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Familienurlaub im Harz
Mit der Grubenbahn ins Bergwerk sausen, im Kettenhemd durchs Museum rasseln, den Wurmberg hinabrollern und beim Wasserregal wandern: Tipps für einen familienfreundlichen Urlaub in dem kleinen Gebirge mitten in Deutschland
Goslar
Goslar eignet sich als Einsteiger-Kurs
in Sachen Harz, mit allem, was das Mittelgebirge
ausmacht: unter Tage der Bergbau,
über Tag das Fachwerk, drum herum
Wälder und Wasser. Zu Romantik und
Barock gesellt sich die Moderne: Skulpturen
von Künstlern wie Henry Moore
stehen in der Bilderbuch-Stadt am Wegesrand. Jeden Oktober wächst die
Sammlung, wenn Goslar einen Künstler
mit dem "Kaiserring" ehrt und der dafür
oft ein Werk hinterlässt
( www.kaiserring.net ). Die Preisträger
steigen im Hotel
Niedersächsischer
Hof ab,
wo ihre Skizzen und Fotos
die Bar schmücken (Klubgartenstr.
1–2, Tel. 05321-31 60, www.niedersaechsischerhof-goslar.de ; DZ/F
ab 110 Euro). Mehr als 1000 Jahre wurden
im Rammelsberg Erz und Silber abgebaut
und machten Goslar reich. Heute
ist das Bergwerk Unesco-Welterbe. Entdeckertouren,
etwa mit der Grubenbahn,
führen tief in den Berg hinein, wo man
ohrenbetäubend laute Fördermaschinen
in Aktion erleben kann. Oder man besichtigt
die Felsenhalle im Roeder-stollen,
wo sich ein riesiges Kehrrad dreht,
das einst Wasser aus der Tiefe heraufzog.
Wer noch mehr über den Bergbau erfahren
möchte, besucht die Ausstellungen
in den Museumshäusern (Tel. 05321-75 01 22, www.rammelsberg.de ; Eintritt inkl.
Touren ab 12 Euro). Nicht zuletzt des Silbers wegen mochten mittelalterliche
Kaiser Goslar. Heinrich III. ließ dort
um 1050 seine Kaiserpfalz bauen, das
größte säkulare Gebäude seiner Zeit.
Geführte
Touren durch den Kaisersaal
frischen historisches Wissen auf:
Canossa, Luther, Barbarossa und so weiter
(Kaiserbleek 6, www.goslar.de ; Eintritt
4,50 Euro, Kinder 2,50 Euro). Anschaulicher
für junge Besucher ist das Mittelalter-
Museum im Zwing er. Eine komplette
Rüstung dürfen sie zwar
nicht anlegen, dafür aber ein
Kettenhemd nebst Schwert
(Thomasstr. 2, www.zwinger.de ;
Eintritt 2,50 Euro, Kinder 2 Euro;
montags geschlossen). Im Wehrturm sind
außerdem drei begehrte
Ferienwohnungen untergebracht
(Tel. 05322-55 49 44, www.zwinger.de ;
Apt. ab 53 Euro/Nacht).

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Clausthal-Zellerfeld
Wer ein Ferienhäuschen am See sucht, Strandbad
und Bootsverleih inklusive, steuert das
Bergstädtchen mit dem Doppelnamen an.
Rund 60 Gewässer liegen rundherum
in Wäldern und Wiesen, in vielen ist das
Baden erlaubt, darunter der Hausherzberger
Teich mit dem Ferienpark
am Waldsee (Tel. 05323-8 16 61, www.ferienpark.harz.de ; Apt. ab 45 Euro/Nacht).
Wie der Bergbau und das viele
Wasser zusammenhängen, erklärt das
Bergwerksmuseum (Bornhardtstr. 16, www.bergwerksmuseum.de ; Eintritt 6 Euro,
Kinder 3 Euro). Oder man findet das
per Taschencomputer
mit "e.guide Emil"
selbst heraus. Die pfiffige interaktive
Software erklärt während der Wanderung
durchs Oberharzer Wasserregal,
dass die Teiche für die Bergbau-Maschinen
aufgestaut wurden und durch Kanäle
und unterirdische Stollen miteinander
verbunden
sind. War ein See leer, kam
Nachschub aus einem höher gelegenen.
Das System funktioniert bis heute
so gut, dass es für Trinkwasser-Gewinnung
und Stromerzeugung genutzt
wird. Ein paar Schritte vom Museum entfernt,
im Kunsthandwerkerhof, gibt
es in einem gemütlichen Sammelsurium
alter Möbel namens Café Sti(e)lbruch
hausgemachten Kuchen (Bornhardtstr.
11).
Walkenried
Als "Väter" des Wasserregals
gelten die Zisterzienser-Mönche
des Klosters Walkenried, die
den Rammelsberg einst betrieben und
sich auch deshalb eine Klosterkirche
leisten konnten. Von der ist zwar nur
noch eine malerische Ruine übrig, dafür
sind die Klausurgebäude erhalten, in
denen ein Museum über den Alltag im
Kloster informiert (Steinweg 4a, www.kloster-walkenried.de ; Eintritt 6 Euro, Kinder
4 Euro; montags geschlossen). Eine Einkehr lohnt
sich in der Kleinen Kommode in Zorge
mit französisch inspirierter Küche, Möbeln
wie vom Flohmarkt und einem
Spielzimmer für Kinder (Taubentalstr. 16,
www.kleinekommode.de ).
Sankt Andreasberg
Wer den
Rammelsberg und das Zellerfelder Museum
gesehen hat, für den hält die
Grube Samson nur noch eine
Erkenntnis
bereit: An der Legende, dass
Kanarienvögel im Bergbau nur als Frühwarnsystem
für Sauerstoffmangel genutzt
wurden, ist nichts dran. Die begehrten
"Harzer Roller", die wie der strenge Käse heißen, züchteten die Bergleute vor
allem als Nebenerwerb (Kanarienvogelmuseum,
Am Samson 2, Eintritt
2,75 Euro, Kinder
2 Euro; www.harzerroller.de ).
Braunlage
Braunlage gilt als eine Wiege des
Wintersports im Harz und ist auch Austragungsort
sonderbarer Sportarten wie
Nacktrodeln oder Setzbügeleisen-Eisschießen,
einer Curling-Variante. Gar
nicht verschroben, sondern ein riesiger
Spaß sind die Monsterroller, Tretroller
mit großen Reifen und starker Bremse. Mutige ab acht Jahren lassen
sich von der Seilbahn auf den Wurmberg
bringen und überwinden bergab 411 Höhenmeter
(1,5 Stunden 14 Euro; www.monsterroller.de ).
Eingebettet in den Oberen
Kurpark liegt eine SwinGolf-Anlage.
Der Trendsport aus Frankreich
wird auf kurzen Bahnen mit nur einem
Schläger gespielt (Tageskarte 6 Euro; www.swingolf-harz.de ).
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