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GEO Regenwaldverein e.V.


Mikrowasserkraftwerk in Pasagaun, Lamjung, Nepal

Ein Kraftwerk bringt Licht in das Leben der Menschen von Pasagaun. Durch die Energie aus Wasserkraft sparen die Bewohner Brennholz und mindern so den Druck auf den Wald.


Lage der Siedlung Pasagaun, Lamjung (Foto von: Eva Danulat)
© Eva Danulat
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Lage der Siedlung Pasagaun, Lamjung

Über die Region

Nordwestlich der Hauptstadt Kathmandu, im Himalaya, liegt der Distrikt Lamjung. Dieser ist geprägt von extremen Höhendifferenzen, von 793 bis 8155 Meter über den Meeresspiegel. Gurung, Kami, Damai und Sarki stellen die wichtigsten ethnischen Gruppen dar. Es gibt nur wenige Kleinstädte – die Menschen leben überwiegend in kleinen Bergdörfern. Viele der abgelegenen Siedlungen sind, wenn überhaupt, nur über unbefestigte Schlaglochpisten („green roads“), zu erreichen. Lamjung ist landschaftlich sehr reizvoll und Ziel von Trekking-Touristen, die abseits der bekannten Annapurna-Route, die Bergwelt Nepals erleben möchten. Die Bevölkerung Nepals ist in den letzten Jahrzehnten rapide angewachsen. Da die Menschen in ländlichen Bezirken ihren Energiebedarf zum Kochen und Heizen fast ausschließlich durch Brennholz decken, verzeichnet auch die Region Lamjung einen bedrohlich schnellen Schwund der Waldflächen. Die Siedlung Pasagaun liegt im Gebiet des Annapurna Conservation Area Project, kurz ACAP, das 1986 ins Leben gerufen wurde. Dessen Ziel ist es, den Schutz der Natur mit der Verbesserung der sozialen und wirtschaftlichen Situation der Bevölkerung zu verbinden.


Die traditionelle Webkunst gehört zum Alltag der Frauen von Pasagaun (Foto von: Eva Danulat)
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Die traditionelle Webkunst gehört zum Alltag der Frauen von Pasagaun

Die Siedlung Pasagaun liegt isoliert auf einem Bergkamm in rund 2.000 Meter Höhe; sie ist nur zu Fuß in einem vierstündigen Aufstieg von der Ortschaft Takssar aus zu erreichen. Die Bewohner sind Selbstversorger und betreiben traditionelle Landwirtschaft auf Terrassen, die an Steilhängen angelegt sind. Im Mittel verbraucht jede Familie im Jahr rund 9.000 kg Holz - die 214 Haushalte insgesamt also fast 2.000 Tonnen. Als nachhaltige Alternative zur Energiequelle Holz bietet sich hier die Wasserkraft an.


Hintergrund des Projekts

Kleinstwasserkraftwerke haben in Nepal eine jahrzehntelange Tradition – vielerorts versorgen sie die Bewohner isolierter Bergregionen des Landes verlässlich mit Elektrizität. Voraussetzung ist das Vorhandensein eines Fließgewässers, das ganzjährig Wasser in ausreichender Menge führt. Durch relativ hohe Niederschläge, viele Flüsse und begünstigt durch das steile Relief hat die gesamte Annapurna-Bergregion ein sehr großes Wasserkraft-Potenzial.

Wie funktionieren Kleinstwasserkraftwerke? Wasser aus einem Bach oder Fluss wird über eine möglichst steile Rohrleitung zu einer Turbine geführt. Die Bewegungsenergie des abfließenden Wassers wird so auf die Turbine geleitet, wo die entstehende Drehbewegung mit hohem Drehmoment auf die Welle eines Generators übertragen wird, der die mechanische in elektrische Energie umwandelt. Das Wasser geht nicht verloren – es wird nach seiner Nutzung in den Lauf des Fließgewässers zurückgeführt.


