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Fotogalerie: Erstbesteigung am Ende der Welt

Unbekannt und unerforscht war der Monte Giordano an der Südspitze Feuerlands bis zum Frühling 2012. Wir zeigen die packenden Bilder der Erstbesteigung

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© Ralf Gantzhorn
“Anseilen!” Robert Jasper beim sortieren des Seils, bevor es in den Gletscherbruch am Fuß des Monte Giordano geht. Die Reise bis hierhin und die der Erstbesteigung zeigen die folgenden Bilder.
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Eisberg voraus! Im Agostinifjord, welcher als einer der größten Wunder der feuerländischen Kordillere gilt, kalben gleich 12 Gletscher direkt neben subpolarem Regnwald ins Meer. Für die Navigation auf einem Segelboot bedeutet das allergrößte Vorsicht, auch wenn das Schiff nicht “Titanic” heißt
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Ein starkes und eingespieltes Team: Profibergführer Jörn Heller, Spitzenalpinist Robert Jasper und Fotograf Ralf Gantzhorn (v.l.n.r.)
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Damit die Oberarmmuskeln nicht verkümmern: Robert Jasper trainiert auf dem Oberdeck der “Polarwind” inmitten des Beaglekanals. Allerdings: Das Training im T-Shirt scheint Poseidon nicht geschmeckt zu haben -es war der letzte Schönwettertag für die nächsten Fünf Wochen
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“Viel Glück!” Bootsmann Nico wünscht den Bergsteigern alles Gute für Ihre Unternehmung, nach dem er sie mit dem Dinghi von der im Hintergrund zu erkennenden “Polarwind” an Land gebracht hat
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Ein erster Blick: Während des ersten Erkundungsversuches reisst es für kurze Zeit auf und wir können einen ersten Blick auf unser Ziel, den Monte Giordano, erhaschen. Aufgrund der fortgeschritten Jahreszeit, es ist Anfang April, hat sich die Vegetation in ein leuchtend oranges Farbenmeer verwandelt
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Kein Spaß! So schön der Wald sich anschauen lässt, in vielerlei Hinsicht bildet er in seiner Filigranität und seinem Artenreichtum geradezu einen Gegenentwurf zum rauen Klima, so schwierig ist ein Durchkommen. Robert Jasper beim Kampf mit Vegetation und Gepäck (ca. 35 kg)
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Traumberg: Nach er sich Wochen lang in dicke Wolken gehüllt hat zeigt sich der Monte Giordano während des zweiten und letztendlich erfolgreichen Gipfelversuchs in all seiner Pracht. Seine Form ähnelt einer Haifischflosse, daher der Name der neuen Route: “Shark’s Fin Ridge”
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“Nichts hinterlassen außer Fußspuren”: Jörn Heller und Robert Jasper auf dem Weg durch den Gletscher an der Basis des Monte Giordano
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Das Gelände wird steiler: Jörn Heller und Robert Jasper im Gletscherbruch unterhalb des Westgrates des Monte Giordano
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Spaltenreich: Während des Zustiegs zum Westgrat müssen Gletscherspalten sowohl über- als auch durchquert werden, eine heikle Angelegenheit
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Und der Mond schien helle, als auf die schnelle... Aufgrund der Kürze des Schönwetterfensters fand die Gipfelbesteigung in einer “fast and light” Aktion in der Nacht statt. Auf dem Bild sichert Jörn Heller Robert Jasper, der sich mit Stirnlampe und Mondlicht seinen Weg durch die Wand der Gipfelpyramide sucht
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Glücklich am Gipfel: Jörn Heller, Robert Jasper und Ralf Gantzhorn (liegend) auf der nur wenige Quadratzentimeter großen Spitze des Monte Giordano. Es war 00:15, als das Team den nach GPS 1517m hohen Gipfel erreichte
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Um 07 Uhr morgens erreichte das Team wieder flachen Grund und das Zelt. Der nächste Sturm mit Schnee und Regen ließ nur noch wenige Minuten auf sich warten
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“Anseilen!” Robert Jasper beim sortieren des Seils, bevor es in den Gletscherbruch am Fuß des Monte Giordano geht. Die Reise bis hierhin und die der Erstbesteigung zeigen die folgenden Bilder. (Foto von: Ralf Gantzhorn)
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“Anseilen!” Robert Jasper beim sortieren des Seils, bevor es in den Gletscherbruch am Fuß des Monte Giordano geht. Die Reise bis hierhin und die der Erstbesteigung zeigen die folgenden Bilder.

