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GEO Magazin Nr. 05/02 Seite 1 von 1


GEO Magazin Nr. 05/02 - Am Ursprung unseres Lebens - Heft vergriffen - › Abonnieren

Evolution: Ältester echter Säuger entdeckt

Im Nordosten Chinas haben Forscher die versteinerten Überreste eines Plazenta-Säugetieres entdeckt. Mit einem geschätzten Alter von 125 Millionen Jahren übertrifft das fossile Skelett die bisher ältesten vergleichbaren Funde um 40 bis 50 Millionen Jahre


Das Geschöpf, das gerade 14 Zentimeter mißt und 20 bis 25 Gramm schwer gewesen sein dürfte, ermöglicht neue Erkenntnisse über die Lebensweise der ersten Säugetiere mit Gebärmutter und einfacher Scheide. Möglicherweise ist das haselmausgroße Tier am unteren Ende des Stammbaums der höheren Säuger anzusiedeln.


Kletternde Mutter der Morgendämmerung

Eine chinesisch-amerikanische Forschergruppe berichtet in der Zeitschrift "Nature" über das Tierchen, dem man den Namen Eomaia scansoria gegeben hat (übersetzt etwa: "kletternde Mutter der Morgendämmerung"). Nach Ansicht der Wissenschaftler handelt es sich um den nahesten und ältesten bekannten Verwandten der heutigen Plazentatiere. Zu dieser Gruppe zählen alle Säugetiere, mit Ausnahme der Beuteltiere, Schnabeligel und Schnabeltiere (Monotremata).


Die versteinerten Überreste lassen die Zähne, Fußknochen und sogar das Fell des Ur-Säugetiers erkennen (Foto von: AFP/DPA)
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Die versteinerten Überreste lassen die Zähne, Fußknochen und sogar das Fell des Ur-Säugetiers erkennen

In Bäumen und Büschen

Die Skelettuntersuchung legt den Schluss nahe, dass Eomeia ein Kletterer gewesen ist oder zumindest an das Leben in Bäumen angepasst war. Eomeia hat sich dadurch möglicherweise Nahrungsquellen gesichert, die für andere Plazentatiere nicht erreichbar waren. Oder aber das urzeitliche Säugetier huschte über die Köpfe der übrigen Kreaturen hinweg, um potentiellen Räubern zu entgehen.


Wahre Fundgrube

Das Fossil ist außergewöhnlich gut erhalten. Obwohl der Schädel plattgedrückt ist, sind die Zähne erkennbar, mit denen Eomeia vermutlich Insekten vertilgt hat. Überdies sind die Fußknochen, Knorpel und sogar das Fell noch sichtbar. Dies bestätigt die Vermutung vieler Wissenschaftler, dass die frühesten Säugetiere behaart waren. Von den meisten dieser Ur-Säuger sind bislang nur einzelne Zähne oder Kieferknochen geborgen worden. Der bemerkenswert gute Zustand mache Eomeia zu einer wahren "Fundgrube für Informationen über die frühe Evolution und Ökologie der Säugetiere", kommentiert Anne Weil von der amerikanischen Duke Universität in "Nature".


So könnte <em>Eomaia scansoria</em>, die "kletternde Mutter der Morgendämmerung", ausgesehen haben (Foto von: AFP/DPA)
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So könnte Eomaia scansoria, die "kletternde Mutter der Morgendämmerung", ausgesehen haben

Evolutionärer Vorsprung durch Klettern?

Es bleibt die Frage offen, ob das Klettern in einem Zusammenhang mit dem evolutionären Erfolg der höheren Säugetiere steht. Molekularbiologische und fossile Untersuchungen zeigen an, dass sich die Plazenta- und Beuteltiere vor 125 bis 65 Millionen Jahren auf sehr unterschiedliche Weise entwickelten. Vermutlich war der gemeinsame Vorfahr beider Gruppen kletternd oder an das Leben in Bäumen angepasst. Wie Eomeia.



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