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GEO.de - Aggressive Zecken auf dem Vormarsch Seite 1 von 1
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Artikel vom 13.6.2007

Aggressive Zecken auf dem Vormarsch

Eine in nördlichen Breiten nahezu unbekannte Zeckenart breitet sich in Deutschland aus: die Auwaldzecke. Damit steigt auch das Risiko, sich mit bisher unerforschten Krankheiten zu infizieren


Vielerorts weisen Warnschilder auf die schleichende Gefahr im Wald hin - hier im Landkreis Offenbach (Foto von: picture-alliance/ dpa/dpaweb)
© picture-alliance/ dpa/dpaweb
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Vielerorts weisen Warnschilder auf die schleichende Gefahr im Wald hin - hier im Landkreis Offenbach

In Brandenburg, südöstlich von Berlin, sind seit Juli 2006 vier Menschen von Auwaldzecken (Dermacentor reticulatus) gestochen worden - die ersten dokumentierten Fälle in Deutschland. Bisher waren vor allem Hunde, aber auch Nager, Hasen und Wildschweine von Auwaldzecken befallen. Viele der befallenen Hunde erkrankten später an Babesiose, im Volksmund Hundemalaria genannt, da die Symptome an Malaria erinnern.

Neben der für Hunde gefährlichen Babesiose kann die Zecke vor allem das für den Menschen gefährliche Fleckfieber durch so genannte Rickettsien-Bakterien auslösen. "Diese Krankheiten sind in Deutschland bisher unbekannt", sagt Thomas Talaska, Facharzt für Mikrobiologie und Infektionsepidemiologie in Groß Lindow in Brandenburg.
Die Menschen, die von diesen Zecken in Brandenburg gestochen wurden, hatten Glück: keiner infizierte sich. Einer der Betroffenen konnte die Auwaldzecke entfernen, bevor sie Blut saugen konnte. Erst dann können die gefährlichen Krankheitserreger übertragen werden.

Die Auwaldzecke lebte bisher in Norditalien, Österreich und Ungarn sowie in osteuropäischen Ländern, auch in den Vereinigten Staaten. Wie ihr Name sagt, bevorzugt sie feuchte Gebiete wie Auen und Moore. Bereits vor etwa 35 Jahren wurden in Deutschland vereinzelt Auwaldzecken im Raum Leipzig gefunden. Damals ging man davon aus, dass Zugvögel die aus süd- und osteuropäischen Ländern importiert hatten.


Auwaldzecken (links ein Weibchen, rechts ein Männchen) haben eine auffällige Zeichnung und sind deutlich größer als der Gemeine Holzbock - und damit leicht zu erkennen (Foto von: picture-alliance/ dpa)
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Auwaldzecken (links ein Weibchen, rechts ein Männchen) haben eine auffällige Zeichnung und sind deutlich größer als der Gemeine Holzbock - und damit leicht zu erkennen

Unübersichtliche Verbreitung

Die Verbreitung der Zecke war in Deutschland bisher unklar. Ende 2004 waren daher Hundehalter und Tierärzte in Deutschland aufgerufen, Zecken dieser Gattung an den Verein Parasitus Ex einzusenden. Der Verein hat sich zum Ziel gesetzt, die in Deutschland noch eher unbekannten Krankheiten, die Haustiere bedrohen, bekannter zu machen. Bis Dezember 2005 konnten rund 1600 Auwaldzecken auf Krankheitserreger überprüft werden. Die meisten von ihnen kamen aus den Gebieten rund um Berlin, Frankfurt und Magdeburg sowie Leipzig und Tübingen.

Im Gegensatz zur häufigsten Zeckenart in Deutschland, dem Gemeinen Holzbock (Ixodes ricinus) sind die Spinenntiere aggressiv und lauffreudig. Sie warten nicht passiv am Grashalm hängend auf ihr Opfer, sondern gehen im Umkreis von etwa einem Meter auf den potenziellen Wirt los. Sie verhalten sich damit ähnlich wie andere tropische Schildzecken.

Die Auwaldzecke, die dreimal so groß wird wie der Gemeine Holzbock (erwachsene Weibchen werden bis zu 5 Millimeter, vollgesogen bis zu 20 Millimeter groß), erkennt man an dem hellen Rückenschild mit braunen Streifen und Tüpfelungen (Weibchen) oder an einer blaugrauen Zeichnung (Männchen) auf dem Schild. Man nennt sie daher auch Buntzecke.


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Kommentare zu "Aggressive Zecken auf dem Vormarsch"


sachse | 20.04.2009 23:02

ich habe 2 katzen die tag und nacht draußen sind. In den letzten wochen kamen beide mit sovielen Zecken an wie ich es noch nie erlebte, nichteinmal FRONTLINE hat gehalfen. Zum glück waren es bisher ”nur” holzböcke, doch was mach ich wenn es eine Aue.Zecke ist? Bei solchen Berichten wird mir ganz Bange!! Beitrag melden!

Woick, Horst | 21.07.2008 09:29

Diese Warnschilder haben uns gerade noch in wald und Flur gefehlt! Wer soll da gewarnt werden ??? Es weiß doch jeder, daß es dort Zecken gibt, ob solche oder solche ist letzlich egal. Der Waldbesucher sollte sich - auch ohne Schilder - entsprechend verhalten, egal wie, wann, wo ! Im Strassenverkehr sollen "überflüssige" Warnschilder abgebaut werden, andere Behörden stellen wieder Neue auf. Beitrag melden!

Chris | 20.05.2008 20:34

Bei uns im Raum Bitterfeld sind die Zecken auch zur Plage geworden! Als ich mit unserem Hund durch eine Wiese mit trockenem Gras gelaufen bin hatten wir beide zusammen 137 Zecken an uns!!!!! Gott sei dank konnte ich alle entfernen! Beitrag melden!

Daniel | 16.11.2007 12:43

Kokusnussöl ist eine gute Abwehr gegen Zecken. Die enthaltene Laurinsäure schreckt Zecken ab ! Beitrag melden!

Maria Bialas | 07.11.2007 16:10

Auch ich hatte nach dem Pilze sammeln Bekanntschaft mit einer Auwaldzecke gemacht. Ich komme aus Cottbus in der Lausitz. Ebenso wie bei Frau Lynen bemerkte ich den Parasit am Haaransatz meines Nackens ! Das kuriose ist, ich bemerkte die Zecke ca. 5 Std. nach meinem Waldaufenthalt und nachdem ich mir die Haare gewaschen habe. Ein Stich oder ein Jucken habe ich jedoch nicht bemerkt." Beitrag melden!

Marianne Lynen | 30.09.2007 20:03

Wir sind Pilzsucher und in diesem Jahr haben wir im Hürtgenwald Nähe Stolberg die Bekanntschaft mit mindestens 20 Auwaldzecken gehabt, die sich immer am unteren Haaransatz des Nackens aufhielten, wirsind mehrmals gestochen worden, es ist fast wie ein Mückenstich, nur juckt es sehr viel länger, etwa 2 Wochen. Wenn man die Zecke bemerkt, zieht man sie meist schnell aus den Haaren und versucht sie loszuwerden, der Nachteil ist jedoch, dass die Zecke dadurch nicht getötet wird. Beitrag melden!

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