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GEO Magazin Nr. 09/15 Seite 1 von 1


Astronomie: Und wenn der Jupiter unser Mond wäre?

Mondaufgang ohne Mond – aber dafür mit Planeten. Der Künstler Ron Miller setzte dieses Szenario mit der Kulisse einer kalifornischen Wüstenstraße um


Durchmesser: Mond 3476 km (Foto von: Ron Miller)
© Ron Miller
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Durchmesser: Mond 3476 km

Die Größenordnungen im All übersteigen das menschliche Vorstellungsvermögen. Wie weit sind zum Beispiel die 150 Millionen Kilometer, die zwischen Erde und Sonne liegen? Welche Ausmaße hat der Planet Jupiter, in den unsere Erde 1321-mal hineinpasst? Wie greifbar ist die Zahl von 100 Milliarden Sternen, die mindestens zur Milchstraße gehören, die wiederum nur eine von mindestens 100 Milliarden Galaxien im Universum ist?


Venus 12104 km (Foto von: Ron Miller)
© Ron Miller
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Venus 12104 km

Der Illustrator Ron Miller, der seit Langem mit wissenschaftlicher Akribie fremde Planeten und kosmische Phänomene ins Bild setzt, versucht, das Unvorstellbare vorstellbar zu machen. Indem er zum Beispiel das Sonnensystem umgruppiert und eine einfache Frage stellt: Wie würden wir die anderen Planeten sehen, wenn sie nur 384 000 Kilometer von der Erde entfernt wären, also so weit wie im Durchschnitt unser Mond?


Mars 6794 km (Foto von: Ron Miller)
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Mars 6794 km

Für die Antworten hat Miller die Größenverhältnisse zwischen dem Mond und den Planeten berechnet und die Ergebnisse auf den Nachthimmel übertragen: Teilt man den Himmelskreis am Horizont zwischen West und Ost in 180 Grad, bedeckt der Mond im Mittel gerade einmal einen halben Grad. Der Mars, im selben Abstand, schiene uns etwa doppelt so groß.


Jupiter 142984 km (Foto von: Ron Miller)
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Jupiter 142984 km

Die Venus wiederum würde zwei Grad bedecken, uns also viermal so groß erscheinen wie der Erdtrabant (und, nebenbei, dieselbe Größe haben wie die Erde, vom Mond aus betrachtet). Und der Jupiter wäre so riesig, dass er einen Großteil des sichtbaren Nachthimmels einnähme. „Wir wären wohl alle etwas demütiger, wenn Jupiter in diesem Ausmaß ständig am Himmel präsent wäre“, sagte Miller. Miller wählte für den Blick auf seine Planetenkonstellationen immer denselben Ort: eine Straße im Death Valley in Kalifornien – und die Perspektive eines nächtlichen Autofahrers.


Saturn 120536 km (Foto von: Ron Miller)
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Saturn 120536 km

So realistisch Millers Bilder anmuten, in einigen Punkten musste er Kompromisse machen. Jupiter würde uns in Wahrheit viel strahlender erscheinen, weil seine hellen Wolken mehr Sonnenlicht reflektieren als der staubige Mond. Und natürlich würden Jupiter oder Saturn nie die Erde umkreisen – sondern unseren Planeten zu ihrem Trabanten machen. Jupiter allein hat 2,5-mal so viel Masse wie alle Planeten des Sonnensystems zusammen. Millers Kunst kann in den USA auf eine lange Tradition zurückblicken. Vor 71 Jahren, in seiner Ausgabe vom 29. Mai 1944, druckte das Magazin „Life“ eine Grafik des Amerikaners Chesley Bonestell: „Saturn, von seinem Mond Titan aus gesehen“. Es war eine der ersten wissenschaftlichen Weltraumillustrationen.


Neptun 49528 km (Foto von: Ron Miller)
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Neptun 49528 km

Mehr zu den Themen: Astronomie, Erde, Mond

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