika-resistente Bakterien

Antibiotikaresistenz und Behandlungsqualität

Antibiotika werden auch bei banalen Gesundheitsstörungen verschrieben. Bakterien, die gegen Antibiotika resistent sind, haben deshalb eine bessere Überlebenschance. Es erweist sich als mühsam, evolutionäre Vorgänge wie die klassische Selektion ("Survival of the fittest") durch immer neue Antibiotika bekämpfen zu wollen. Möglicherweise ist diese Strategie auf lange Sicht nicht erfolgversprechend.

Cartoon: Steve Greenberg (http://blogs.venturacountystar.com/greenberg/, www.greenberg-art.com/)

Ein kontrollierter Umgang mit Antibiotika, die in den meisten Fällen weiter hochwirksamen sind, könnte ggf. dazu führen, dass die harmloseren Erreger bessere Überlebenschancen hätten als die bösartigen.

Zwei aktuelle Beispiele:

NDM-1:

2009 wurden in Indien Bakterien nachgewiesen, die ein Eiweiß (Plasmid) enthalten, das als "mobiles Gen" Resistenz vermittelt. Dieses NDM-1 genannte Stück Information kann zwischen unterschiedlichen Bakterien im Darm und der Lunge ausgetauscht werden. Mangelhafte Hygiene (fäkal-Hand-oral), hoher und nicht-regulierter Antibiotikaverbrauch sowie unnötige operative Eingriffe trugen dazu bei, dass sich der Keim rasch weltweit verbreiten konnte.

Quelle

  • Berichte zu Ausbruchsereignissen:
    • Promedmail: Südafrika (18.10.2011 ), Irland, Ägypten, Tschechische Republik (17. und 19.02.2012)
    • Eurosurveillance, 16(47), 24.11.2011, Outbreak of NDM-1-producing Enterobacteriaceae in northern Italy, July to August 2011, 
    • PAHO, 22.11.2011 (Guatemala)
  • Walsh, TR Dissemination of NDM-1, The Lancet Infectious Diseases 2012, 2(2):101-102

Resistente Tuberkulose

Ebenfalls aus Indien stammt die Nachricht das ungenügendes Behandlungsmanagement bei Tuberkulosekranken zum Auftreten von Tb-Keimen geführt haben, die gegen alle bisher bekannten Medikamente resistent seien (Loewenberg 2012). Die WHO lehnt den in diesem Zusammenhang geprägten Begriff TDR-Tuberkulose (totally drug-resistant tuberculosis) ab, nimmt das Problem jedoch sehr ernst (WHO 2012). Nach Analysen der Meldezahlen von 2007–2010 durch die WHO (Zignol 2012) wurden in etwa 80 Ländern Tb-Keime nachgewiesen, die gegen mindestens ein Medikament resistent waren. Besonders hohe Nachweisraten resistenter Stämme wurden bei Neuerkrankungen in Russland (29% in Murmansk) und in Moldavien (65%) registriert. In drei Ländern der früheren Soviet-Union und in Südafrika sind etwa 10% der Tuberkulosefälle gegen mehrere Medikamente resistent (XDR-Tb). Weltweit sind es z.Z. 3,4%.

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Quelle

  • Loewenberg S: India reports cases of totally drug-resistant tuberculosis Mismanagement of tuberculosis in Mumbai has led to the emergence of India’s fi rst known cases of a totally drug-resistant form of the disease, say  doctors. www.thelancet.com Vol 379 January 21, 2012, p.205
  • WHO 2012: Drug-resistant tuberculosis - FAQ
  • Zignol M et.al.: Surveillance of anti-tuberculosis drug resistance in the world:
    an updated analysis, 2007–2010, Bull World Health Organ 2012;90:111–119D

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MG, HEF, 03.04.2012




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