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Steinböcke im Kaukasus
Der Westkaukasische Steinbock trägt wie sein Namensvetter, der Ostkaukasische Steinbock, zwei gewaltige Hörner auf dem Kopf. Weil diese auch beliebte Jagdtrophäen sind, droht beiden Arten die Ausrottung. Ein Tierwelt-Video
Im Großen Kaukasus, einem gewaltigen Hochgebirge zwischen dem Schwarzen und dem Kaspischen Meer, ist der Westkaukasische Steinbock (Capra caucasica) beheimatet. Mit nur 4500 Quadratmetern Fläche ist der Lebensraum dieser seltenen Paarhufer, ein bergiges Gelände an der Grenze zwischen Russland und Georgien, äußerst begrenzt. Da der Großteil dieser Steinbock-Art im Stromgebiet des Flusses Kuban ansässig ist, wird sie mitunter auch als Kuban-Tur bezeichnet.
Direkt an den Lebensraum des Westkaukasische Steinbock schließt sich im Osten das Gebiet seines Namensvetters an. Dem Ostkaukasischen Steinbock (Capra cylindricornis) oder Dagestan-Tur, steht allerdings ein doppelt so großer Lebensraum zur Verfügung, der sich bis weit ins östliche Aserbaidschan erstreckt. Trotz einer Reihe von Gemeinsamkeiten in Aussehen und Verhalten gelten Dagestan- und Kuban-Ture als unterschiedliche Arten.

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Zwei Steinbock-Arten, viele Gemeinsamkeiten
Gemein ist beiden Steinbock-Arten ihr wuchtiger Körperbau: 100 Kilo bringt ein männliches Exemplar durchschnittlich auf die Waage. Beim Klettern stört dieses Gewicht indes nicht: In Höhen von bis zu 4200 Metern verlieren die wendigen Kletterer selbst auf schlüpfrigen Felsklippen und Steilhängen nicht die Balance.
Markantestes Merkmal dieser Paarhufer sind ihre beachtlichen Hörner, die bei männlichen Exemplaren eine Länge von durchschnittlich 75 Zentimetern erreichen. Während sie beim Westkaukasischen Steinbock in Form eines Säbels wachsen, ist die Krümmung beim Ostkaukasischen Steinbock weniger stark ausgebildet.
In der Brunftzeit werden die Hörner im Kampf gegen männliche Rivalen eingesetzt: Ende November, wenn der kalte Winter anbricht, verlassen die Böcke ihre angestammten Weidegründe knapp unterhalb der schneebedeckten Gipfel und wandern 1500 bis 2000 Meter abwärts. Auf den tiefer gelegenen Hängen grasen die Weibchen, von denen sie über weite Teile des Jahres getrennt leben, in kleinen Rudeln.
Steinbock als Samenspender
Doch nur die stärksten und damit ranghöchsten Tiere erhalten die Chance sich fortzupflanzen. Welchen Individuen diese Ehre gebührt, wird in harten Rivalenkämpfen entschieden, bei denen die jüngeren Tiere oft das Nachsehen haben. Um ihren Nachwuchs kümmern sich die Väter, die praktisch nur als Samenspender fungieren, nicht: Bringt das trächtige Weibchen im Mai oder Juni sein einziges Junges zur Welt, ist der Erzeuger längst in höhere Gefilde zurückgekehrt. Für ein Jahr bleiben die Jungtiere bei der Mutter, die sie mit Milch versorgt, ihnen das Fell putzt und Schutz vor Fressfeinden wie Luchsen oder Wölfen bietet.
Gegen den Menschen, die größte Bedrohung der Steinböcke, ist das Muttertier allerdings hilflos: Bereits seit dem 19. Jahrhundert gelten die Hörner der kaukasischen Steinböcke als begehrte Trophäen, die bis heute Jäger aus der ganzen Welt in den Kaukasus locken. In Russland gelten seit einigen Jahren Schutzmaßnahmen, die der ausufernden Wilderei zumindest einen gesetzlichen Riegel vorschieben. Nichtsdestotrotz ist der Bestand der Kuban-Ture auf rund 5000 Exemplare gesunken, Tendenz abnehmend. Auch der Dagestan-Tur steht kurz davor als gefährdet eingestuft zu werden: Wenig mehr als 10.000 Tiere durchstreifen noch die Höhen des Großen Kaukasus.
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