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Sils Maria: Wo Dichter entspannen
Sils Maria ist seit jeher ein Ort der Dichter und Denker. Friedrich Nietzsche verbrachte dort mehrere Sommer und Hermann Hesse wurde der stille Ort am Eingang zum Fextal eine zweite Heimat. Nicht nur die atemberaubende Landschaft zieht zahlreiche Künstler an. Vielen hat es vor allem das mondäne Hotel "Waldhaus" angetan, das in diesem Jahr seinen 100. Geburtstag feierte
"Gesehen habe ich viele Landschaften und gefallen haben mir beinahe alle,... und wohl die schönste, am stärksten auf mich wirkende von diesen Landschaften ist das obere Engadin." Der Literatur-Nobelpreisträger Hermann Hesses war dem Engadin sehr verbunden: Seit er als 28-Jähriger das erste Mal auf die Seenlandschaft blickte, zog es ihn immer wieder dorthin. Zwischen 1949 und 1961 verbrachte er fast jeden Sommer in Sils Maria.
Seit mehr als 150 Jahren lockt der gediegene Ort am Eingang zum Fextal Dichter, Maler und Musiker an. Sils Maria ist privat, introvertiert und weniger mondän als St. Moritz. Das Hochplateau, eingerahmt von den schroffen Gipfeln der Bernina-Gruppe, die blumenübersäten Wiesen im Sommer, bieten Ruhe, Entspannung und Motive zugleich. "Wir sind hier restlos begeistert und schlürfen die Luft der Gemsen wie französischen Champagner", schrieb der Komponist Richard Strauss 1947 aus dem Engadin.
Hermann Hesse wohnte stets im Hotel "Waldhaus", dem einzigen Grand-Hotel von Sils Maria. Seit 100 Jahren thront es wie eine märchenhafte Burg auf einem bewaldeten Hügel über dem Ort. Schriftsteller wie Max Frisch, Thomas Mann oder Kurt Tucholsky genossen hier vor allem die Ruhe und Abgeschiedenheit. Die Besitzer führen das Hotel in vierter Generation und setzen bewusst auf Altmodisches. Dicke Teppiche im Inneren schlucken jedes Geräusch, von den aufwändig gestalteten Stuckdecken Decken hängen Kristallleuchter, und in den 150 Zimmern, die alle ganz individuell im Stil der ausklingenden Belle Époque eingerichtet sind, kann man eine nahezu berauschende Stille genießen. Auch die Rituale sind altmodisch: Noch heute trifft man sich zum Nachmittagstee in der Halle, eine hauseigene Kapelle hält die Gäste bei Laune und der Hausherr begrüßt jeden Gast zum Abendessen höchstpersönlich.
Dem Charme dieses Hotel erlagen auch Regisseur Claude Chabrol, der hier seinen Film "Rien ne va plus" drehte, und Donna Leon, die sich von anstrengenden Lesereisen erholte. Im Gästebuch finden sich außerdem Einträge von Friedrich Dürrenmatt, Albert Einstein und Alberto Moravia.
Nur der Philosoph Friedrich Nietzsche, der als einer der ersten nach Sils Maria kam, ließ sich nicht im vornehmen "Waldhaus" nieder. Er bezog stets Quartier in einem typischen Engadiner Häuschen mit kleinen Fenstern und niedriger Decke, der Pension Durisch. Heute trägt das Haus seinen Namen und ist Museum und Begegnungsstätte für Künstler, Gelehrte und interessierte Laien, die in einfachen Doppelzimmern übernachten und nachfühlen können, warum Nietzsche Sils Maria als den "lieblichsten Winkel der Erde" bezeichnete.
Info
Das Nietzsche-Haus ist dienstags bis sonntags von 15 bis 18 Uhr geöffnet, der Eintritt kostet 6 CHF. Vom 25. bis zum 28. September 2008 findet das diesjährige Nietzsche-Kolloquium statt, das Motto: "Nach neuen Meeren".
Nietzsche-Haus, 7514 Sils-Maria, Tel. +41 81/8 26 53 69
www.nietzschehaus.ch
Vom 26. Juni bis zum 29. Juni finden die 9. Silser Hesse-Tage statt, die sich mit dem literarischen Werk des Nobelpreisträgers befassen. Veranstaltet werden sie vom Hotel "Waldhaus", das in diesem Jahr auch 100. Geburtstag feiert.
Hotel "Waldhaus", 7414 Sils-Maria, Tel. +41 81/8 38 51 00
www.waldhaus-sils.ch
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Kommentare zu "Sils Maria: Wo Dichter entspannen"
Da ist sich ein kleiner Fehler im Artikel eingeschlichen. Mochte Nietzsche den Übermenschen propagieren, doch auch er war nicht in der Lage, als Toter im Waldhaus zu nächtigen: dieses wurde 1908 eröffnet, also 8 Jahre nach dem Tod Nietzsches. Hätte er gelebt, wäre er vermutlich auch ins Waldhäuschen abgestiegen. Vielleicht.
Sehr geehrte Damen und Herren, Ich freue mich sehr, auf Ihr schönes Gästebuch gekommen zu sein u. wünsche Ihnen allen ein erfolgreiches und glückliches Jahr 2011. Lassen Sie die schönen Eindrücke der Natur auf sich wirken und genießen Sie die schönen und vielseitigen Dinge der Natur, so lange Sie noch Zeit haben, denn leider sind wir alle nur zu Gast auf dieser schönen Erde. Träume werden zwischen Himmel und Erde geboren. Bitte sehen Sie sich doch mal die Internetseite: www.poesie-des-herzens.de, an. Vielen herzlichen Dank! Mit freundlichen Grüßen Günter Wilkening, Minden/Westfalen