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Botschaft der Wildtiere, 16.00 Uhr

Samstag, 13. Juni, Klepelshagen, Botschaft der Wildtiere, 16.00 Uhr

Eine Art geht immer noch ... und wenn's ein Parasit ist. Ein Rauchschwalbenjunges ist aus dem Nest gefallen und die Jungs von Bio-Lehrer Michalik sind sofort zur Stelle. Denny, der größte der Dreier-Gruppe, versucht das Küken zurückzusetzen. Dabei stellt er fest, dass das Jungtier voller Parasiten ist, die sich unter den Federn verbergen. Christian Schmidt, der Assel-Experte, erkennt sofort die Chance auf eine zusätzliche Art für die Liste. Er zückt ein Alkoholröhrchen, füllt acht erbsengroße, schwarzgraue Tierchen hinein, und übergibt sie einem Fliegenforscher. Der bestätigt nach kurzer Prüfung: Die hatte ich heute noch nicht. Den "Lebensraum Vogelgefieder" - den hatte an diesem Tag tatsächlich niemand systematisch bearbeitet ...


Schwalbenrettungs-Aktion. Martin  Winter (li.) und Denny Bergmann "lausen" das Rauchschwalbenjunge (Foto von: Steve Döschner/GEO)
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Schwalbenrettungs-Aktion. Martin Winter (li.) und Denny Bergmann "lausen" das Rauchschwalbenjunge

Samstag, 13. Juni, Ergebniskonferenz, 17.00 Uhr

Die Spannung erreicht ihren Höhepunkt. Unruhe im gefüllten Saal der Botschaft. Jede Gruppe will nun endlich ihre Ergebnisse präsentieren: die Ausbeute des Sammelns und Auf-den-Busch-Klopfens, des Fallenstellens und Mikroskopierens, des Rinde-Abpulens und des In-die-Baumwipfel-Lauschens.

Den Anfang macht Pilzexperte Torsten Richter, der bei aller Ernsthaftigkeit in Sachen Schlauch-, Schleim- und Röhrenpilzen auch die Selbstironie nicht verloren hat: "Uns Pilzfreunden wird ja gerne vorgeworfen, dass wir nur nach großen Steinpilzen gucken und dann nicht schnell genug die Pfanne heiß kriegen können", sagt er mit einem Schmunzeln. Aber was er dann vorlegt, spricht eindeutig gegen den Müssiggang der Pilzfreunde, zumindest an diesem Tag: "Wir haben ein tolles Ergebnis: rund 170 Arten, davon 4 neue Schlauchpilzarten, zum ersten Mal überhaupt in Mecklenburg-Vorpommern gesichtet." Anerkennender Beifall. Erstfunde, das ist die härteste Währung am GEO-Tag der Artenvielfalt. Der nächste Bitte.


Jetzt kommen die Falter. Die Problem-Tiergruppe beim diesem allzu windigen GEO-Tag 2009. Nach der offiziellen Richtlinie darf es für eine Tagfalterkartierung bei Bewölkung nicht unter 17 Grad warm sein, der Wind darf maximal in Stärke 3 blasen. Der Gruppensprecher Volker Wachlin stapelt erstmal tief: "Das Wetter heute morgen: stark bewölkt, 11 Grad, Windstärke 6. "Leicht hatten wir es nicht".
Das die Falterfreunde dennoch 26 Tagfalter auf den Sträuchern und dem Totholz des Wildtierlandes gefunden haben, spricht für Engagement und Unerschrockenheit der Teilnehmer." Und: Unter den Funden waren beileibe nicht bloß "Allerweltsarten". Wachling: "Sieben Exemplare stehen sogar auf der Roten Liste Mecklenburg-Vorpommerns." Es folgen Vögel, Spinnen,Flechten, Algen, Säuger, Schnecken, Amphibien und Kriechtiere, Asseln und sonstige Wirbellose. Der "Artencounter" auf dem Flipchart füllt sich. 400 Arten kommen allein von den Botanikern, die auch mit zwei Rote Liste Arten punkten.


Das letzte "Wort" haben die Fledermäuse höchstselbst: Es fiept und zwitschert im Saal, als Peter Allgeyer die mit dem Bat-Detector aufgenommene Zwitschergeräusche der fliegenden Säuger abspielt. Der Beamer wirft eine Sound-Kurve mit unterschiedlich geformten, hakenartigen Schallmustern an die Leinwand. "Da, das war die Zwergfledermaus, die macht eher i-Laute. Und hier: die Wasserfledermaus. Die macht eher ein Ü. Hören sie das?" Fragende Gesichter im Publikum. "Da isses wieder", Allgeyer hebt den Zeigefinger und macht mit: "iiiii. Achtung: üüüü." Das Publikum lacht. Das ist wahres Expertentum. Als Dr. Dieter Martin die Ergebniskonferenz beendet, kann er die vorläufige Gesamtzahl von rund 1800 Arten verkünden, die die 80 Forscher in 24 Stunden im Wildtierland nachgewiesen haben. "Liebe Gäste, dieser Applaus gilt ihnen!"


Bis zuletzt vernetzt. Die Fledermaus-Experten müssen unbedingt noch eine letzte Frage klären ... (Foto von: Steve Döschner/GEO)
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Bis zuletzt vernetzt. Die Fledermaus-Experten müssen unbedingt noch eine letzte Frage klären ...

Samstag, 13. Juni, Botschaft der Wildtiere, 22.00 Uhr

Der Sturm hat sich gelegt, die Wolken sind längst weg und der Tag verabschiedet sich mit einem rot-orangen Streifen am Horizont. Die Teilnehmer stehen in Gruppen vor der Botschaft der Wildtiere, und lassen den Tag Revue passieren. Falk Ortlieb bringt den zur Schau gestellten Kammmolch zurück in sein angestammtes Gewässer, während Udo Binner Kartieranekdoten aus der Welt der Säuger zum Besten gibt. Im Keller brennt noch Licht, die Pilztruppe beendet ihre letzten Nachbestimmungen.

Ruhe kehrt ein im Wildtierland, als plötzlich Peter Allgeyer und sein Fledermaus-Team noch einmal anrückt und sich mit einem feinmaschigen Netz zwischen zwei Angelruten gespannt vor der Botschaft postiert. "Wir müssen auf jeden Fall noch klären, ob unter den Zwergfledermäusen auch Rauhhautfledermäuse sind", erklärt er den Zuschauern, die fast ein bisschen aus der Ruhe gerissen wirken. Schwups. Es Zappelt im Netz. Ein geübter Blick auf das Tier: Zwergfledermaus. Blitzlichtgewitter und staunende Blicke auf das Tier. Nun auch zufriedene Gesichter bei den Fledermaus-Experten, die den anderen Teilnehmern noch einmal etwas geboten haben. Wann bekommt man schon mal eine Fledermaus zum Anfassen. Wildtierland und der GEO-Tag der Artenvielfalt machen's möglich. Wildtiere erleben eben.



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