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Rettung für die Kaffeewälder in der Kaffa-Region von Äthiopien
Die letzten Wälder Äthiopiens kämpfen um das Überleben. "GEO schützt den Regenwald e.V." hilft den Menschen in Kaffa mit dem wilden Arabica-Kaffee auch den Naturraum zu erhalten, in dem er wächst. Machen Sie mit!
Über die Region
Ende der 1960er Jahre waren noch 40 Prozent von Äthiopiens Landesfläche von dichtem Wald bewachsen. Inzwischen ist der Anteil auf 2,7 Prozent geschrumpft.
Im Südwesten des Landes, um die Stadt Bonga in der Region Kaffa, sind nur noch 200.000 Hektar ungestörten Bergregenwaldes übrig geblieben. Die meisten Menschen hier sind Subsistenzbauern, d. h. sie leben von dem, was sie anbauen, buchstäblich "von der Hand in den Mund". Die wachsende Bevölkerung benötigt Einkommensquellen - ohne diese sieht sie sich gezwungen, neue Anbauflächen zu gewinnen. Zudem lassen Investoren den urwüchsigen Wald für Plantagen roden und gefährden so die Vielfalt des Kaffees. Denn in der Region Kaffa liegt der Ursprung des Arabica-Kaffees (Coffea arabica) und bis zu 5000 Varietäten der Pflanze haben Wissenschaftler hier ausgemacht. Da sich Kaffee nur schwer in Saatgutbanken konservieren lässt, beherbergt der Wald genetische Ressourcen von unschätzbarem Wert. Und: Wo der Wald den Feldern weicht, gehen neben einer einzigartigen Pflanzen- und Tierwelt auch die Grundwasserspeicher der Region verloren.
Hintergrund des Projekts
Im Jahr 2001 initiierte der damalige Geschäftsführer von "Geo schützt den Regenwald e.V.", Dr. Reiner Klingholz, gemeinsam mit der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung ein Projekt, das den dort lebenden Menschen die Möglichkeit geben sollte, ihre Wälder zu schützen und gleichzeitig zu nutzen. Die Projektidee ist einleuchtend: Für den wild wachsenden Kaffee erhalten die Kaffeepflücker einen so guten Preis, dass der Wald für sie zu einer wichtigen Einkommensquelle wird. Dadurch, dass es ihnen möglich wird, vom Wald zu leben, liegt es fortan in ihrem ureigensten Interesse, diesen Wald zu erhalten. Im Vergleich zu der Massenware aus Plantagen ist der per Hand geerntete Kaffee aus den Wäldern teurer. Doch seine exzellente Qualität öffnet ihm eine Nische auf dem hart umkämpften Spezialitäten-Markt. Denn Wildkaffee wächst in Wäldern, die seinen klimatischen Ansprüchen entsprechen und entwickelt Aromen, die mit denen von Plantagengewächsen kaum vergleichbar sind.
In Äthiopien gehört der Wald dem Staat. In der Praxis bedeutet dies: Keiner fühlt sich verantwortlich. So schwinden die verbleibenden Waldflächen weiter - durch Holzeinschlag, Brandrodung für Ackerland und Investoren, die Lizenzen für Plantagen erwerben. Die beste Möglichkeit Wälder nachhaltig zu schützen - und dabei zu nutzen - bietet nach Ansicht vieler Experten das so genannte partizipative Waldmanagement, kurz PFM (Abkürzung für "Participatory Forest Management"). Die an und in einem Wald siedelnden Menschen schließen hierbei eine Vereinbarung mit der lokalen Regierung. Diese gibt ihnen einerseits das Recht und die Sicherheit, den Kaffee in ihrem Wald zukünftig kontrolliert nutzen zu können. Andererseits versetzt der mit der Regierung geschlossene PFM-Vertrag die Waldnutzer juristisch in die Lage, Siedler, Holzdiebe sowie Investoren fernzuhalten.
Dauer
2001 bis heute
Ziele
- Dauerhafter Schutz des Regenwaldes um Bonga, Region Kaffa
- Förderung der nachhaltigen Entwicklung der Region durch den Vertrieb von Wildkaffee
- Verbesserung der Lebensbedingungen der Menschen vor Ort
Aktivitäten
Aufbau lokaler Vermarktungsstrukturen und nachhaltiges Marketing
Örtliche Genossenschaften schließen sich der "Kafa Forest Coffee Cooperatives Farmers Union" an, die seit 2005 Wildkaffee nach Europa verschifft. Die Genossenschaften organisieren die fachgerechte Verarbeitung der Bohnen, deren Qualitätskontrolle - und sie garantieren ihren Mitgliedern ein geregeltes Einkommen. Zertifizierungen unterstützen die Vermarktung von Wildkaffee.
Modernes Waldmanagement durch die Anwohner
Der notwendige vorbereitende Prozess beinhaltet die Gründung von Waldnutzergruppen in den Gemeinden, Studien über die Nutzer und Ressourcen der Waldflächen, die Lösung von Konflikten zwischen Waldanwohnern und die Erstellung von Waldmanagement-Plänen, die auch die Rechte und Pflichten der Waldnutzer definieren.
Aufklärungsarbeit
Häufige ungewollte Schwangerschaften sind einer der Gründe für das Bevölkerungswachstum. Einheimische werden daher zu dörflichen Familienplanungsberatern und Jugendklubleitern ausgebildet. In Jugendklubs erhalten junge Menschen Informationen über Verhütung und gesundes Sexualverhalten. Die Jugendlichen geben ihr Wissen an Gleichaltrige weiter und wirken so als Multiplikatoren.
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