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GEO Magazin Nr. 9/07 Seite 1 von 1


9. GEO-Tag in Crawinkel: Fotoshow

2475 Arten - ein Rekord! Die 9. Natur-Inventur in Thüringen lieferte das bisher beste Zählergebnis aus Deutschland. Und dem Tierfotograf Solvin Zankl gelangen atemberaubende Aufnahmen kleiner und größerer Bewohner der artenreichen Weidelandschaft

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© Solvin Zankl
Der auf einer Acker-Witwenblume hockende Falter ist einfach zu identifizieren: Es handelt sich um ein Beilfleck-Rotwidderchen Zygaena loti
© Solvin Zankl
Der Feuersalamander Salamandra salamandra, der feuchte Gefilde bevorzugt, wurde in einer Wiesenaue am Sandbach aufgespürt - als eine von zehn Amphibienarten
© Solvin Zankl
Hecken bieten Nistgelegenheiten für viele Vogelarten - oder Schwärmen von Honigbienen (Apis mellifera) einen Versammlungsplatz
© Solvin Zankl
Ein Marienkäfer auf einer Löwenzahn-Blüte
© Solvin Zankl
Züngelnd lauert die Ringelnatter Natrix natrix am Rande eines Teiches auf Beute. Sie ist eine gute Schwimmerin und jagt bevorzugt Amphibien und Fische. In den artenreichen Feuchtwiesen rund um Crawinkel findet sie optimale Lebensbedingungen vor. Andernorts schwinden ihre Habitate zusehends
© Solvin Zankl
Neugierig, aber immer auf der Hut vor Greifvögeln - oder GEO-Fotografen: das Europäische Eichhörnchen Sciurus vulgaris am Waldrand bei Frankenhain
© Solvin Zankl
Der Schwalbenschwanz Papilio machaon ist einer der eindrucksvollsten einheimischen Schmetterlinge. Er und andere Mitglieder der Familie Papilionidae werden deshalb auch als Ritter- oder Edelfalter bezeichnet
© Solvin Zankl
Dank ihres markanten Musters lässt sich die Eichblatt-Radspinne oder -Kreuzspinne Aculepeira ceropegia leicht identifizieren
© Solvin Zankl
Auch weidende Schafe (und Ziegen) dienen auf dem Areal von zu hören Heinz Bley als Landschaftspfleger: Wo sie fressen, schießen Gräser und Büsche nicht zu hoch auf, sodass jene Mischung aus Wald und Weide wieder entsteht, die jahrhundertlang typisch war für die deutsche Kulturlandschaft
© Solvin Zankl
Der Gewöhnliche Maikäfer Melolontha melolontha, auch Feldmaikäfer genannt, war eine von 456 Käferspezies, die von den Artenspezialisten im Untersuchungsgebiet binnen eines Tages nachgewiesen werden konnten
© Solvin Zankl
Weil Crawinkel einen Teppich aus Blütenpflanzen bietet, ist die Diversität der Insekten hoch: Bei der GEO-Natur-Inventur wurden 1200 Arten bestimmt
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Zur Hauptveranstaltung des GEO-Tages am 9. Juni 2007 durchstreiften über 100 Experten ein mehr als 20 Quadratkilometer großes Gelände, mit den Flächen der Agrar GmbH Crawinkel im Zentrum. In der abwechslungsreichen Landschaft fanden sie so viele Spezies wie noch nie zuvor bei einer Hauptaktion in Deutschland - Zeugnis für eine einmalige Artenkonzentration auf Thüringens "Savanne". Der Grund dafür: Durch die hier praktizierte "halboffene Weidewirtschaft" konnten sich zahlreiche Spezies, die infolge der intensiven Grünlandnutzung bundesweit zunehmend verschwinden, wieder etablieren. Zu den Gewinnern zählt das Braunkehlchen, eine der 112 bestimmten Vogelspezies und in der Roten Liste Deutschlands als gefährdet eingestuft. Weitere nachgewiesene Vogelraritäten sind Wiedehopf und Wachtelkönig.


Bemerkenswert unter den mehr als 660 Farn- und Blütenpflanzen sind seltene Wiesenblüher wie das Kleine Mädesüß, die Sibirische Schwertlilie oder der Große Wiesenknopf, auf dessen Existenz wiederum der stark gefährdetete Dunkle Wiesenknopf-Ameisenbläuling angewiesen ist. Er gehört zu den 300 gefundenen Schmetterlingen, unter denen sich auch der Große Eisvogel befindet - ein besonders seltener heimischer Falter. Die artenreichste Gruppe unter den 1200 Insekten bilden die Käfer. 457 wurden nachgewiesen, etwa der rare Kurzflügel- Käfer Emus hirtus. Zur Ausbeute gehören außerdem 147 Wirbeltiere, darunter Amphibien wie Feuersalamander, Berg-, Faden- und Kammmolche oder Reptilien wie Ringelnattern, Wald- und Zauneidechsen.

Ergänzt wird das Artenspektrum durch 62 Moose und 91 Flechten. Alles in allem rund 2500 Spezies: "Die neue Wirtschaftsweise fängt an zu fruchten", resümiert Edgar Reisinger von der Thüringischen Landesanstalt für Umwelt und Geologie den Erfolg der halboffenen Weidewirtschaft.



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