Gesundheit auf Reisen
Gesund reisen
Wenn es um Reisekrankheiten geht, kennt sich kaum jemand besser aus als die Ärzte vom Hamburger Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin. Auf dieser Seite finden Sie das ständig aktualisierte Wissen der Experten: über Gesundheitsrisiken, deren Behandlung und Vorbeugung

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Reisemedizinisches Zentrum am Bernhard-Nocht-Institut
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Allgemein zu Sport im Urlaub

Sport

Ob Sie tauchen, surfen, skaten, snowboarden, Wüsten durchqueren, Hundeschlitten- oder Jet-Ski fahren, mountainbiken, skysurfen, drachenfliegen oder von Gebäuden, Brücken oder Felsen springen, frei an Steilwänden klettern, sich in Schluchten abseilen oder im Wildwasser fahren: Sie sollten nicht nur an das Motto „höher oder tiefer, schneller und weiter“ denken, sondern auch an die Erfahrung aus dem Bergtrekking: „Wer weit kommen will, muss langsam gehen!“

Die meisten Sportunfälle im Urlaub sind Folge von Selbstüberschätzung, fehlendem Training, mangelnder Technik oder Kondition. Gestresste Urlauber, die am Pool plötzlich nichts mehr tun als in der Sonne zu bruzzeln, erkranken gerade am Urlaubsbeginn: Die Stresshormone, die den Körper weiter unter Volldampf setzen, werden plötzlich nicht mehr durch körperliche Bewegung oder Hirnaktivität abgebaut (so genannte Leisure Sickness). Das ist etwa so als würde ein Autofahrer gleichzeitig auf die Bremse und das Gaspedal drücken, was dem Motor nicht gut tun kann. Umgekehrt ereignen sich Unfälle bei körperlich belastenden Sportarten wie Surfen oder Snowboardfahren häufig am dritten Urlaubstag: Die Abläufe der sporttypischen Bewegungen wurden in den ersten beiden Tagen erinnert und laufen jetzt wieder routiniert ab, die fehlende Kondition führt aber dazu, dass Kräfte überschätzt werden, insbesondere dann, wenn durch das Üben einige Sehen, Muskel und Bänder ganz leicht gezerrt wurden, ohne es zu spüren.

Die Anpassung an eine neue Umgebung und das meist wärmere Klima brauchen Zeit. Oft sind es einige Tage, abhängig von der Art

  • des selbst gestalteten Tagesrhythmus
  • der Umgebungstemperatur (Wechsel zwischen Klimaanlage und Außenhitze)
  • der Belastung der Luft (Megastadt-Smog, Wüstenstaub, Buschfeuerrauch, Vulkanasche ...)
  • der Luftfeuchtigkeit, der Luftbewegung und Anpassungsart der Kleidung
  • des Gesundheitszustandes u.a. der Schilddrüsenfunktion
  • der Schweißproduktion (die bei älteren Menschen nachläßt)
  • der Ernährung (ballastsoffreich oder leicht verdaulich)
  • der körperliche Aktivität (Überlastung oder Überforderung), je nach vorbestehendem Stress, Trainings- und Gesundheitszustand
  • der psychische Belastungen (je nach dem wieviele Problem und Krisen mit auf die Reise genommen wurden)
  • des Konsums von Genuss- und Suchtmitteln
    • Rauchen bremst aber die körperliche Leistungsfähigkeit und senkt die Atmungskapazität.
    • Alkohol führt zu Fehleinschätzung von Leistungsfähigkeit und Risiko, Einschränkung der Reaktionsfähigkeit und Abschwächung der Wahrnehmung der inneren Sinne (Temperatur, Druck, Zug, Gelenkstellung, Gleichgewicht, Schmerz).
    • Stimmulierende Substanzen wie Koffein oder Dopingmittel täuschen je nach zugeführter Menge einem ansonsten müden Körper eine starke Leistungsfähigkeit vor und können zur Mobilisierung von Reserven verleiten, um ein sportliches Ziel zu erreichen. Die Folge sind ggf. innere und äußere "Kollateralschäden".
    • Alle illegalen Drogen sind bei allen Sportarten hochgefährlich und mit einem hohen Unfallrisiko verbunden. 

Empfehlungen

  • Körperliche Belastung vor dem Urlaub einschätzen, sich vorbereiten und trainieren
    • Skigymnastik, Tauchkurs im Schwimmbad, Wandern ...
    • Methodenauswahl s.u.
  • Aktivitäts- und Entspannungsphasen sich gleichmäßig abwechseln.
  • Flowgefühl suchen (siehe Methodenbeispiele).
  • Körperliche Anstrengungen langsam steiger: Ziel zurückstecken und dem Prozess mehr Raum geben.
  • Viel trinken: Je nach Sportart und Anstrengung kann daher eine Trinkmenge von mehreren Litern pro Tag notwendig sein.
  • Für neue Sportarten erfahrene Trainers suchen. Hier durch Learning-by-doinig sparen zu wollen, wäre ebenso fatal, wie sich blind auf den Sicherheitszustand von billigen Sportausleihgeräten zu verlassen. 

Mehr zu Bewegung

Kleine Methodenauswahl zu entspannter Bewegung

Das Gefühl eines angenehmen Bewegungsflusses entsteht, wenn eine herausfordernde körperliche Belastung in dem Moment, in dem sie geschieht, als positiv, interessant, befriedigend oder gar lustvoll empfunden wird. Typisch für Flow-Bewegungen beim Schwimmen, Spazierengehen, Skilanglaufen, Tango-Tanzen, Trommeln oder Modelleisenbahnbauen ist, dass sich das Zeitgefühl verliert, je gewandter und eleganter die Bewegungen fließen. Mit einigem Traning verliert sich im Flow die bewusste Haltung der anstrengenden Körperbeherrschung und macht einer schwebender Balance Platz, bei der die Ausführung der Bewegungen weniger Energie verbraucht aber effektiver, kunstvoller geschieht.

 





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