GEO Magazin Nr. 12/00 - Engel - Die unfassbar wichtigen Wesen Seite 1 von 7
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Neue Quastenflosser-Art entdeckt!

Vor der Küste Indonesiens, 155 Meter tief im Meer, wurde eine neue Art des 360 Millionen Jahre alten Lebend-Fossils fotografiert


Die Aufgabe der "Jago", jenes leuchtend gelben, nach einem Tiefseehai benannten Forschungs-Tauchboots, klang schier unlösbar: Irgendwo an den Küsten von 18 000 indonesischen Inseln sollte sich ein mächtiges, bis zu 1,80 Meter langes Schuppentier verbergen, von dem bis dahin lediglich zwei Exemplare in Fangnetzen zufällig zutage gekommen waren. Diesen wohl berühmtesten Fisch der Gegenwart, den fast mythischen Quastenflosser, wollte Hans Fricke, Meeresbiologe am Max-Planck-Institut für Verhaltensphysiologie in Seewiesen, gemeinsam mit seinen Partnern Karen Hissmann und Jürgen Schauer erstmals in seinem natürlichen Lebensraum aufspüren.



 (Foto von: Karin Hissmann & Jürgen Schauer)
© Karin Hissmann & Jürgen Schauer
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Genau genommen war Fricke bei diesem Unternehmen auf der Suche nach einer, wie er es nennt, "second first" - einer "zweiten Erstbegegnung". Die eigentliche Erstbegegnung hatte sich fast 13 Jahre zuvor, weit draußen vor der ostafrikanischen Küste, ereignet. Damals, im Januar 1987, war es Fricke und Jürgen Schauer mit dem Tauchboot "GEO" gelungen, vor den Komoren das "schwimmende Fossil" Latimeria chalumnae zu fotografieren und zu filmen - in Vulkanhöhlen 198 Meter unter dem Meeresspiegel.

Die Bilder der archaischen Quastenflosser, die schon vor über 360 Millionen Jahren die Meere bevölkerten, noch bevor Saurier über die Erde stampften, waren Ende der achtziger Jahre über alle Fernsehkanäle geflimmert. Es war, als hätte jemand den Ur-Ozean aufgeklappt und ein Stück Schöpfungsgeschichte live präsentiert. Den Seewiesener Meeresbiologen hatte der Fund weltweit als "Quastenflosser-Fricke" berühmt gemacht.


Mehr als zehn Jahre später gab es wieder aufregende Neuigkeiten von dem urtümlichen Fisch. Fast 10 000 Kilometer von den Komoren entfernt, vor der Nordküste Sulawesis nahe der Stadt Manado, war Fischern ein lebender Quastenflosser ins Netz gegangen. Der kalifornische Meeresbiologe Mark Erdmann und seine Frau Arnaz waren schon im September 1997 auf einem Markt Manados zufällig auf einen - freilich toten - Quastenflosser gestoßen. Sie hatten ihre Entdeckung aber gegenüber der internationalen Wissenschaftler-Gemeinde geheim gehalten und auf Sulawesi per Flugblatt nach weiteren Exemplaren gefahndet. Als Einheimische ihnen bereits zehn Monate darauf den Fang jenes lebenden Exemplars meldeten, gingen die beiden Kalifornier an die Öffentlichkeit.



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