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GEO Magazin Nr. 08/11 Seite 2 von 5

Eine Serengeti im Südpolarmeer

Einsame Gräber auf dem Friedhof in Prince Olav Harbour (Foto von: Ingo Arndt)
© Ingo Arndt
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Einsame Gräber auf dem Friedhof in Prince Olav Harbour

Das Eiland ist 170 Kilometer lang und hat eine Fläche von der Größe Mallorcas. Aber die Strände sind voller. Bis zu fünf Millionen Antarktische Seebären und 200.000 Südliche See-Elefanten belegen ab Oktober so ziemlich jeden Quadratmeter - beim weltweit größten Paarungstreffen von Meeressäugern. In der zweiten Reihe finden sich noch gewaltigere Ballungsräume: Die Kolonien der Königspinguine. Wie bei einem Open-Air-Konzert stehen Hunderttausende Tiere beisammen, und genauso laut sind sie auch.

Naturforscher vergleichen den Tierreichtum Südgeorgiens mit jenem der afrikanischen Serengeti. Mehr als ein Viertel aller Goldschopfpinguine bekommen hier ihren Nachwuchs, ein Drittel aller Eselspinguine und knapp die Hälfte aller Graukopfalbatrosse. Bei den meisten der 31 hier brütenden Vogelarten fehlen zuverlässige Zahlen. Die Schätzungen schwanken zwischen 30 und 65 Millionen.


Doch das ist nur noch ein Bruchteil des einstigen Lebens: "Es würde mich nicht wundern, wenn mehr als 90 Prozent fehlen", sagt Martin. "Der Anblick der Pinguin- und Albatroskolonien ist irreführend. Die meisten Vögel kommen nur nachts auf die Insel - und diese Arten sind fast verschwunden."


Eingeschleppte Wanderratten fressen jedes Jahr Millionen Tiere und Eier. Sie sind schlau, sie können Distanzen von bis zu einem Kilometer schwimmen und bis zu drei Tage im Wasser überleben. Nur die großen Arten wie Pinguine, Albatrosse oder Riesensturmvögel können sich mit ihren Schnäbeln gegen die Nager wehren. Kleine Vögel, darunter Buntfuß-Sturmschwalben, Blau- , Tauch- und Taubensturmvögel, sind ihnen ausgeliefert. Schutzlos nisten sie auf dem Boden oder in Erdhöhlen. Viele legen nur ein Ei pro Jahr; kaum ein Küken überlebt die erste Woche. Die größte Sorge der Naturschützer gilt den beiden Vögeln, die ausschließlich auf Südgeorgien vorkommen: der Südgeorgien-Spitzschwanzente, die als Einzige ihrer Gattung auch Fleisch frisst, und dem Riesenpieper, der am weitesten südlich lebenden Singvogelart. Er brütet nur noch auf vorgelagerten Inseln, doch sicher vor den Ratten ist er auch dort nicht überall: Vor wenigen Jahren verstummten die Vögel auf dem knapp 300 Meter von der Küste entfernten Saddle Island.



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Kommentare zu "Aktion Tod + Leben"

André Dünner | 07.09.2011 05:12

Der Mensch war, ist, und wird nie in der Lage sein einen Ursprungszustand wieder herzustellen. Dies, weil es in der Sache der Materie liegt, sich einmal in einen Urzustand befunden zu haben. Eine Rückkehr gab es bis heute nicht.

Natur eben.

Es liegt in der Natur des Menschen Lebensumstände zu schaffen die ihm genehm sind. Warum auch nicht!? Es geht nun mal immer weiter. Wir (Menschen) können lediglich anstreben, so umweltgerecht als möglich unser Dasein zu zubringen und mit der notwendigen Sorgfaltspfllicht mit Resourcen umzugehen.

Mit der Anzahl heute lebender Menschen auf dem Globus, haben wir den Status Schädling im natürlichen Umfeld zu sein bereits überschritten. Beitrag melden!

Hansa | 02.09.2011 17:27

Erinnert mich irgendwie an die Menschheit, die auch Lebensräume vernichtet, abholzt und sogar die Atmosphäre nicht verschont.

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