Unbekannt und unerforscht war der Monte Giordano an der Südspitze Feuerlands, bis Extrembergsteiger Robert Jasper, Bergführer Jörn Heller und Fotograf Ralf Gantzhorn im Frühling 2012 die Erstbesteigung wagten. Vor diesem Abenteuer wartete ein weiteres: die Fahrt mit der Segelyacht „Polarwind“ ab Puerto Williams. Extreme Stürme und sintflutartige Regenfälle erschwerten die Reise, so dass das Team für 350 Seemeilen volle drei Wochen brauchte. Eine davon mussten die Abenteurer auf einer unbewohnten Insel im Orkan ausharren. Und Jörn Heller brach sich auch noch eine Rippe, als er an Bord ausrutschte.

Als sie endlich am Absetzplatz angekommen waren, folgte der mühsame Weg zum Berg: Sie wateten durch hüfttiefe Flüsse, sanken bis zu den Knien im Morast ein und Rutschten immer wieder mit ihren schweren Rucksäcken auf aalglatten Baumstämmen aus. Aber dann sahen sie endlich ihren Berg, der wie eine Haifischflosse emporragte und deshalb von den dreien den Spitznamen „Shark’s Finn“ bekam. Kurz nach Mitternacht erreichten die drei nach einem zwölfstündigen Aufstieg den jungfräulichen Gipfel.


Die wichtigsten Fakten zur Erstbesteigung des Monte Giordano

Berg: Monte Giordano, 1517 m Nach der Karte des Feuerlandpioniers Alberto M. de Agostini von 1959, Monte Giordano 2042 m. Nach der Chilenische Seekarte, Monte Buckland, 2040m. Gipfel laut unserer GPS Vermessung: 1517 m. Die Gipfelkoordinaten: S 54°27`11s ,W 070°12`11s.

Route: „Shark`s Fin Ridge“ (Westgrat), bis M7, Höhenmeter im Aufstieg, ca. 2200 hm.

Erstbesteigung: Robert Jasper, Jörn Heller und Ralf Gantzhorn vom 6.-7.04.2012 in 12 Stunden Aufstieg, Gesamtzeit vom Boot und zurück inklusive 4 stündigem Biwak in 27 Stunden.

Gebiet: Cordillere Darwin, Feuerland / Chile.

Charakter: Es handelt sich um eine äußerst anspruchsvolle kombinierte Gratkletterei am Ende der Welt. Ganz besonderes Augenmerk muss auf die extremen Wetterverhältnisse gelegt werden und insbesondere darauf, dass die Schlüsselstelle („Fin“, M7) erst während des Rückweges überwunden werden muss. Bei schlechtem Wetter schwere Orientierung und hohe Spaltensturzgefahr, Rückzug kann sehr problematisch werden, „man sitzt in der Mausefalle“.

Routenbeschreibung:

1.) Landung mit Dingi in der Bucht, Höhe 0 Meter NN.

2.) Durch wildes wegloses Gelände, Urwald, Sumpf und Flüsse einem Bachverlauf folgend, in nördlicher Richtung auf einen Höhenrücken, und weiter zum Gletscher (Höhe ca. 500 m).

3.) Zuerst flach, dem Gletscher folgend zur Südflanke des Westgrates.

4.) Durch den Gletscherbruch, sich möglichst hoch an der Flanke des Westgrates haltend um die großen Spalten zu umgehen (30° – 65°), in eine kleine markante Scharte rechts zum großen Schneecol (ca. 1000 hm).

5.) Nun immer dem Westgrat folgend, die erste Graterhebung nordseitig umgehend (Achtung Spalten) erreicht man die Gratschneide, der man folgt.

6.) Über sehr exponierte Gratkletterei erreicht man die Schlüsselstelle (2.te Graterhebung, „Flosse“), welche man abseilend bewältigt (30m, Abseilstelle an Felskopf). Achtung, diese Passage muss auf dem Rückweg wieder überklettert werden (M7, heikel, schlechte Absicherung). Tipp: Eventuell Fixseil zurücklassen und unbedingt auch unten (Wind ) fixieren.

7.) Über leichtes, teils sehr ausgesetztes Gelände dem Gratverlauf bis zur Gipfelpyramide folgen.

8.) Die Gipfelpyramide erklettert man über den nordwestlichen Schneehang (ca. 60 hm, 30° - 40°, Lawinengefahr beachten) und im Weiteren dem steil aufschwingenden Gratverlauf folgend auf den exponierten Gipfel (ca. 300 hm, Schwierigkeiten bis ca. M5, Stände an Felsköpfen).

Abstieg: 5 x 50 m an Felsköpfen abseilen (Schlingen wurden belassen), im Weiteren Abstieg der Aufstiegsroute folgen.


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