GEO Magazin Nr. 07/06 - Das Lebenselement Wasser Seite 1 von 4
Artikel drucken   Artikel per E-Mail weiterempfehlen  Artikel kommentieren  Artikel bookmarken/vorschlagen
Artikel per E-Mail weiterempfehlen
[x]
[?]


Bitte geben Sie Ihren Namen an!


Bitte geben Sie Ihre E-Mail-Adresse an!
Die angegebene E-Mail-Adresse ist ungültig!


Bitte geben Sie eine Empfänger-Adresse an!
Die angegebene E-Mail-Adresse ist ungültig!




* Pflichtfeld

E-Mail versenden schließen [x]

Hinweis: Ihre E-Mail-Adresse und die E-Mail-Adresse des Empfängers werden ausschließlich zu Übertragungszwecken verwendet und nicht an Dritte weitergeben!



Text von Anke Sparmann

Mangroven: Lebenskünstler zwischen Land und Meer

Mangroven wachsen dort, wo die Bedingungen für gewöhnliche Bäume tödlich sind: in salzigem Wasser, unter sengender Sonne, dem Wechsel der Gezeiten ausgesetzt. Sie säumen die Küsten der Tropen. Halten Fluten ab, schaffen Lebensräume für Hunderte anderer Arten. Wo der Mensch ihre Wälder abholzt, drohen verheerende Folgen. Weshalb geschieht es trotzdem? Ein Report aus dem Karibikstaat Belize. Mit Fotoshow


Hopkins, am südlichen Ortsrand. Würde man je dem Wunsch verfallen, sich einen Wohnsitz in der Karibik zu suchen, ein Häuschen wie dieses müsste es sein. Es liegt so schön. Ein wenig abseits der unbefestigten Landstraße, umgeben von Kokospalmen, ein Holzhaus, über die Breite der Rückfront hat es eine Veranda mit Blick zum Meer. Es ist der 22. Dezember 2005 als die Eigentümerin ein Schild an die blaue Bretterwand lehnt, "FOR SALE". Nita Nettleton will alles verkaufen; sie will das ganze leidige Leben im Süden in einem Schwung hinter sich lassen.


Eine Rote Mangrove, ind er Karibik die am weiteten verbreitete Art (Foto von: Christian Ziegler)
© Christian Ziegler
Foto vergrößern
Eine Rote Mangrove, ind er Karibik die am weiteten verbreitete Art

Küstenstreifen lösen sich auf wie Strickzeug

Erst zwei Jahre zuvor sind die Nettletons eingezogen. Sie stammen aus Anchorage, Alaska, und suchten einen sonnigen und ruhigen Ort für ihren Lebensabend. In Hopkins glaubten die Nettletons ihn gefunden zu haben: einem Fischernest am Karibischen Meer, 1100 Einwohner, Temperaturen von Wasser und Luft meist über 20 Grad Celsius. Hopkins liegt in Belize, Mittelamerika. 386 Kilometer misst die Küste von Belize. Fast jeder Kilometer wird von Mangroven gesäumt, Gehölzen, die in der Gezeitenzone des Meeres wachsen. Auch das Grundstück, das sich die Nettletons aussuchen, grenzt an einen dichten Mangrovenwald. Doch dann wird der Wald verkauft. Zerstückelt in 56 Parzellen, die ein Investor als Strandgrundstücke verhökert. Die Mangroven werden abgeholzt, die Bauplätze mit Sand aufgefüllt. Der Küstenstreifen löst sich seither auf wie Strickzeug, aus dem jemand die Nadeln gerissen hat.


