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GEO Magazin Nr. 03/12 Seite 2 von 7

Was passiert mit dem Müll?

Was passiert mit dem Müll?

Viele Atomkraft-Staaten verschicken ausgediente Brennstäbe nach Frankreich oder Großbritannien zur Wiederaufarbeitung: Bis zu zehn Prozent des Materials, etwa das im Reaktor erbrütete Plutonium, lassen sich erneut zu Brennstoff verarbeiten. Die nicht mehr brauchbaren hochradioaktiven Stoffe hingegen werden mit Glas verschmolzen, in Edelstahlzylinder gegossen und gelten offiziell als Müll.

Die gläsernen, bis zu 400 Grad Celsius heißen Kokillen in den Stahlbehältern müssen weitere Jahrzehnte erkalten, bevor sie deponiert werden können. Bis dahin lagern sie oberirdisch, im besten Fall in sogenannten Castoren in gut durchlüfteten Hallen. In Deutschland ist es seit 2005 verboten, Brennstäbe zur Wiederaufarbeitung zu schicken. Stattdessen verpacken die Kraftwerksbetreiber alte Brennstäbe nach fünf Jahren Abklingzeit direkt in Castorbehälter. Diese müssen dann mehrere Jahrzehnte oberirdisch abkühlen. So sind in Deutschland zwölf Zwischenlager in der Nähe der Meiler in Betrieb sowie drei weitere fernab der Kraftwerke, darunter das in Gorleben.

Im schlechteren Fall, in Russland etwa, ruht ein Teil des Mülls in Fässern unter freiem Himmel. Wie etwa eine unbekannte Menge weniger stark strahlenden Abfalls in der kerntechnischen Anlage Majak, wo sich 1957 einer der schlimmsten Atomunfälle der Geschichte ereignete: Nach Ausfall des Kühlsystems war ein Tank explodiert. Womöglich Tausende starben an den Folgen der verheimlichten Katastrophe. In Majak lagern heute radioaktive Abfälle, die zweieinhalbmal so viel Strahlung erzeugen wie das Material, das 1986 in Tschernobyl in die Atmosphäre geschleudert wurde.

Niemand weiß, wie viel Atommüll es gibt
Überraschenderweise aber kennt niemand auf der Welt die Gesamtmenge des Mülls. Selbst die Internationale Atomenergie- Organisation (IAEO) in Wien ist bei dieser Frage ratlos. Eine Datenbank über die Anzahl der weltweit gelagerten Brennstäbe etwa wäre sicher eine gute Idee, findet IAEO-Sprecher Giovanni Verlini: "Soweit ich weiß, denken unsere Experten darüber nach." Doch bis dahin ist selbst die IAEO auf Schätzungen angewiesen.

Vor sechs Jahren gab es danach weltweit etwa 250 000 Tonnen hochradioaktiven Mülls. Für Ende 2010 nannte die IAEO 345 000 Tonnen. Und 2022, wenn in Deutschland die letzten Meiler vom Netz gehen, dürften es 450 000 Tonnen sein - eine Menge, die den Berliner Hauptbahnhof bis unters Dach ausfüllen könnte. Der deutsche Anteil daran wird knapp 18 000 Tonnen betragen. Nur, wohin mit dem Zeug?



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Mehr zu den Themen: Atomkraft, Gorleben, Atomenergie

Kommentare zu "Atommüll: Wohin damit?"

Peter Türr | 27.01.2013 05:37

Da ich ja nur ein Laie bin, und nicht weiss was hinter dicker Bleiverglasung passiert, hier die Grundlagen des Verfahrens. Danach können Sie mit dem Messgerät reproduzierbar nachmessen. Die Benutzung des Plasmaverdampfungsprozesses und die zeitliche und Zonenbereichkontrolle beim abkühlen an Hochtemperatur Keramikflächen ist das effektivste zur extremen Reduzierung und Beschleunigung des Zerfallsprozesses. Meine Damen und Herren auch hier werden Sie wieder im Amtsblatt füher oder später von mir lesen. Weil? Genau viele Handwerker sind auf der Wurstsuppe daher geschwommen. Sie haben in diesem Falle alle nur Glüch, dass ich so eine Arschruhe habe. Geuss, Peter Türr. Beitrag melden!

Rainer Klute | 26.07.2012 12:44

Feiner Artikel zur Endlagerproblematik! Dennoch ein Kritikpunkt: Es fehlt eine Besprechung der Option, den Atommüll zu vernichten, unschädlich zu machen, als Brennstoff zu nutzen, Die Technologien dafür sind verfügbar und werden derzeit von Großbritannien bewertet. Die Nuklearia, eine Arbeitsgemeinschaft innerhalb der Piratenpartei, will diese Möglichkeit auch in Deutschland in die öffentliche Diskussion bringen. Mehr dazu hier: http://wiki.piratenpartei.de/AG_Nuklearia/Atomm%C3%BCll Beitrag melden!

Ravenbird | 12.06.2012 11:40

Wenn die Menschen das Geld, das sie in Rüstung, Krieg und private Absauger (Konzerne) stecken, in die Raumfahrt investiert hätten, hätte die Sonne mit dem Abfall genug zu futtern. Beitrag melden!

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