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Seychellen: Tapetenwechsel
Es begann mit dem Traumstrand auf einer Fototapete. Gibt's den tatsächlich? Und wie sieht er "in echt" aus - rätselten GEO SAISON-Autor Markus Wolff und ein Freund. Und machten sich auf, das Fotoidyll in der Wirklichkeit zu suchen.
Im Wohnzimmer meines Freundes Bimi, dem bereits zu Schulzeiten sein richtiger Vorname abhanden kam, hängt als Hinterlassenschaft seines Vormieters eine riesige Fototapete. Darauf streckt sich eine Palme in tadellosem Bogen in den Himmel, während schaumgekrönte Wellen einem mit kleinen Felsen durchsetzten Strand entgegengleiten.
Zwei Schwestern am Strand
An regnerischen Tagen saßen Bimi und ich oft vor der Tapete, hörten Meeresrauschen von CD und bestimmten den Ort unseres Strandes. Ohne nähere Begründung behauptete Bimi, dass es sich nur um ein namenloses Atoll im Zulu-Archipel handeln könne. Ich tippte wegen der rund geschliffenen Steine beharrlich auf die Seychellen. Einigkeit herrschte dagegen darüber, dass wir es mit einer völlig ursprünglichen Insel zu tun hatten, die lediglich über eine kleine, von zwei aparten Schwestern geführte Strandbar verfügt. An dieser Stelle war stets die Stimme von Bimis Freundin zu vernehmen, die ihre Buchlektüre im Nebenzimmer für ein "So, so, zwei Schwestern!" unterbrach. "Die sind verheiratet!", rief Bimi dann zurück. Da war es wieder still.
Wo ist die Palme?
Irgendwann, nachdem wir wieder vor der Tapete gesessen hatten, sagte Bimi unvermittelt, dass wir uns endlich auf den Weg machen und unseren Strand finden müssten. "Aber diese Palme kann überall stehen", bemerkte ich, während Bimi bereits seine Badehose aus dem Kleiderschrank holte. "Man muss abwarten können", wandte auch seine Freundin ein und brachte einen Schriftsteller ins Spiel: "Die Neugierde ist der Tod der Freude." Bimi ignorierte diesen Einwurf, pflichtete seiner Freundin aber bei, dass die Suche eventuell lange dauern würde. Ich konnte ihn unmöglich alleine reisen lassen. Also machten wir ein Polaroid-Foto von der Tapete und begaben uns zum Reisebüro.
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