Mehr Bilder zum Thema

  • Fotoshow: Mangroven (Foto von: Christian Ziegler)

    Fotoshow: Mangroven

    Salzwasser, sengende Sonne, Wechsel der Gezeiten: Mangroven haben sich perfekt an die lebensfeindlichen Bedingungen angepasst. Ihre Wälder schützen die Ufer und schaffen eine bizarre Welt, in der zahllose Tiere und Pflanzen siedeln
     

Carrie Bow Cay, 20 Kilometer von der Küste entfernt. In über der Hälfte der 193 Staaten der Erde gibt es Mangroven. Keiner aber, hat Candy Feller gesagt, biete wohl bessere Voraussetzungen als Belize, eine Geschichte über diese speziellen Küstenwälder zusammenzutragen. Candy Feller, 59, arbeitet als Ökologin für die Smithsonian Institution. Seit 1972 unterhält die US-amerikanische Stiftung in Belize eine Forschungsstation. Die Insel Carrie Bow ist lediglich ihr Stützpunkt; Fellers wissenschaftliches Interesse richtet sich auf die Nachbarschaft: Twin Cays, zwei von über 1000 Mangroveninseln, die dem Festland vorgelagert sind. 800 Studien sind in einem Zeitraum von 34 Jahren hier erhoben worden.


Mehr zum Fotografen Christian Ziegler
  • › Portfolio: Christian Ziegler


    Für GEO.de hat der zur Zeit in Panama lebende Fotograf eine persönliche Auswahl seiner besten Fotos von Regenwald-Tieren zusammengestellt

Wärme ist eine Voraussetzung für das Wachstum von Mangroven

Will man das heutige Hauptvorkommen der Mangroven auf einer Weltkarte nachzeichnen, muss man die Linie hauchdünn an den Küsten ansetzen, die zwischen dem 30. Grad nördlicher und dem 30. Grad südlicher Breite liegen. Hier, in den Gezeitenzonen der Kontinente, in mindestens 23 Grad warmem Meerwasser, schlagen sie Wurzeln. Die Wärme ist dabei eine Voraussetzung für ihr Wachstum. Salzwasser ist es nicht. Mangroven gedeihen prächtig, wenn sie mit Süßwasser versorgt werden. Aber dass sie auch mit Salz auszukommen vermögen, verschafft ihnen einen enormen Vorteil: Sie können so einen Lebensraum besiedeln, in dem es nur sehr wenige konkurrierende Pflanzen gibt. Es existieren über 30 Gehölzarten, die sich auf den Standort zwischen Land und Meer spezialisiert haben. Viele Arten besitzen Atemwurzeln, Stelzwurzeln beispielsweise, wie die in Belize weit verbreitete Rote Mangrove, Rhizophora mangle. Mit ihnen findet sie Halt im Schlick. Durch ihre Poren kann sie, bei Niedrig- und Mittelwasser, sauerstoffreiche Luft atmen, die sie dann in den unterirdischen Teil ihres Wurzelsystems abführt.



Seite 1 von 4



Lesezeichen für den Artikel "Mangroven: Lebenskünstler zwischen Land und Meer" setzen bei...

BlinkList del.icio.us Folkd Furl Google Linkarena Mister Wong OneView Webnews YiGG Yahoo MyWeb

Momentan sind zu dem Artikel "Mangroven: Lebenskünstler zwischen Land und Meer" keine Kommentare vorhanden.

Kommentar verfassen

* Bitte geben Sie einen Namen, unter dem Ihr Kommentar veröffentlicht wird, und eine gültige Mailadresse ein. Diese wird später nicht auf unseren Seiten zu sehen sein. Um Missbrauch zu vermeiden, senden wir Ihnen jedoch eine Mail mit einem Aktivierungslink - einfach anklicken und schon ist Ihr Beitrag online!

Mit der Abgabe eines Kommentars erkennen Sie die Nutzungsbedingungen an.


art, Reise auf BRIGITTE.de, Reise auf Eltern.de, Kinder auf GEOlino, Reisen auf GEO-Reisecommunity, Laender auf NATIONAL GEOGRAPHIC, Tipps auf PM Online, Reise auf stern.de

G+J Glossar
Partner-Angebote