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GEO Magazin Nr. 08/12 Seite 1 von 1


Landwirtschaft lässt Meeresspiegel steigen

Dass der Meeresspiegel ansteigt, ist nicht nur eine Folge des Klimawandels. 40 Prozent der jährlichen Anstiegs gehen auf das Konto einer immer intensiveren Förderung der weltweiten Grundwasserreserven


Grünanlagen in der Wüste - hier in Marokko - haben globale Folgen (Foto von: Sarai Harvey-Smith/ picture alliance / Image Source)
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Grünanlagen in der Wüste - hier in Marokko - haben globale Folgen

Nach wie vor lässt die Erderwärmung Gletscher abschmelzen, wodurch die Ozeane anschwellen. Aber das ist nicht der einzige Grund, fand ein Hydrologenteam um Yadu Pokhrel von der Rutgers University.

Unter Fachleuten galt es schon lange als Problem, dass die Modellrechnungen nur einen Teil der empirisch gemessenen Meeresspiegelerhöhung erklären konnten: Berücksichtigt man Eisschmelze und Ausdehnung des Wassers durch höhere Temperaturen, dürften die Ozeane in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts lediglich um 1,1 Millimeter pro Jahr angestiegen sein. Tatsächlich aber waren es 1,8 Millimeter.

Pokhrel und seine Kollegen fanden nun heraus, dass die restlichen rund 0,7 Millimeter pro Jahr auf die zunehmende Ausbeutung der Grundwasserreserven zurückgehen. Das Grundwasser gelangt durch menschliche Nutzung über die Kanalisation ins Meer - wo es zu rund 42 Prozent des Meeresspiegelanstiegs beiträgt.

Die Forscher waren selbst überrascht über dieses Ausmaß. Bislang meinte man, Staudämme, die ja Wasser zurückhalten, würden den Effekt der Grundwasserzufuhr kompensieren. Doch dem ist nicht so. Durch globales Bevölkerungswachstum und mehr Bewässerungsflächen hat sich der Grund- und Trinkwasserverbrauch über die letzten Jahrzehnte verdoppelt. Lokales Handeln mit globalen Folgen.




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