Besuch der Projektpartner Ende 2010 in Pasagaun (Foto von: Eva Danulat)
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Besuch der Projektpartner Ende 2010 in Pasagaun

Die Energie aus Wasserkraft bringt Licht in die Häuser, ermöglicht das Betreiben kleiner Maschinen, ebenso wie die Nutzung von elektrischen Reiskochern – und führt so auch zur Schonung der Holzressourcen. Darüber hinaus erhalten die Bewohner die Chance zu einer bescheidenen wirtschaftlichen Entwicklung, etwa durch Trekking-Tourismus. Gemeinsam mit dem Projektträger „Annapurna Conservation Area Project“ (ACAP) hat „GEO schützt den Regenwald“ bereits 1999 ein ähnliches Vorhaben realisiert: Die finanzielle Unterstützung des Unternehmens LichtBlick ermöglichte damals den Bau des Mikrowasserkraftwerks von Landruk im Kaski-Distrikt von Nepal (hier klicken).
Zehn Jahre nach Projektabschluss überzeugte sich die Geschäftsführerin des Vereins im Jahr 2009 von der Nachhaltigkeit des Projekterfolgs: Die Bevölkerung und der umgebende Wald hatten gleichermaßen von der Stromversorgung profitiert. "GEO schützt den Regenwald e.V." möchte auch den Bewohnern von Pasagaun eine Versorgung mit Elektrizität durch Wasserkraft ermöglichen – zum Wohl von Mensch und Wald.


Dauer

November 2010 bis Januar 2014


Ziel

Nachhaltige Entwicklung und Ressourcenschutz durch den Bau eines Mikrowasserkraftwerks mit einer Kapazität von 65 Kilowatt.


Aktivitäten

Prüfung der Voraussetzungen für den Bau des Mikrowasserkraftwerks

Ausschreibung des Vorhabens

Transport der Materialien nach Takssar bzw. Pasagaun

Durchführung der Baumaßnahmen

Ausbildung der verantwortlichen Dorfbewohner hinsichtlich Betrieb und Wartung des Kraftwerks sowie in Finanzbuchhaltung


Bewohner der Bergsiedlung Pasagaun bei einer Informationsveranstaltung mit einem Mitarbeiter des Projektträgers ACAP (Foto von: Eva Danulat)
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Bewohner der Bergsiedlung Pasagaun bei einer Informationsveranstaltung mit einem Mitarbeiter des Projektträgers ACAP

Ergebnisse

Ende 2010 erhielt der Verein den Prüfbericht zu den örtlichen Gegebenheiten sowie die Ergebnisse einer Studie zur Höhe des Holzverbrauchs der Haushalte. Der Bericht bestätigte die Realisierbarkeit des Vorhabens und beschrieb die örtlichen Rahmenbedingungen, die für den finanziellen Aufwand des Vorhabens entscheidend sind. Das Projekt wurde daraufhin ausgeschrieben und Anfang 2011 unter den Bewerbern jene Baufirma ausgewählt, die den Auftrag für den Bau des Kraftwerks erhielt.


Teil des Kanals für die  Wasserleitung  (Foto von: Dr. Siddhartha Bajracharya )
© Dr. Siddhartha Bajracharya
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Teil des Kanals für die Wasserleitung

Im Rahmen mehrerer Besuche diskutierten der Projektträger und die Bewohner von Pasagaun die zu erbringenden Eigenleistungen und schlossen hierzu eine Vereinbarung. Die Bevölkerung leistete einen erheblichen Beitrag zur Verwirklichung des Vorhabens. So beschafften Bewohner Steine sowie weitere lokal erhältliche Materialien, die für die Baumaßnahmen benötigt wurden und unterstützten den Transport von Baustoffen vom Ende des Straßenzugangs bis hinauf in die Siedlung. Daneben führten sie auch einen Teil der umfangreichen Erdarbeiten durch, etwa in Zusammenhang mit dem Bau des Kanals, durch den das Wasser zum Turbinenhäuschen geleitet wird.

