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Schwirr ab!

Anti-Brumm, Autan oder Vitaminspritze? Was hilft wirklich gegen Mücken? Und welche Mittel vertragen auch kleine Kinder?


Mücken orientieren sich am menschlichen Körpergeruch. Wer den mit dem richtigen Mittel übertüncht, zählt am Ende weniger Stiche (Foto von: Geoff du Feu/Taxi/Getty Images)
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Mücken orientieren sich am menschlichen Körpergeruch. Wer den mit dem richtigen Mittel übertüncht, zählt am Ende weniger Stiche

Staphisagria-Gobuli, Citronella-Öl oder doch Chemie? Seit letzten Sommer in Nizza zwei Fälle von Denguefieber auftraten, brummen die Globetrotter-Foren. Hans-Peter Brix von der Stiftung Warentest hat im Mai 2010 21 Produkte getestet, darunter ätherische Öle und synthetische Wirkstoffe. "Mücken erkennen Menschen am Körpergeruch", sagt er. "Den muss man übertünchen." Note eins bekam auch Testsieger Anti-Brumm Forte nicht: "Das Mittel ist wirksam, aber nicht unbedenklich."


Der Grund heißt Diethyltoluamid, abgekürzt DEET, steckt auch in Care Plus oder Nobite und hält aggressive Malaria- Mücken bis zu sechs Stunden fern. Doch nicht jeder verträgt die Substanz. Bei Kleinkindern und Schwangeren empfiehlt Brix den milderen Wirkstoff Icaridin (z. B. Autan, Azaron, Ballistol, Parazeet). Am unbedenklichsten: Autan Family Care - mit halber Wirkstoffdosis, laut Brix für Babys immer noch zu viel. Er rät zu langer, weiter und heller Kleidung, Socken, einem Mückennetz vor dem Buggy - und Wachsamkeit. Dr. Tomas Jelinek dagegen, wissenschaftlicher Leiter des Centrums für Reisemedizin in Düsseldorf (crm), hält "grundsätzlich am Goldstandard DEET" fest: " Die Toxizität wurde nie ernsthaft bewiesen." Für ihn rechtfertigt Schutz vor lebensbedrohlichen Krankheiten das Risiko möglicher Reaktionen. Ausschließlich bei Kindern unter zwei Jahren würde auch er Icaridin vor ziehen. Zuverlässiger Mückenschutz dürfe sich nicht auf Fernreisen beschränken. Die asiatische Tigermücke, verantwortlich für Denguefieber, sei schon vor Jahren in Europa angekommen.

Eine Alternative zu den starken Abwehrmitteln DEET und Icaridin ist der chemische Wirkstoff EBAAP (Ethylbutylacetylaminopropionat). Experten kritisieren die kürzere Wirkdauer, aber er scheint verträglicher. Umstritten ist, ob er sich für die Tropen eignet. In heimischen Breiten lohnt ein Versuch, z. B. mit Anti-Brumm sensitive. Pflanzliche Mittel wie Citronella-, Eukalyptus-, Teebaum-, Nelken- oder Lavendelöl sollen ebenfalls helfen - niemals pur aufgetragen, immer in Bodylotions gemischt. Sie sind auch in Anti-Brumm Naturel, Zedan oder T3 Djungel Deo enthalten. Brix: "Wirkung gleich null - und ätherische Öle können Allergien auslösen." Neuester Elterntipps, angeblich schon für Zweijährige, ist eine schmerzfreie Injektion mit Vitamin B1 in Arme, Beine, Hals- und Ohrbereich, die wochenlang leicht süßlichen Duft bewirkt. Jelinek hält nichts davon, auch Brix winkt ab: "Unsere Probanden waren ziemlich zerstochen." Knoblauch oder Petersilienölkapseln, UV-Licht-Fallen und Ultraschallgeräte sind schon bei früheren Tests durchgefallen.


Tipps für unterwegs

  • Mittel aus Deutschland mitnehmen, Produkte in anderen Ländern sind oft höher konzentriert und enthalten bedenkliche Zusatzstoffe.
  • Nur unbedeckte Stellen behandeln, Hände besser nicht, weil sie oft in den Mund wandern. Kopfhaut mit Anti-Mücken-Spray schützen.
  • Sprays nicht einatmen, Augen und Mund beim Einsprühen schließen.
  • Erst Sonnencreme, dann Antimückenmittel auftragen.
  • Nicht auf die Produktangaben verlassen, laut Stiftung Warentest wirken alle Mittel kürzer als angegeben.
  • Moskitonetz mitnehmen und übers Hotelbett spannen.
  • Zimmer mit Klimaanlage buchen, Mücken mögen es nicht kühl.
  • Vor dem Zubettgehen möglichst kalt duschen.
  • Auch ohne Licht Fenster schließen: Mücken fliegen dem Duft nach.
  • Mittel gründlich abwaschen, wenn die Gefahr vorbei ist.


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