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GEO Magazin Nr. 09/13 Seite 1 von 2


Tunesien: Das Problem an der Wurzel

Wie ein simples Bewässerungssystem ein tunesisches Oasendorf retten soll - und nicht nur Datteln gedeihen lässt, sondern auch Zitronen und Gerste

Text von Jörn Auf dem Kampe

Hitzewellen? Noch mehr Dürre? In der kleinen Oase Hazoua in Tunesien sind
die Menschen gut vorbereitet (Foto von: Nicholas Pitt/Digital Vision/Getty Images)
© Nicholas Pitt/Digital Vision/Getty Images
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Hitzewellen? Noch mehr Dürre? In der kleinen Oase Hazoua in Tunesien sind die Menschen gut vorbereitet

Tunesien Wer das Oasendorf Hazoua beschreibt, dem fällt schnell eine Metapher ein: Die Ansiedlung, 4000 Einwohner, ein paar Hundert Häuser, Dattelplantagen, ist wie eine Insel. Eine grüne Insel, umgeben von einem Meer aus Sand. Sogar bis ins Dorf dringt der Sand hier und da vor, sammelt sich in Verwehungen, verwischt Unterschiede. Rieselt natürlich auch über die Straßen rundherum, bedeckt Pisten und Pfade. Und reicht bis an den Horizont, in welche Richtung man auch blickt, hier im Südwesten Tunesiens, kurz vor der Grenze zu Algerien.


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    Es war ein Traum: Bewässert die Wüste, und sie wird sich in ein Land mit saftigen Feldern und blühenden Dörfern verwandeln. Es wurde ein Albtraum: Die Brunnen versiegen, die Böden versalzen und die Menschen verlassen die trockenen Oasen. Die zurückgekehrte Wüste holt sie ein

Ein paar Kilometer von Hazoua entfernt hat der Regisseur George Lucas einst Teile des Kinoklassikers „Star Wars“ abgedreht - genau jene Szenen, in denen Sand das maßgebliche Landschaftsmerkmal sein sollte. Um diese sandige Ödnis ein Stück weit zu begrünen und etwa Datteln anzubauen, haben Pioniere in den 1970er Jahren die Insel Hazoua gegründet, Brunnen gebohrt und ein Bewässerungssystem angelegt, das seitdem alle paar Tage in Betrieb gehen muss.

Wer für die Umgebung von Hazoua schon das Meer als Bild bemüht, der kann auch gleich die zweite Auffälligkeit dieser Region miteinbeziehen: das Salz. Aus dem nahe gelegenen Salzsee Chott el Djerid stammend, gelangen unter anderem Kalium- und Kochsalz bis in die wasserführenden Schichten in der Nähe der Oase.



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Der Kreislauf der Bodenversalzung

Dass in Hazoua das Wasser folglich gut zwei Prozent Salz enthält, stellt das Leben vor eine besondere Herausforderung. Denn beim Bewässern wird der Boden kontaminiert. Und das führt zu einem irrwitzigen Kreislauf: Zum Ausspülen des Salzes benutzen die Bauern seit Jahrzehnten mangels Alternative ebenfalls ausgiebig Wasser. Auf diese Weise verschwenden sie es und lassen den Grundwasserspiegel immer weiter sinken. Und: Der Boden versalzt auf diese Weise nach und nach immer mehr. Nun droht obendrein eine Eskalation. Im Zuge des Klimawandels werden die Durchschnittstemperaturen - so die Prognosen - in den Oasen Tunesiens bis zum Jahr 2030 um zwei Grad Celsius ansteigen, die ohnehin kargen Niederschläge um fast ein Zehntel abnehmen. Zudem sollen Hitzewellen mit Temperaturen von mehr als 50 Grad Celsius die Siedlungen in der Wüste immer wieder ausdörren.



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