In dem sehr steilen, teils von vertikalen Felswänden durchzogenen Gelände gestaltete sich insbesondere die Fertigstellung des 886 Meter langen Kanalbetts und des 252 Meter langen Kanals für die Druckwasserrohrleitung extrem schwierig. Die Abgeschiedenheit der Projektregion erschwerte den Transport der Materialien. So mussten rund 120 metallene Strompfosten, rund 2.000 Meter Kabel und über 250 Meter Druckwasserrohr per LKW zum Ende des Straßenzugangs in die Ortschaft Takssar transportiert werden – von dort aus trugen Lastenträger sie nach Pasagaun. Nach Fertigstellung des Turbinenhäuschens brachte im Juni 2012 ein Hubschrauber die schwersten Bauteile des künftigen Kraftwerks – Turbine und Generator – von Kathmandu direkt zum Ort ihrer Installation. Im Anschluss wurden die Strompfosten gesetzt, die Leitungen verlegt und die Haushalte angeschlossen.


Ein Hubschrauber transportierte im Juni 2012 den Generator und die Turbine an ihren künftigen Einsatzort in Pasagaun (Foto von: Dr. Siddhartha Bajracharya )
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Ein Hubschrauber transportierte im Juni 2012 den Generator und die Turbine an ihren künftigen Einsatzort in Pasagaun

ACAP-Experten bildeten in der Bergsiedlung einige Mechaniker aus, die die Wartung und kleinere Reparaturen selbst ausführen können; diese Trainingsmaßnahmen waren Anfang 2013 abgeschlossen. Nach Inbetriebnahme verwaltet und wartet ein Dorfkomitee das Kraftwerk – lediglich bei größeren technischen Problemen muss ein Experte aus der Stadt Pokhara gerufen werden.

Im Mai 2013 lief das Wasserkraftwerk erstmals im Testbetrieb – ohne Beanstandungen. Wegen besonders schwerer Monsunregenfälle zogen es die Experten jedoch vor, den Beginn der Stromlieferungen an die 214 Haushalte um einige Monate zu verschieben. Im September 2013 erreichte uns schließlich die lang ersehnte Nachricht von Projektleiter Siddhartha Bajracharya: „Endlich werden die Haushalte von Pasagaun mit Elektrizität versorgt. Die Menschen haben Licht in ihren Häusern, sie sind überglücklich.“ Die abschließende technische Überprüfung ergab, dass das Kraftwerk sogar eine Leistung von 74 KW statt der geplanten 65 KW erbringt.


 (Foto von: Eva Danulat)
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Am 12. Dezember 2014 feierten die Bewohner von Pasagaun ein großes Fest zur feierlichen Einweihung ihres Kraftwerks. Anwesend waren neben Projektleiter Siddhartha Bajracharya auch der scheidende Minister für Forsten und Bodenerhaltung Tek B. Thapagharti, der Leiter des National Trust for Nature Conservation Govinda Gajurel, der Direktor von ACAP Lal Gurung sowie die Geschäftsführerin von „GEO schützt den Regenwald“ Eva Danulat.

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Projektleiter Dr. Siddhartha Bajracharya  (Foto von: Eva Danulat)
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Projektleiter Dr. Siddhartha Bajracharya

Unser Partner vor Ort

Vertragspartner von "GEO schützt den Regenwald e.V." ist mit dem „National Trust for Nature Conservation“ (NTNC) die größte Naturschutzorganisation von Nepal. Diese ist die Dachorganisation für das „Annapurna Conservation Area Project“ (ACAP) sowie zahlreiche weitere Vorhaben im ganzen Land. Die Arbeit von ACAP ist geprägt von der Philosophie der Nachhaltigkeit und der aktiven Mitwirkung der Bevölkerung.

ACAP tritt daher nur als Koordinator auf, die Organisation versteht sich als Katalysator von einer Entwicklung, die Hilfe zur Selbsthilfe leistet. Als Begünstigte und Akteure sind die Bewohner des Projektgebiets in jede Phase des Vorhabens eingebunden. Projektleiter ist Dr. Siddhartha Bajracharya, mit dem der Verein bereits 1999 den Bau des Mikrowasserkraftwerks von Landruk, im Kaski-Distrikt, erfolgreich realisiert hat.

Letzte Aktualisierung: August 2014



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Hier können Sie online spenden und an diesem ambitionierten Vorhaben von "GEO schützt den Regenwald e.V." mitwirken.

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Kommentare zu "Mikrowasserkraftwerk in Pasagaun, Lamjung, Nepal "

GEO | 11.10.2013 11:11

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