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Aktive Touristen

Die PETA ist sich sicher: "Das Leid der heimatlosen Tiere ist in den Sommermonaten noch stärker." Ungewollt sind Touristen daran mit Schuld: Wer den Tieren während seines Urlaubs Futter gibt, handle nicht sinnvoll: "Es bringt wenig, wenn die Tiere nach der Abreise wieder hungern", so Andrea Müller, Sprecherin der PETA. "Zum aktiven Helfen sind die Organisationen und Gemeinden da."


Wer im Urlaub einen misshandelten Hund sieht, sollte sich laut Dr. Petra Richter verpflichtet fühlen, zu helfen (Foto von: Sonja Gersonde)
© Sonja Gersonde
Wer im Urlaub einen misshandelten Hund sieht, sollte sich laut Dr. Petra Richter verpflichtet fühlen, zu helfen

Was Touristen tun können

Um die Arbeit der Organisationen und der freiwilligen Tierschützer nicht zu behindern, sondern nachhaltig zu helfen, sollten laut Aussage der beiden Tierschutzorganisationen Touristen genau wissen, was sie tun. Sie können zum Beispiel schon vor ihrer Abreise Informationen sammeln: Wie schlimm steht es in dem ausgewählten Urlaubsland um die Tiere? Wie verhält es sich dort mit den Tierschutzgesetzen? Müller empfiehlt: "Telefonnummern von Tierschützern und Tierärzten bei sich zu tragen schadet nie, denn so kann man im Ernstfall schnell handeln." Verletzte Tiere sind zum Tierarzt zu bringen. Vernachlässigte Hunde auf Privatgrundstücken der Polizei zu melden. Listen der aktiven Tierschützer gibt es hier
Dr. Petra Richter von Chance für Vier Pfoten betont: "In ganz Europa - auch in den Urlaubsregionen - ist Tierquälerei verboten und wird bestraft." Die Pflicht des Urlaubers sei es demnach, mit offenen Augen umher zu gehen. Entdecken sie leidende Tiere, beispielsweise Katzen, die unterernährt herumlungern oder Hunde, die womöglich an einer viel zu kurzen Kette der prallen Sonne ausgesetzt sind, müssen sie es melden und so verantwortungsbewusst den Tieren gegenüber handeln. "Auch Video- und Fotomaterial von der inakzeptablen Situation hilft uns später bei der Beweislage enorm", betont sie.


Und Adoption? Müller betont, dass das nichts an den Zuständen ändern würde: "Durch den Import von Tieren löst man das Problem nicht." Die einzige nachhaltige Lösung sind laut den Organisationen PETA und Chance für Vier Pfoten vor allem flächendeckende Kastrationsprogramme mit flankierenden Methoden, also einem parallelen Zuchtverbot, Verkaufsverbot auf Märkten und einer Registerpflicht. Dr. Petra Richter erklärt: "Es ist nicht nur die einzige nachhaltige, sondern auch die einzige ethisch vertretbare Lösung."


Der Wunsch aller Tierschutzorganisationen: die Welt zu einem besseren Ort für Tiere zu machen (Foto von: Sonja Gersonde)
© Sonja Gersonde
Der Wunsch aller Tierschutzorganisationen: die Welt zu einem besseren Ort für Tiere zu machen

Tierschutzorganisationen können außerdem mit Futter- oder Geldspenden unterstützt werden. Eingangs genannte Patenschaften helfen dem einzelnen Tier. Mit dem gesammelten Spendengeld stellen die Organisationen dann Teams aus Ärzten und Helfern zusammen und richten Kastrationsstationen ein. Erst ab einer Kastrationsrate von 60 Prozent kann die Vermehrung der leidenden Tiere eingedämmt werden und die Welt, laut Andrea Müller von der PETA, Schritt für Schritt zu einem besseren Ort für Tiere werden.


Weitere Informationen zu den Organisationen finden Sie hier

World Animal Net
Island Sanctuary
PETA
Chance für Vier Pfoten



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Kommentare zu "Tierschutz macht keinen Urlaub"

Frey Sabrina | 10.07.2012 15:28

In Italien werden die Tiere lebenslang in Canili gesperrt, abseits der Touristenpfade ohne Aussicht das Canili lebend zu verlassen.

Der ital. Schriftstller PAOLO RICCI beschreibt das sehr treffend:

Der Teil des Gomorrha, den Roberto Saviano vergaß, als er sein Buch schrieb
Im August diesen Jahres wurde ich von drei jungen Mädchen kontaktiert. Sie hatten einen Brief gelesen, den ich an einen katholischen Theologen geschrieben hatte bezüglich des Schweigens der Kirche gegenüber leidenden Tieren. Ich zeichnete alles auf, was sie sagten.

Dann zeigten mir die Mädchen einige Fotos, bei deren Anblick mir das Kotzen kam.
Ich war völlig entgeistert und zutiefst geschockt.
Die Fotos waren der reinste Horror. Ich war vollkommen erschüttert.

Mich erstaunte, dass die Mädchen sagten, dass die Menschen, die sich um die misshandelten Tiere in den Tierheimen kümmerten, mich nicht sprechen wollen würden.
Sie wurden erpresst. Sie sagten, wenn sie etwas von dem, was sie gesehen haben, Beitrag melden!

Antonietta | 04.07.2012 12:11

Wußten Sie, das es in Bulgarien ca. 250.000 Strassenhunde gibt ? Dass jährlich 50.000-100.000 Tiere brutalst in sogenannten Tierheimen erschlagen, erdrosselt oder vergiftet werden?
Wußten Sie, das es in Rumänien ca. 1 Million Strassenhunde gibt? Dass jährlich Tausende in Tötungsstationen brutalst erschlagen, erdrosselt oder vergiftet werden?
Wußten Sie, das es in Griechenland ca. 400.000 Strassenhunde gibt? Dass jährlich ca. 10.000, kurz vor der beginnenden Urlaubssaison, durch Giftköder ermordet werden?
Wußten Sie, das es in Portugal 150.000 -200.000 Strassenhunde gibt ? Dass jährlich ein Großteil von ihnen vergiftet und erschossen werden?
Wußten Sie, das es in Italien ca. 1 Million Strassenhunde gibt? Dass dort regelmäßig Giftköder ausgelegt werden? Beitrag melden!


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