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Reisen nach dem Känguru-Prinzip
"Mit nichts im Beutel große Sprünge machen": Mit einem Working Holiday Visum können junge Deutsche in Down Under jobben und ihre Reisekasse füllen. Eine von ihnen hat für GEOSpecial Tagebuch geführt
Erst dachte ich an ein Freiwilliges Soziales Jahr oder an einen Au-pair-Aufenthalt in Irland, dann aber erzählten Freunde mir vom "Working Holiday Visum" für Australien, und ich wusste, das ist es. Je mehr ich mich mit der Materie auseinandersetzte - von Visaformalitäten bis zum Kleingedruckten in den Policen der Reiseversicherungen - desto mehr tauchte ich ein in eine geschäftige, sorglose Vorfreude. Erst vorhin, als wir die 40 Kilometer von Nieder-Beerbach zum Flughafen fuhren, ist mir mit einem Schlag klar geworden, dass es jetzt ernst wird, dass ich mein gewohntes Umfeld hinter mir lasse: meine Familie, meine Freunde, mein Zuhause. Jetzt bleibt mir nur noch, diesen 22-stündigen Mega-Trip zu überstehen und zu sehen, ob ich dieser Herausforderung wirklich gewachsen bin.
Frankfurt, 10. August
Stocksteif vor Flugangst sitze ich in der Maschine, nur ein anderes Gefühl macht sich noch ähnlich in mir breit: das, komplett wahnsinnig zu sein. Genau heute bin ich zwei Monate mit Julian zusammen. Und ich setze mich an unserem Jubiläum ins Flugzeug nach Australien, um diese zwar noch kurze aber wunderbare Beziehung auf E-Mails und Anrufe zu reduzieren! Sechs Monate werden wir uns nicht sehen. Aber ich hatte es eben schon seit Weihnachten geplant und vorbereitet: mit dem Rucksack durch Australien reisen und dabei jobben. Denn gleich nach dem Abitur studieren, das wollte ich nicht. Ich hätte mich blind für ein Fach eingeschrieben, brauchte mehr Zeit, einen anderen Blick aufs Leben.

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Brisbane, 12. August
Die Bilanz nach einem Tag Australien ist äußerst positiv! Schon im Flugzeug hat mich Frank - ein Australier, der neben mir saß - mit seiner Adresse in Gladstone ausgestattet. Er wollte mich einfach nicht in seinem Land ankommen lassen, ohne dass ich jemanden kenne. An sozialer Isolation werde ich nicht zugrunde gehen. Obwohl eigentlich viel zu müde, bin ich wie im Rausch durch die Straßen von Brisbane gelaufen. Dieses unglaubliche Licht! Die Sonne hier ist ein großer brennender Ball an einem dunkelblauen, endlosen Himmel. Palmen reihen sich an den Straßen, und im Botanischen Garten fliegen Kakadus. Nun sitze ich im Hostel auf einem spektakulär wackeligen Hochbett. Die Mädels laufen raus und rein, auch das Licht ist noch an. Aber ich bin müde, wie nie in meinem Leben zuvor.
Park Ridge, 20. August
Ab heute wühle ich in der Erde. Für Unterkunft, Essen - und für Familienanschluss, was der Hauptbeweggrund war, diesen Job auf der "Friedrich's Organic Farm", eine dreiviertel Stunde Fahrt von Brisbane entfernt, anzunehmen. Mit Leuten wie Detlef und Muriel, den Besitzern dieses Biobauernhofs, kann ich mich einfach besser einleben. Noch in Brisbane hatte ich mir das Buch der Organisation "Willing Workers On Organic Farms" (WWOOF) besorgt und bei den sympathisch klingenden Hofbesitzern angerufen. Jetzt stehe ich in den nächsten vier Wochen von acht bis sechs Uhr auf dem Feld. Die Tagesaufgabe heute: 70 Bund Frühlingszwiebeln. Und weil ein Bund aus zehn Zwiebeln besteht, mussten Hiroko, meine japanische Zimmergenossin, und ich 700 davon aus der Erde ziehen, sie von Wurzeln und braunen Blättern befreien, mit Wasser abspritzen und in Kartons packen.
Berichte aus dieser Region:
Abenteuer Red Center
Nachdem wir uns in Sydney verliebt haben geht es weiter ins rote Centrum Australiens. Wir fliegen [...]Es zog uns in die Ferne gen Südosten: Asien-, Australien-, Neuseeland-Reise
Indien (Mamallapuram), Singapur, Australien, Neuseeland, Australien, Indonesien (Bali und Jakarta), [...]Notley Gorge State Reserve Tasmania (Australia)
Nördlich von Launceston (ca. 25 km) befindet sich eine wunderschöne, von Farnbäumen überwachsene [...]» Jetzt mitmachen! «


























